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Mit dem 49-Euro-Ticket: „Tariflandschaft wird exorbitant vereinfacht“

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Von: Markus Wilczek

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Auch die Busse der MVG sollen im nächsten Jahr mit dem bundesweiten 49-Euro-Monatsticket genutzt werden können.
Auch die Busse der MVG sollen im nächsten Jahr mit dem bundesweiten 49-Euro-Monatsticket genutzt werden können. © MVG

„Das ist ein super Signal an die Kundschaft und ein gutes Mittel, um weitere Menschen dazu zu bringen, den Öffentlichen Personennahverkehr zu nutzen“, sagt Jochen Sulies, Sprecher der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG).

Das Unternehmen begrüßt die für Anfang 2023 geplante Einführung eines bundesweiten 49-Euro-Monatstickets für Busse und Bahnen.

Auf ein solches Angebot als Nachfolger des 9-Euro-Tickets einigten sich im Grundsatz in dieser Woche die Verkehrsminister von Bund und Ländern. Noch nicht geklärt ist die Finanzierung. Darauf weist auch der MVG-Pressesprecher hin: „Die zu erwartenden Mindereinnahmen der Verkehrsunternehmen müssen natürlich in Gänze ausgeglichen werden, schließlich leben wir in ganz erheblichem Maß vom Ticketverkauf.“

MVG: „Wir sind vorbereitet“

Die Arbeiten bei der Märkischen Verkehrsgesellschaft für die Einführung des 49-Euro-Tickets liefen bereits. „Wir sind vorbereitet, schließlich war ja schon nach dem Run auf das 9-Euro-Ticket, das von Juni bis August angeboten wurde, schnell abzusehen, dass es ein Nachfolgeangebot geben wird“, so Sulies. Ob es wirklich gelingen kann, das neue Ticketangebot – wie von den Verkehrsministern angestrebt – zum 1. Januar 2023 an den Start zu bringen, da gibt sich Sulies zurückhaltend: „Das können wir nicht garantieren.“ Der politische Wille sei die eine Sache, die praktische Umsetzung durch die Unternehmen die andere.

„Da ist vor allem hinter den Kulissen unheimlich viel zu erledigen, denn bislang gibt es ein solches Ticketangebot ja noch nicht. Unsere Geräte in den Bussen wären jetzt noch gar nicht in der Lage, ein solches Ticket zu lesen. Die Hard- und Software müssen umgerüstet werden“, nennt der MVG-Sprecher nur ein Beispiel.

Digital und als Plastikkarte

Dass das deutschlandweite 49-Euro-Ticket digital, aber auch als Plastikkarte zu kaufen sein soll, begrüßt Sulies ausdrücklich: „Schließlich verfügt nicht jeder unserer Fahrgäste über die technischen Möglichkeiten, sein Ticket auf dem Smartphone zu haben. Und das E-Ticket in Form einer Plastikkarte bieten wir ja schon jetzt erfolgreich an.“

Grundsätzlich hätte sich die MVG statt eines bundesweiten Tickets zwar auch ein landesweites oder regionales Angebot für dann nur 29 Euro vorstellen können, weil dies dem bisherigen Kundenverhalten viel eher entspräche, dennoch bezeichnet Sulies den Plan der Verkehrsminister als „richtigen und guten ersten Schritt“. „Eine hohe Zugangsbarriere zum ÖPNV war für viele Menschen bislang die nicht gerade einfach zu durchblickende Tariflandschaft. Dies wird jetzt exorbitant vereinfacht.

Wie hoch fällt das Plus an Fahrgästen aus?

Wie viel mehr Fahrgäste die Busse der MVG mit dem 49-Euro-Ticket künftig nutzen werden, könne man zum jetzigen Zeitpunkt nicht prognostizieren. „Das wäre Kaffeesatzleserei“, so Jochen Sulies. Kapazitätsprobleme in den Fahrzeugen erwartet der MVG-Sprecher jedoch nicht: „Das war zu Zeiten des 9-Euro-Tickets im Sommer mit einer Ausnahme während der Mendener Kirmes auch nicht der Fall.“

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