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100 Jahre im Zeichen der Hühner: RGZV feiert Jubiläum

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Von: Ilka Kremer

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Ottfried Ferber (l.) überreicht Horst Thiele die Urkunde zum Ehrenmitglied des Landesverbandes Westfalen-Lippe.
Ottfried Ferber (l.) überreicht Horst Thiele die Urkunde zum Ehrenmitglied des Landesverbandes Westfalen-Lippe. © Kremer, Ilka

100 Jahre Rassegeflügelzuchtverein Altena 1921– ein guter Grund zum Feiern, wenn auch erst in diesem Jahr

Altena – Die Corona-Pandemie hatte ein Fest im Jubiläumsjahr verhindert, und so trafen sich die Mitglieder des RGZV 1921 am Samstagabend im Restaurant Dalmatia. Rund 40 Frauen und Männer verbrachten einige schöne Stunden miteinander, schwelgten in der Vergangenheit und freuten sich auf das, was noch kommt.

Der Vorsitzende, Ottfried Ferber, gab einen geschichtlichen Überblick des Vereins, der am 19. März 1921 von acht Altenaern gegründet wurde. Einen Monat später, bei der ersten Generalversammlung fanden die Vorstandswahlen statt: Vorsitzender wurde Gustav Draheim, zweiter Vorsitzender Wilhelm Berghof. Zum Kassierer wählte die Versammlung Rudolf Hücking und zum Schriftführer Erich Damm. Die Statuten, die damals aufgestellt wurden, haben bis heute ihre Gültigkeit.

Minorka-Huhn als Wappentier

Zum Wappentier erkoren die Verantwortlichen das Minorka-Huhn. Diese alte Hühnerrasse aus Spanien eignet sich gut als Legerasse, ist kälteempfindlich, quirlig und zugleich zutraulich. Beim RGZV findet es sich heute auf den Vereinswimpeln, auf Autoaufklebern und auf den T-Shirts der Mitglieder. „Das ist schön, denn so ist unser Heimatverein immer wieder zu erkennen“, meinte Ferber.

Von Beginn an veranstaltete der Verein an verschiedenen Orten in der Burgstadt seine Geflügelausstellungen: im Kölschen Joe, im Lennestein, im Gasthaus zur Linde, in der Turnhalle der Bungernschule oder im Kino Centraltheater. Bei der ersten Kreisschau konnten die Bürgerinnen und Bürger 800 Tiere bestaunen. „Viele dieser Orte gibt es aber leider nicht mehr“, so Ferber. Glücklicherweise habe der Verein heute mit dem Morus-Haus eine feste Bleibe für die Ausstellungen gefunden.

Mit großem Interesse lauschten die Mitglieder des RGZV 1921 während der Feier des 100-jährigen Bestehens dem geschichtlichen Rückblick des Vorsitzenden.
Mit großem Interesse lauschten die Mitglieder des RGZV 1921 während der Feier des 100-jährigen Bestehens dem geschichtlichen Rückblick des Vorsitzenden. © Kremer, Ilka

Im Zweiten Weltkrieg lag die Geflügelzucht ziemlich brach. „Aber danach ging es wieder aufwärts“, berichtete Ottfried Ferber. Die Gründe dafür könne man sich gut vorstellen: „Es gab nicht viel zu essen, also wurden viele Menschen zu Selbstversorgern von Eiern und Fleisch.“ Dabei hätten die Züchter aber immer großen Wert auf rassetypische Tiere gelegt, die sie auf Lokal- und Kreisschauen sowie bei Ausstellungen des Landesverbandes mit teilweise sehr guten Ergebnissen präsentierten. Das Vereinsleben sei auch damals schon durch gemeinsame Ausflüge, Picknicks oder Kegelnachmittage bereichert worden, so der Vorsitzende weiter.

Verein schrumpft in den 90er Jahren

In den 90er Jahren schrumpften die Mitgliederzahlen aus verschiedenen Gründen, wie Todesfälle, Wegzug und besonders durch andere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Ab dem Jahr 1998 mussten die Geflügelausstellungen wegen Personalmangels abgesetzt werden. „Danach war es ziemlich still mit unserer Geflügelzucht in Altena“, blickte Ferber bedauernd zurück. Um so schöner sei es, dass der RGZV 1921 heute wieder mehr als 40 Mitglieder hat, darunter sechs Kinder und Jugendliche.

Seit 1969 ist Horst Thiele Mitglied im Rassegeflügelzuchtverein Altena, von 1993 bis 2016 bekleidete er das Amt des Vorsitzenden. „Ich hatte als Kind schon Hühner“, sagte der 90-Jährige. Seine Lieblingsrasse sind die Altsteirer – eine Haushuhnrasse aus der Steiermark, sehr robust und zugleich anspruchslos, solange sie ihren Freilauf haben. Heute hat Thiele nur noch zwei Prozent seiner Sehkraft, weshalb er sein Hobby aufgeben musste. „Das tut sehr weh“, meinte er. Umso mehr freute er sich am Samstag bei der Jubiläumsfeier, dabei sein zu können und von Ottfried Ferber seine Urkunde als Ehrenmitglied des Landesverbandes Westfalen-Lippe entgegen zu nehmen. „Für deine langjährige, erfolgreiche Arbeit im Verein, lieber Horst.“

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