500 000 Euro für die Inszenierung im Stollen

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Die Fachleute von den Designböros nahmen den Stollen zum Burgaufzug ganz genau unter die Lupe.

ALTENA ▪ Das Preisgeld ist nicht besonders hoch – und trotzdem interessieren sich Fachplaner aus ganz Europa dafür, den Burgaufzug zu inszenieren. 15 Büros wurden letztlich eingeladen, konkrete Planungen zu entwickeln – ihre Mitarbeiter waren gestern in Altena, um sich vor Ort ein Bild zu machen.

Schon den Zugang zur Burg zum Erlebnis zu machen – das ist die Aufgabe für die Planer. Über das „Wie“ wurden gestern keine Angaben gemacht, um der Kreativität nicht schon im Vorfeld Fesseln anzulegen. Von an die Tunnelwände projizierten Rittern und anderen Ideen der letzten Monate war keine Rede mehr, es muss auch nicht unbedingt ein Blick in die Vergangenheit sein. „Sie können auch die Zukunft zeigen“, formulierte es ein Mitglied der Jury.

Inszenierung darf 500 000 Euro kosten

Eine Vorgabe allerdings gibt es: Die „Bespielung“ darf höchstens 500 000 Euro kosten und soll sich nicht auf Stollen und Aufzug beschränken, sondern auch das derzeitige Informationszentrum 2015 und die Remise auf dem Burghof berücksichtigen. Dass der Abbruch des erst vor 20 Jahren erbauten Übergangswohnheimes im Hinterhof beschlossene Sache ist, wurde gestern noch einmal bestätigt – es sei „innen völlig verbraucht“, argumentierte Stadtplaner Roland Balkenhol.

Der Ortstermin diente auch dazu, den Fachleuten Gelegenheit zu jenen Fragen zu geben, auf die sie in den Ausschreibungsunterlagen keine Antworten fanden. Dabei ging es in erster Linie um rein technische Dinge: Wie hoch wird die Luftfeuchtigkeit im Stollen sein? Wie sieht es mit dem Brandschutz aus? Wie sind die Höhenverhältnisse? Wird es Drehkreuze geben? Das waren nur vier von vielen Fragen, die den Planern beim Einführungsvortrag im Informationsbüro und später beim Gang durch den Stollen einfielen.

Völlig bedeckt hielten sie sich, was ihre Vorschläge angeht – kein Wunder, saß doch die Konkurrenz mit am Tisch.

Landrat Gemke ist verunsichert

Etwas verunsichert zeigte sich Landrat Thomas Gemke angesichts des Regierungswechsels in Düsseldorf: Er hoffe, dass es trotzdem bei der 90-prozentigen Förderung durch das Land bleibe, sagte er bei der Begrüßung der Wettbewerbsteilnehmer. Und Bürgermeister Dr. Hollstein schilderte noch einmal, wie die Aufzugs-Idee geboren wurde: Bei einer „Spinnerei“, bei der es um die uralte Frage eines besseren Zugangs zur Burg ging und bei der auch das Unmögliche gedacht werden durfte. „Es ist längst kein Luftschloss mehr“, sagte Hartmut Welters, dessen Büro den Wettbewerb durchführt und verwies auf eine Reihe allesamt positiver Machbarkeitsstudien. Für Hollstein ist jetzt eines ganz wichtig: Die weitere Anerkennung des Regionale-Beirates: „Der dritte Stern muss in diesem Jahr noch kommen“, wünscht er sich. ▪ Thomas Bender

Online: http://www.altena2015.de/

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