23-Jährige stand nach Feuer im Dreifamilienhaus in Altena vor Gericht

Prozess um schweren Brand am Drescheider Berg: So lautet das Urteil

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Der Hausbrand vom 5. November 2018 zerstörte den Wohnraum komplett.

Altena - Bei einemschweren Brand am Drescheider Berg wurde am 5. November 2018 ein Dreifamilienhaus weitgehend zerstört. Der Schaden belief sich auf rund 150.000 Euro. Im Amtsgericht musste sich eine 23-jährige - nunmehr ehemalige - Bewohnerin wegen fahrlässiger Brandstiftung verantworten.

Die Staatsanwaltschaft warf ihr mangelnde Sorgfalt im Umgang mit einem Küchenherd vor. Die Ereignisse machten deutlich, was für einen immensen Schaden eine Unaufmerksamkeit anrichten kann. 

Unstreitig war, dass ein Topf mit Öl nach Überhitzung Feuer gefangen und zunächst die Küche in Brand gesetzt hatte. Die Angeklagte bestritt aber, dass sie selbst den Herd angemacht hatte, bevor sie die Wohnung verließ, um im Treppenhaus Zigaretten zu rauchen und dabei zu telefonieren.

In der Wohnung blieben zwei Kinder, von denen ein Fünfjähriger durchaus in der Lage gewesen wäre, den Herd anzuschalten. „Ich habe ihm eine Kinderserie angemacht“, berichtete die 23-Jährige von dem Unterhaltungsprogramm, das bestenfalls fesselnd gewirkt hätte.

Wer hatte den Herd eingeschaltet?

Ob schon die Mutter oder erst der Fünfjährige den Herd anmachte, konnte im Amtsgericht nicht geklärt werden. „Ich gehe nie aus der Wohnung und mache eine Platte an“, lieferte sie eine eher allgemeine Begründung, dass es sich nicht um ihr Versäumnis gehandelt hatte.

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Ihrem Sohn wollte sie derartigen Unfug aber auch nicht unterstellen: „Eigentlich hat er noch nie an den Herdknöpfen gedreht.“ Weitere Personen, die den Herd angemacht haben könnten, gab es offenbar nicht.

"Der Kleine kam und sagte, dass es brennt"

Egal, wer an dem Knopf gedreht hatte: Die Schilderungen machten deutlich, wie gefährlich sich das Geschehen entwickelte und wie geistesgegenwärtig der Nachwuchs damit umging: 

Bei dem Feuer am Drescheider Berg wurde zum Glück niemand verletzt.

„Der Kleine kam hoch ins Treppenhaus und sagte, dass es brennt“, erinnerte sich die 23-Jährige, die nunmehr ihre Kinder aus der Wohnung holen und alle weiteren Bewohner des Hauses warnen konnte.

Verfahrensbeteiligte verständigen sich so

Zumindest die Küche brannte vollständig aus. Von „zerstörten Gebäudeteilen“ sprach die Anklage. Die 23-Jährige widersprach aber nicht, als Richter Dirk Reckschmidt von einem Totalschaden sprach: „Das ganze Haus ist abgebrannt.“ 

Für Letzteres spricht auch die hohe Schadenssumme. Da letztlich nicht auszuschließen war, dass der Sprössling den Herd angemacht hatte, verständigten sich Staatsanwältin und Richter mit der Angeklagten auf eine Einstellung des Verfahrens. 

Eine gewisse Fahrlässigkeit lag aber auch darin, dass die Mutter ihre Kinder vorübergehend alleine in der Wohnung gelassen hatte. Die endgültige Einstellung des Verfahrens gibt es deshalb erst gegen Zahlung einer Geldbuße von 750 Euro.

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