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Hilfe in der Not: 16 neue Seelsorger für den Kreis

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Von: Fabienne Schwarzer

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Psychologische Hilfe bei Tragödien: Auf 16 neue Notfall-Seelsorger kann der Märkische Kreis in Zukunft bauen.
Psychologische Hilfe bei Tragödien: Auf 16 neue Notfall-Seelsorger kann der Märkische Kreis in Zukunft bauen. © Birke

Bei tödlichen Unfällen oder Familientragödien kommen sie zum Einsatz: die Notfallseelsorger. Seit mittlerweile mehr als 30 Jahren steht die Notfallseelsorge nun auch im Märkischen Kreis Menschen in akuten Notsituationen bei – all dies in ehrenamtlicher Arbeit. Am Dienstag schlossen in Evingsen 16 neue Notfallseelsorger ihre ökumenische Ausbildung ab.

Altena - Die Verleihung der Urkunden war mit einem Gottesdienst gepaart, durch den Diakon Ulrich Slatosch und Pfarrer Hartmut Marks führten. Die beiden hatten zuvor die neuen ehrenamtlichen Notfallseelsorger aus dem Märkischen Kreis auch durch ihre Ausbildung begleitet.

Es war nicht das erste Mal, dass Marks und Slatosch gemeinsam Notfallseelsorger ausbildeten. Am Dienstag ging der bereits achte Jahrgang die Ausbildung zu Ende. Diesmal hatte sich die Ausbildung allerdings länger gezogen als gewöhnlich. Aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen wurde ein halbes Jahr pausiert. Nach nun eineinhalb Jahren stand aber auch für die 16 neuen ehrenamtlichen Seelsorger der Abschluss an.

Während der Veranstaltung in der Kirche St. Theresia wurde immer wieder gesungen. Ein Glück, dass Christian Meier, einer der neuen Notfallseelsorger, Organist ist und sich deshalb um die musikalische Begleitung an der Orgel und dem Keyboard kümmerte. Bei der Ausgabe der Urkunden stand Ulrich Slatosch und Hartmut Marks der Stolz ins Gesicht geschrieben. An viele der Auszubildenden richteten sie ein paar persönliche Worte.

Die neuen Seelsorger kommen aus verschiedenen Teilen des Märkischen Kreises, darunter aus Altena, Hemer, Halver, Iselohn, Plettenberg, Meinerzhagen und Lüdenscheid. Während der Corona-Zwangspause hätte auch die Möglichkeit bestanden, die Ausbildung online in Form von Videokonferenzen fortzusetzen. Darauf verzichteten Slatosch und Marks allerdings bewusst. „Denn der persönliche Austausch ist sehr wichtig. Wir führen viele Gespräche miteinander und das wollten wir trotz Corona jetzt auch ermöglichen“, sagte Ulrich Slatosch.

Die Ausbildung der neuen Notfallseelsorger führten Ulrich Slatosch (links) und Hartmut Marks durch. Der Abschluss fand jetzt in der Kirche St. Theresia statt.
Die Ausbildung der neuen Notfallseelsorger führten Ulrich Slatosch (links) und Hartmut Marks durch. Der Abschluss fand jetzt in der Kirche St. Theresia statt. © Schwarzer

In seiner Andacht ließ er einige Momente der Ausbildung nochmals Revue passieren, beispielsweise das schauspielerische Talent, das manche Teilnehmer an den Tag legten, wenn es um die Rollenspiele ging, mit denen die Notfallseelsorge geübt wurde. Doch nicht nur durch die Rollenspiele lernten die angehenden Notfallseelsorger. Sie nahmen an insgesamt 20 Modulen teil, deckten so ein sehr breites Spektrum an Themen ab. Experten des Rettungsdienstes schulten zum Thema Reanimation und eine Muslima brachte der Gruppe bei, über religiöse Grenzen hinauszudenken. Weitere Module waren beispielsweise Kinderseelsorge und rechtliche Grundlagen.

Doch wieso wird man überhaupt Notfallseelsorger? „Ich habe im persönlichen Bereich bei Trauerfällen gemerkt, wie wichtig Freunde sind, die einem in solchen Situationen helfen. Mir ist allerdings auch aufgefallen, dass viele Menschen sehr einsam sind und deshalb werde ich Notfallseelsorgerin“, erzählte Linda Turck, die zukünftig in Halver in Rufbereitschaft stehen wird.

Nicht nur Slatosch und Marks waren zufrieden mit den Lehrgangsteilnehmern, sondern diese offensichtlich auch mit ihren Ausbildern. Denn die neuen Notfallseelsorger überreichten Marks und Slatosch jeweils einen Präsentkorb mit Leckereien. Dann ließen sie den Abend mit ihren Familien und Ausbildern ausklingen.

Die Notfallseelsorge

Die Notfallseelsorge ist ein ökumenisches Angebot der Kirchen für alle Menschen unabhängig von Konfession und Religion. Die Notfallseelsorge selbst ist nicht unmittelbar erreichbar, weil sie ausschließlich von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei alarmiert wird. Dort sind entsprechende Rufbereitschaften fest installiert, die für schnelle und unkomplizierte Hilfe Sorge tragen.

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