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Schleichweg für A45-Sperrung: Anwohner von Stau eingekesselt

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Von: Ines Engelmann

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Die durch die Brückensperrung auf der A45 verstopfen nicht nur Umleitungsstrecken in Lüdenscheid. Auch in Altena bekommen Anwohner das Verkehrschaos zu spüren.

Altena – Die A45 ist auf bislang unbestimmte Zeit zwischen den Anschlussstellen Lüdenscheid und Lüdenscheid-Nord voll gesperrt und sorgt für kilometerlange Staus in der Umgebung. Die Fahrer versuchen über Umwege an ihr Ziel zu kommen. Ein beliebter Weg führt an der Haustür von Peter Bauer vorbei.

StadtAltena
KreisMärkischer Kreis
Einwohner16.527 (31. Dez. 2020)

Anwohner von Stau eingekesselt: A45-Sperrung sorgt für volle Schleichwege

„Man denkt, man wohnt an einer Autobahn“, sagt Bauer, der aufgrund der gesperrten A45 kaum noch vor die Tür kommt. Er wohnt an der Straße Zum Hohle, also zwischen der Rahmede und Großendrescheid. Das ist eigentlich eine ruhige Straße. Viele Navigationsgeräte führen die Pendler nun aber direkt bei ihm vorbei. Mit der Ruhe dürfte es für Peter Bauer und seine Nachbarn nun vorerst vorbei sein.

Besonders während des Berufsverkehrs – ab 5 Uhr in der Früh, in der Mittagszeit und abends – kommt es auf der Straße zu starken Verkehrsproblemen. „Die Leute kommen vom Drescheid hier runter, dann teilt sich der Weg in Richtung Altroggenrahmende und Mühlenrahmede. Hier fahren auch alle her, die vom Hemecker Weg kommen“, sagt Bauer.

A45-Sperrung: Ignorante Fahrer und überhitzte Gemüter

Hinzu kommt, dass immer wieder viel zu große Fahrzeuge trotz eines Fahrverbots für Lkw die Strecke nutzen. Das Problem: Die Straße ist gerade einmal breit genug, damit zwei Pkw langsam aneinander vorbeifahren können. Ein Lkw hat dort deshalb nichts verloren. „Wir haben hier auch schon einen Lkw aufgehalten, der trotz des Verbots reinfahren wollte, aber nicht um die Kurve kam. Wir konnten ihn dann wieder hinaus lotsen“, erinnert sich Bauer.

Nichts geht mehr im Feierabendverkehr auf der Straße Zum Hohle: Zu große Fahrzeuge nutzen die enge, schmale Straße, zudem nutzen zig Autos die Strecke zur Umfahrung der Vollsperrung auf der A45.
Nichts geht mehr im Feierabendverkehr auf der Straße Zum Hohle: Zu große Fahrzeuge nutzen die enge, schmale Straße, zudem nutzen zig Autos die Strecke zur Umfahrung der Vollsperrung auf der A45. © Bauer

Doch nicht nur Laster-Fahrer verirren sich in die Straße Zum Hohle. Auch große Busse und Wohnmobile sind dort unterwegs. Fahrer weichen dann oft unerlaubt auf die Gehwege aus. Und auch das reicht manchmal nicht aus, die Fahrzeuge bleiben stecken. „Wir sind uns bewusst, dass die Sperrung eine besondere Ausnahmesituation ist. Aber wenn die Menschen beim Autofahren nicht nachdenken, wird es nicht besser“, so Bauer.

Verkehrschaos: Anwohner leiden wegen A45-Sperrung

Immer wieder sind so viele Fahrzeuge auf der Straße unterwegs, dass nichts mehr geht, „dann fangen die Menschen an sich zu ärgern und zu hupen“, berichtet Bauer. „Die Leute sind verständlicherweise genervt“, sagt der Anwohner, beklagt aber auch, dass Rücksichtnahme auf Anwohner in solchen Fällen oft vergessen werde.

Festgefahren: Trotz Fahrverbot nutzte ein Lkw-Fahrer die schmale Straße. In der Kurve ging nichts mehr.
Festgefahren: Trotz Fahrverbot nutzte ein Lkw-Fahrer die schmale Straße. In der Kurve ging nichts mehr. © Bauer

Bauer und seine Nachbarn sind seit letzter Woche in ihrem Alltag vom Verkehrschaos stark betroffen. „Wir müssen nun ganz genau planen, wann wir einkaufen fahren, denn wir kommen hier kaum noch raus.“ Anwohner, die zur Arbeit müssen, planen laut Bauer ganz genau, wann sie losfahren, um pünktlich anzukommen. Schlecht sieht es für Rettungsfahrzeuge aus, die durch die Straße müssen. Peter Bauer befürchtet: „Wenn ein Krankenwagen in die Siedlung hinein müsste, dann hätte er keine Chance.“

A45-Sperrung: Viele Beschwerden bei Ordnungsamt und Polizei

Während die Stadt Lüdenscheid wegen der Sperrung im engen Austausch mit der Autobahn GmbH steht, um den Verkehr möglichst zügig durch die Straßen zu führen, gibt es für besonders stark belastete Straßen in Altena noch keine Gespräche. „Wir werden derzeit noch ziemlich alleine gelassen mit dem Problem“, sagt Ulrike Anweiler, Leiterin des Altenaer Ordnungsamtes. Dort und auch bei der Polizei seien laut Anweiler schon viele Beschwerden eingegangen.

Besonders belastet seien der Großendrescheid, der Hemecker Weg, Mühlenbach und der Brachtenbecker Weg. Bisher habe die Stadt lediglich am Hemecker Weg Halteverbotsschilder aufstellen können, damit der Verkehr nicht durch parkende Autos behindert wird. Weitere Maßnahmen sieht das Ordnungsamt nach Gesprächen mit der Autobahn GmbH vor.

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