Als 16-Jähriger im Bundestag

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Melvin traf auch richtig prominente Politiker – zum Beispiel Frank-Walter Steinmeier. ▪

ALTENA ▪ Als 16-Jähriger im Bundestag, auf Tuchfühlung mit Spitzenpolitikern – da kann man schon mal nervös werden. Melvin Lengenfeldt aus Altena ist trotzdem entspannt, als er im Abgeordnetenbüro von Dagmar Freitag zum zweiwöchigen Praktikum eintrifft, denn der Schüler ist fast ein „alter Hase“ im Berliner Politikbetrieb.

Vor seinem Praktikum im Oktober durfte er im Juni dieses Jahres selbst schon einmal in die Rolle eines Abgeordneten schlüpfen. Auf Empfehlung von Dagmar Freitag nahm der politikinteressierte Schüler am Planspiel „Jugend und Parlament“ teil. Als fiktiver Abgeordneter lernte er nicht nur die grundlegenden Abläufe des Parlaments kennen. Ihm wurde darüber hinaus das Privileg zuteil, im Plenarsaal auf den aus dem Fernsehen bekannten blauen Sesseln Platz zu nehmen – das dürfen nicht einmal Abgeordnetenmitarbeiter.

In den vergangenen zwei Wochen hat Melvin Politik hautnah erlebt und festgestellt, dass ein Großteil der Arbeit „hinter den Kulissen“ abläuft, für den Bürger nicht sichtbar. „Den Bundestag einmal von innen erleben zu können, bietet einem ganz andere Blickwinkel auf die Arbeit der Abgeordneten“, berichtet Melvin.

Der volle Terminkalender von Dagmar Freitag bestimmte auch Melvins Tagesablauf: Neben dem täglichen Erstellen eines Pressespiegels und kleineren Recherchearbeiten standen Sitzungen der Arbeitsgruppen für Sport und Auswärtiges der SPD-Fraktion, Plenardebatten und die Sitzungen des Sportausschusses auf dem Plan.

Im Sportausschuss wurde Melvin Zeuge einer historischen Entscheidung: Die Mitglieder von Union und FDP haben aus Angst vor schlechter Medienberichterstattung mit ihrer Mehrheit beschlossen, den bislang öffentlich tagenden Ausschuss wieder unter Ausschluss der Öffentlichkeit abzuhalten. „Dass man die Transparenz so einschränkt, finde ich sehr schade“, so Lengenfeldt. Auch Dagmar Freitag als Ausschuss-Vorsitzende hat das vehement kritisiert.

Große Transparenz erlebte der Schüler hingegen bei Führungen von Besuchergruppen durch den Bundestag und Gesprächen mit Funktionären. „Diese Gespräche waren für mich besonders interessant, da ich mich persönlich sehr für Sport interessiere und sehen konnte, dass sich Dagmar Freitag wirklich für den Sport einsetzt“, erklärt Melvin. Und: „In den zwei Wochen konnte ich viele neue Eindrücke gewinnen, die mir keiner nehmen kann. Ich bin froh, das Praktikum wahrgenommen zu haben“.

Jetzt kehrt der Altenaer erst einmal auf die Schulbank zurück, um sein Wirtschaftsabitur zu machen.

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