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Finanziell klamm: Was tun, wenn Sie die Nebenkosten nicht zahlen können?

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Von: Carina Blumenroth

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Unklarheiten, wie Bürger entlastet werden können, steigende Preise, hohe Nebenkosten. Eine Belastung für alle – das können Sie tun, wenn das Geld nicht reicht.

Das Licht nicht zu lang anlassen und auf jeden Fall ausschalten, wenn man in einen anderen Raum geht. Die Heizung noch nicht andrehen und nur so viel Wasser im Wasserkocher erhitzen, wie man auch wirklich benötigt. Spartipps gibt es gerade viele, viele von denen sind für einige Bürgerinnen und Bürger allerdings keine echten Tipps, sondern schon seit Jahren eine gängige Praxis. Im Oktober lag die Inflation in der Eurozone bei 10,7 Prozent, wie die Tagesschau berichtet. Viele Bürgerinnen und Bürger erhalten in diesem Zeitraum ebenfalls Post vom Vermieter oder vom Strom- bzw. Gasanbieter. Doch was, wenn Sie sie die Erhöhung nicht (mehr) zahlen können?

Nebenkosten: Erhöhung 2022 – Checken Sie die Abrechnung

Eine Frau mit offenen Rechnungen und Taschenrechner.
Prüfen Sie Ihre Nebenkostenabrechnung – wenn Sie Unstimmigkeiten bemerken, legen Sie Widerspruch ein. (Symbolbild) © Imago Stock&People/Imago

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die Abrechnung auf Richtigkeit zu überprüfen. Dabei sollten Sie auf folgende Punkte besonders achten:

Sollten Ihnen dabei Unstimmigkeiten auffallen, dann können Sie dagegen vorgehen. Wenn Sie unschlüssig sind, ob die Nebenkostenabrechnung korrekt ist, holen Sie sich Unterstützung. Das geht beispielsweise beim Deutschen Mieterbund, wenn Sie Mieterin oder Mieter sind, oder bei der Verbraucherzentrale.

Nebenkosten: Wurde Ihnen die Erhöhung fristgerecht mitgeteilt?

Haben Sie einen Brief mit der Ankündigung der Preiserhöhung erhalten, dann ist dies schon einmal der erste Schritt. Bei der Grundversorgung muss der Brief sechs Wochen vor der Preiserhöhung bei den Bürgerinnen und Bürgern eingegangen sein. Bei Sonderverträgen gilt eine Frist von vier Wochen. Sollten Sie übrigens einer Kontaktaufnahme per Mail zugestimmt haben, dann ist dies auch für die Ankündigung einer Preiserhöhung wirksam, wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) informiert.

Haben Sie allgemein den Verbrauch im Blick

Stimmt das überein? Sollten Sie Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld beziehen oder über ein geringes Einkommen verfügen, können Sie den kostenlosen Stromspar-Check der Caritas in Anspruch nehmen.

Post vom Vermieter: Nebenkosten werden erhöht

Einige Mieterinnen und Mieter bekommen wahrscheinlich nicht direkt von den Anbietern Post, sondern von dem Vermieter. Es kann sein, dass Sie gebeten werden, mehr Geld als Nebenkosten-Vorauszahlung einzuzahlen. Dies ist allerdings nicht ohne Weiteres zulässig, wie RND berichtet. Die Vorauszahlung dürfe nur erhöht werden, wenn vorher eine Abrechnung erfolgt sei. Dann werde geschaut, ob eine Erhöhung rechtens ist. Ebenfalls sind Einmalzahlungen, um gestiegene Kosten abzudecken, nicht zulässig. Wenn Sie solche Forderungen erhalten, sollten Sie diesen widersprechen.


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Hohe Nebenkosten: Gibt es Hilfe vom Staat?

Sollte die Nachzahlung so hoch sein, dass Sie diese mit Ihrem Einkommen nicht begleichen können, sollten Sie sich an das örtliche Jobcenter wenden, wie die Verbraucherzentrale berichtet. Falls Sie nicht (mehr) erwerbstätig sind, sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sozialamts die richtigen Ansprechpersonen. Wichtig dabei ist allerdings, dass die Nachzahlungen in dem Monat als Bedarf gesehen werden, in dem Sie die Forderungen erhalten. Daher sollten Sie in diesem Monat auch den Antrag beim Jobcenter oder Sozialamt stellen. Prüfen Sie ebenfalls, ob Ihnen bei Ihrem Einkommen Leistungen vom Staat zustehen. Das können die folgenden Leistungen sein: Wohngeld, Kinderzuschlag, BAföG, Elterngeld oder Grundsicherung.  

Keine Sozialleistung: Ist eine Ratenzahlung bei den Nebenkosten möglich?

Grundsätzlich müssen Sie erfragen, ob eine Ratenzahlung bei Ihrem Anbieter möglich ist. Achten Sie bei der Verhandlung darauf, dass Sie diese aus Ihrem verfügbaren Einkommen begleichen können – ebenfalls sollten Sie beachten, dass Sie auch laufende Abschläge zahlen müssen. Ist eine Ratenzahlung vereinbart, sollten Sie bei der Zahlung den Verwendungszweck deutlich kennzeichnen. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen laufenden Kosten und der Altforderung, informiert die Verbraucherzentrale.

Abschaltung von Strom und Gas, wenn Nebenkosten nicht bezahlt werden

Wenn Sie mit zwei Abschlagszahlungen und mindestens 100 Euro im Rückstand sind, kann der Versorger Strom oder Gas abstellen. Allerdings müssen dafür zwei Sperrankündigungen vom Versorger geschickt werden. Einmal vier Wochen vorher, einmal acht Tage vor der möglichen Sperrung. Laut RND sind die Versorger verpflichtet, eine Ratenzahlung anzubieten.

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