23-jähriger Altenaer erhält letzte Bewährungschance

ALTENA – Der Gang ins Gefängnis bleibt einem 23-jährigen Altenaer gerade noch einmal erspart: Trotz bereits mehrfacher Vorstrafen endete für ihn gestern eine Verhandlung am Amtsgericht Altena mit einer letzten Bewährungschance. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Dirk Reckschmidt verurteilte ihn zu einer eineinhalbjährigen Freiheitsstrafe auf Bewährung. Grund: Ein Diebstahl in besonders schwerem Fall und Fahren ohne Fahrerlaubnis im Oktober 2008 sowie schwere Körperverletzung im August 2009. In letzterem Fall wurde gestern auch ein Mittäter, ein 25-jähriger, zuvor nicht vorbestrafter Altenaer, zu sechs Monaten Freiheitsentzug auf Bewährung verurteilt. Von Dominic Rieder

Aber der Reihe nach: Der 23-Jährige war in der Nacht vom 20. auf den 21. Oktober 2008 an einem Diebstahl in einem Textildiscounter in Iserlohn beteiligt. Den eigentlichen Einbruch hatte ein anderer Altenaer begangen, der mittlerweile – auch aufgrund mehrerer weiterer Taten – bereits in Haft sitzt. Dieser hatte in dem Geschäft einen Spind aufgebrochen und die Handtasche einer Mitarbeiterin entwendet. In dieser befand sich ein Schlüssel, der zu einem Auto passte, das sich vor dem Geschäft befand. Mit diesem Fahrzeug flüchtete das Duo anschließend. Gesteuert wurde das Auto – trotz fehlender Fahrerlaubnis – von dem 23-Jährigen, der zuvor draußen gewartet hatte. Sowohl in diesem als auch in dem zweiten gestern verhandelten Fall war der 23-Jährige geständig. So hatte er gemeinsam mit seinem 25-jährigen Mittäter in der Nacht vom 8. auf den 9. August 2009 einen 38-jährigen Altenaer in der Fußgängerzone der Burgstadt zusammengeschlagen. Hierbei erlitt der 38-Jährige unter anderem eine Gesichtsprellung, eine Brustkorbprellung und eine Risswunde an der Oberlippe. Durch ihre Rechtsanwälte Dr. Frank Nobis und Stefan Schmale ließen die Verurteilten gestern erklären, dass sie in dieser Nacht sehr große Mengen Alkohol getrunken hatten. Deshalb seien ihre Erinnerungen an den Hergang verschwommen. Gleichwohl räumte aber auch der 25-Jährige die Tat ein und war geständig.

Als nicht handfest genug erwies sich allerdings der Vorwurf des Raubes. Das Opfer hatte kurze Zeit nach der Tat sein I-Phone und seine Geldbörse vermisst. Der 38-Jährige erklärte gestern, dass er nach der Attacke der beiden Täter für einige Minuten benommen gewesen sei. Als er wieder zu sich gekommen sei, habe er vor einem Blumengeschäft in der Fußgängerzone gelegen. Letztlich ließ sich nicht nachweisen, wer seine Wertsachen entwendet hatte.

Die beiden Verurteilten erhielten gestern außerdem Auflagen. So müssen beide jeweils 1000 Euro Schmerzensgeld an das Opfer zahlen. Die Bewährungszeit für den 25-Jährigen wurde auf drei Jahre festgesetzt. Der 23-Jährige darf sich nun fünf Jahre lang nichts mehr zu schulden kommen lassen. Zudem wird ihm ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt.

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