Ursache ist der demografische Wandel

Auch in Altena: DRK beklagt Rückgang von Blutspenden

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Würde sich über mehr Hilfe freuen: Anke Hohage, Blutspendebeauftragte beim Deutschen Roten Kreuz in Altena.

Altena – Immer weniger Menschen spenden Blut. Das ist auch beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Altena so. 1012 Spender zählten die Standorte Altena, Evingsen und Dahle 2018 insgesamt – davon waren 85 Erstspender.

„Die Spendezahlen sind bei uns auch etwas rückläufig. Gefühlt hält es sich aber bisher in Grenzen“, sagt Anke Hohage, Blutspendebeauftragte in Altena. Die Burgstädterin organisiert seit knapp drei Jahren die Spendentermine in Altena. Vier Doppeltermine im Thomas-Morus-Haus und jeweils vier in Evingsen und Dahle veranstaltet sie pro Jahr. 

Laut Hohage ist ein entscheidender Vorteil gegenüber vielen Großstädten unter anderem der dörfliche Charakter in Altenas Stadtteilen: „Am Beispiel Dahle lässt sich erkennen, welchen Stellenwert das Blutspenden bei manchen Menschen hat. Eine große Gruppe ist bei fast jedem Termin gemeinsam dort und nutzt die Zeit, um anschließend noch ein wenig zu plaudern. Ich habe den Eindruck, dass es für sie quasi schon Tradition ist. Generationen von Familien gehören zu den regelmäßigen Spendern.“ 

Auch die Standortfrage ist für das DRK ein entscheidender Faktor: „Seitdem wir ins Morus-Haus umgezogen sind, haben wir deutlich mehr Platz. Es ist nicht mehr so gedrungen wie vorher an der Lüdenscheider Straße. Ich glaube, dass wir auch durch den Standortwechsel dem Rückgang der Spenden etwas Einhalt geboten haben.“ 

In Zahlen liegt Altena zwar im gesamten DRK West insgesamt im Durchschnitt. Das Sorgenkind ist Evingsen, wo im vergangenen Jahr ein Viertel der Spender wegfiel. Drastisch beobachtet Stephan David Küpper, Pressesprecher des DRK West (NRW, Rheinland-Pfalz und Saarland) die Entwicklung in dieser Dekade. 

„Wir verlieren pro Jahr bis zu zwölf Prozent der Spender. Aktuell stehen wir noch gut da. Wenn ich aber in die mittelfristige Zukunft blicke, mache ich mir große Sorgen.“ Vor allem den demografischen Wandel macht er für die Situation verantwortlich. „Wir müssen für einen treuen Spender, der aufgrund seines Alters nicht mehr spenden kann oder darf, drei junge Menschen mobilisieren, damit wir den Verlust langfristig kompensieren können. Und das ist derzeit kaum möglich.“ 

Darüber hinaus liege es auch an der Spende-Bereitschaft der Menschen. Die zwei größten Faktoren dabei sind laut Küpper Zeit und Angst: „Die Menschen haben weniger Zeit. Sie sind durch berufliche und private Belange ausgelastet.“ 

Dafür müsse man grundsätzlich zwar Verständnis haben, ein Trost sei das aber nicht: Es ändert nämlich nichts daran, dass Blutkonserven dringend benötigt würden. 

Daher appelliert Anke Hohage an die Menschen, den inneren Schweinehund zu überwinden. Mit geringem Aufwand könne man viel Gutes tun: „Jede Blutspende kann Leben retten. Und lange dauert das nicht“, erklärt sie. 

Deutlich größer ist der zeitliche Aufwand hingegen für die ehrenamtlichen Helfer: Hohage und ihr rund zwölfköpfiges Team sind mit Vor- und Nachbereitungen bei einem Spendetermin fast einen ganzen Arbeitstag eingebunden. 

Über mehr Hilfe würde sich die Burgstädterin daher auch im Bereich der ehrenamtlichen Arbeit freuen. Die Frauen in ihrem Team seien hochbetagt, die Arbeit sei für sie deshalb recht anstrengend. 

„Wenn jemand Interesse daran hat, sich da in irgendeiner Form zu beteiligen, kann er sich gerne bei uns melden“, betont Hohage. Die Möglichkeit dazu wäre etwa der nächste Spendetermin am 14. März in der Jugendbegegnungsstätte in Dahle (16.30 bis 19.30 Uhr)

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