30000 Besucher beim Mittelalterfest in Altena

ALTENA ▪ „Jubilate“, rief der Herold und das Volk gehorchte: Mit lauten Geklapper der Hände teilte es den kühnen Reitern seine Begeisterung mit. Die Turniere der „Ritter von Beraun“ beim zweiten Altenaer Mittelalterfest zogen hunderte Zuschauer an.

Insgesamt lockte das bunte Treiben am Wochenende rund 30 000 Besucher in die Burgstadt. „Wir sind mehr als zufrieden“, freute sich Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein Sonntagabend. Ein kräftiger Regenschauer am Sonntagnachmittag habe Akteure und Besucher zwar kurzzeitig gezwungen, unter Schirmen oder in Hauseingängen Schutz zu suchen. „Der Sauerländer Sturzregen hatte aber sonst keine Auswirkungen“, so Hollstein. Gäste von nah und fern – wie ein Blick auf die Autokennzeichen verriet – flanierten bald wieder über die Promenade.

Mittelalterfest in Altena - Auftakt

Mit großen Augen erweichten Jungen und Mädchen ihre Eltern, Spielzeuge zu kaufen, die den Nachwuchs in Ritter oder Burgfräulein verwandelte. So wie Niklas, der auf diesem Wege am Samstag zu einem stattlichen Holzschwert kam. Ein paar Stände weiter schnupperten Jung und Alt an durftenden Parfümsteinen. Die einst begehrte Handelsware des Orients hatte „Der Magier“ mit in die Burgstadt gebracht.

Eine Käsebrezel für drei Taler und 20 Kreuzer erstanden, verweilte eine Familie vor dem Arbeitsplatz von Kunsthandwerker Ansgar: Beim filigranen Punzieren von Leder schauten sie ihm interessiert auf die Finger. Vor allem erwachsene Mittelalter-Fans begeisterte die Auslage von Marcus Clemens aus Neuss alias Otto Graf von Waldeck. Auch wenn er selbst in einer 25 Kilo schweren Rüstung steckte, wurde er dennoch nicht müde, den Interessierten zu Kettenhemden, Hauben und Beinlingen Rede und Antwort zu stehen.

Mittelalterfest in Altena - Samstag

Meth oder Brause, Flammkuchen oder Räubersteak – auch in kulinarischer Hinsicht konnten sich die Besucher ins Mittelalter zurückversetzt fühlen. Am Lenneufer oder vor der Musikbühne ließen sie sich nieder zum Schmausen. Schließlich hatten Groß und Klein von dort auch einen vortrefflichen Blick auf Gaukler, Musiker und Narretei.

Bevor Feuerreiter am Samstagabend nochmals alle Gäste zum Turnierplatz zogen, sorgten Barden und Bands für eine ausgelassene Stimmung beim Publikum. „Die Streuner“ entlockten ihm gar die „drei Phasen der Extase“: Geklapper der Hände, lautes Mitsingen und rhythmisches Schulterzucken. ▪ Pia Käfer

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