Jagdhornbläser feiern zünftig ihr 50. Jubiläum

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Das Dirigat der 150 Bläser zum Abschluss der musikalischen Beiträge übernahm Josef Füchtenkord persönlich.

Altena - Bis zum Einzug des Handyzeitalters waren die Jagdhornbläser unverzichtbar. Sie sendeten in den weitläufigen Geländen die Signale an die Jäger und warnten sie auch vor eventuellen Gefahren. Heute blasen sie noch dem geschossenen Wild zur Ehre. Das Bläsercorps Sauerland im Hegering Altena macht das schon seit 50 Jahren. Die Feier zum Jubiläum war bis ins Rahmedetal zu hören.

150 Bläser aus den 14 Hegeringen im Märkischen Kreis stimmten am Samstag in der Scheune von Peter-Wilhelm Geßler das Halali an. Josef Füchtenkord, Landesobmann für das jagdliche Brauchtum, ließ es sich nicht nehmen, diesen großen Chor höchstpersönlich zu dirigieren.

Freunde der Jagdsignale und Jägermärsche kamen auf dem Kleinendrescheid voll auf ihre Kosten: Jede der angereisten Musikgruppen brachte jeweils drei ausgesuchte Ständchen aus dem großen Jagd-Repertoire. Das 50-jährige Bestehen des Bläsercorps Sauerland hatte der Hegering Altena mit seinem jährlichen Fest verbunden und die befreundeten Bläsergruppen zum Freundschaftsblasen eingeladen. Märsche und Fanfaren erklangen in vielen Variationen durch die Scheune des Hegerings-Vorsitzenden Geßler. „Ein Großteil der Mitglieder unseres Bläsercorps ist selbst bei der Jagd aktiv“, erklärte der Gastgeber. Für Freunde des Wohlklangs ist eine aktive Mitgliedschaft im Corps eine schöne Alternative, sich der vielseitigen Brauchtumspflege anzuschließen, ohne selbst der Jagd nachzugehen.

Berit Dresel zum Beispiel kam vor 17 Jahren durch ihren Mann ans Horn. Seither probt sie wöchentlich zwei bis drei Stunden in der Heedfelder Gaststätte „Zum Sandmann“ mit, wenn für donnerstags ab 19.30 Uhr zur Probe eingeladen wird. Da darf man ruhig auch leger gekleidet auftauchen. Zu öffentlichen Auftritten reisen die Frauen im Dirndl und die Herren im Janker mit Krawatte oder Kragenbändchen an.

Die Qual der Wahl hat ein ungeübter Einsteiger bei den Jagdhornbläsern nicht: Gewählt werden kann nur zwischen dem Parforce-Horn (weniger kraftaufwendig zu spielen) und dem Fürst-Pless-Horn. Berit Dresel spricht für alle 17 Aktiven, wenn sie herzlich zu den Proben einlädt: „Das ist was für jeden, der Spaß an Musik und Geselligkeit hat!“

Von Ina Hornemann

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