1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Altena

146 Euro Knöllchen: Grundbesitzer im MK wehren sich gegen Vorwurf der Abzocke

Erstellt:

Von: Janine Tokarski

Kommentare

Eindeutige Botschaft: Das Parken ist auf der Fläche an der Bachstraße 50 verboten. Doch immer wieder stellen Fahrer dort ihre Autos unerlaubt ab. Das lassen sich die Besitzer Sabrina und David Reichert nicht mehr gefallen.
Eindeutige Botschaft: Das Parken ist auf der Fläche verboten. Doch immer wieder stellen Fahrer dort ihre Autos unerlaubt ab. Das lassen sich die Besitzer nicht mehr gefallen. © Ilka Kremer

Eine satte Rechnung über 146 Euro erhalten Fahrer, die ihr Auto unerlaubt auf einer Fläche im MK abstellen. Das sorgt für heftige Kritik. Gegen den Vorwurf der Abzocke wehren sich die Grundbesitzer - und berichten von großen Problemen.

Altena – Die satte Rechnung über 146 Euro, die Falschparker zahlen müssen, die unerlaubt ihre Autos auf dem Gelände an der Bachstraße 50 abstellen, sorgt für Empörung in den sozialen Medien. „Nur noch Abzocke“, beschwert sich ein Nutzer. „Sieht aus wie eine Müllhalde. Lieber erst aufräumen und sauber halten“, empfiehlt ein anderer Nutzer den Besitzern. Die Kritik ist nach der AK-Berichterstattung über einen Mann, der eine Rechnung von 146 Euro erhielt, weil er seinen Wagen auf dem Areal abstellte, groß.

Die Eigentümer der Fläche, Sabrina und David Reichert, wehren sich gegen den Vorwurf der Abzocke und berichten ihrerseits über immer wiederkehrende Probleme mit Falschparkern auf ihrem Grundstück. So hätten sie dem betroffenen Fahrer, der sein Auto „trotz acht Schildern, laut denen das Parken verboten ist, sein Fahrzeug mehrmals bei uns abgestellt hat“, im November 2021 eine Notiz am Auto hinterlassen, in der sie ihm einen Mietvertrag anboten: Für 40 Euro im Monat könne er seinen Wagen dort ganz legal abstellen.

Falschparker behindern Sanierung des Hauses

Das boten sie nach eigenen Angaben weiteren Fahrzeughaltern an, die mehrfach ihr Grundstück unerlaubt nutzten. Mit dieser Summe „wäre es sicherlich nicht der teuerste Parkplatz in Altena gewesen. Andernfalls hatten wir mit Abschleppen gedroht“, schreibt das Ehepaar Reichert. Mit einigen Nachbarn hätten sie einen solchen Vertrag abgeschlossen. Der Mann, der die Rechnung über 146 Euro erhielt, sei nicht auf das Angebot eines Mietvertrags eingegangen.

Den beiden ist bewusst, dass „die Parksituation in der Bachstraße allgemein angespannt ist“. Darum parken auch immer wieder Autobesitzer ihre Wagen auf dem Areal mit der Hausnummer 50. Das Problem: „Wir sanieren aktuell das Haus auf dem Grundstück. Bei den anfallenden Arbeiten, bei Anlieferungen von Material und bei der Abholung von Abfallcontainern wurden wir mehrfach durch Falschparker behindert, teils sind für uns dadurch Kosten angefallen“, erläutert das Ehepaar Reichert, das das Areal im August 2021 kaufte und in die Wohnung dort ziehen möchte. An einigen Tagen hätten sie selbst auf dem Grundstück keinen Platz zum Parken gefunden.

Abschlepp-Versuche und Kette vor dem Grundstück

„Wir haben dann beschlossen, uns nicht mehr gefallen zu lassen, dass unberechtigt auf unserem Grundstück geparkt wird, und am 23. Dezember mehrere Abschleppdienste kontaktiert. Aufgrund der Verkehrssituation in Lüdenscheid, der Corona-Lage und den bevorstehenden Feiertagen konnte uns aber niemand weiterhelfen. Wir haben uns dann für die App entschieden und auf die abschreckende Wirkung eines Strafzettels gehofft“, erläutert das Ehepaar Reichert.

Grundstückseigentümer können eine App des Unternehmens Park & Collect kostenlos herunterladen und mit ihrer Hilfe Fotos von auf ihrem Grundstück falsch geparkten Autos an den „beim zuständigen Gericht zugelassenen Rechtsdienstleister“ senden, der alles Weitere übernimmt. „Die App war für uns die letzte Lösung“, betont das Ehepaar Reichert.

Feuerwehr darf dort parken

Zudem haben die beiden kürzlich eine Kette vor die Fläche gespannt. Auch freiwillige Feuerwehrleute parken ihre Privatwagen dort, wenn sie zum Einsatz gerufen werden. Die Feuerwache befindet sich direkt gegenüber des Areals. Dies sei längst geklärt, betonen die Grundbesitzer. „Wir haben bei der Feuerwehr mehrfach darauf hingewiesen, dass wir jederzeit damit einverstanden sind, dass Feuerwehrleute bei uns parken. Wir haben bislang ein sehr gutes nachbarschaftliches Verhältnis und möchten das auch so beibehalten.“

Darüber hinaus dürfe die Feuerwehr im Haus der Reicherts kostenfrei Ausrüstung lagern, die die Wehr durch Flutschäden nicht woanders lagern kann. Die Grundbesitzer stellen klar: Es sei „auf jeden Fall auszuschließen, dass Angehörige der Feuerwache zu einer Zahlung aufgerufen werden“. Sie wollen künftig „in erster Linie versuchen, abschleppen zu lassen“ statt das Unternehmen Park & Collect abkassieren zu lassen.

Auch interessant

Kommentare