Wann lohnt sich ein Umzug für den Job?

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Neuer Job, neue Stadt, neue Wohnung, neues Umfeld, neue Leute – das klingt spannend, nach großer, weiter Welt und steiler Karriere.

In der Realität ist ein berufsbedingter Umzug oft weit weniger glamourös und aufregend als gedacht, denn ein Wohnortwechsel bringt viele Aspekte mit sich, die vor der Entscheidung genau bedacht werden sollten.

Werden Sie auf Wunsch des Unternehmens versetzt, zieht die gesamte Firma um oder sind Sie von aktuellen Stellenabbaumaßnahmen in großen Konzernen betroffen, bleibt oft keine Alternative zum Umzug. Bei einer Ablehnung riskieren Sie Ihre Karriere oder schlimmstenfalls sogar Ihre finanzielle Existenz. Wer allerdings ein attraktives Jobangebot bei einer anderen Firma entdeckt hat und dafür einen Ortswechsel in Erwägung zieht, sollte Pro und Kontra vorher sorgfältig abwägen und gründlich überlegen, ob sich ein berufsbedingter Umzug wirklich lohnt, nicht nur in finanzieller Hinsicht.

Bereitschaft zum Umzug hängt von der Lebensphase ab

Umfragen zufolge hängt die Einstellung deutscher Arbeitnehmer zu einem Ortswechsel für die Karriere stark vom Alter und somit auch von der Lebensphase ab, in der diese sich befinden. Obwohl laut Statistik jede zweite Fach- und Führungskraft bereits mindestens einmal für den Job umgezogen ist, sinkt die Bereitschaft ab Mitte der Dreißiger stark. Grund dafür sind unter anderem die sich ändernden Lebensumstände. Arbeitnehmer mit Kindern oder Paare sind im Allgemeinen weniger dazu bereit, ihr Leben dem Beruf anzupassen. Auch diese Tatsache trägt wohl dazu bei, dass bundesweit mehr als die Hälfte aller Beschäftigten zum Arbeiten in eine andere Stadt pendeln. Geht dafür aber beispielsweise ein Großteil der Freizeit verloren oder leidet das Privatleben auf irgendeine Art und Weise darunter und spricht ansonsten nichts dagegen, kann ein Umzug zur Verbesserung der Work-Life-Balance durchaus in Betracht gezogen werden.

Chancen und Risiken eines berufsbedingten Umzugs

Gründe, freiwillig für eine neue Stelle umzuziehen, gibt es einige. Meistens spielt die Höhe des Gehalts dabei die entscheidende Rolle. Je nach persönlichem Karriereplan kann auch die individuelle berufliche Entwicklung oder die Aussicht auf bessere Karrierechancen Anlass für einen Umzug sein. Nicht nur von Berufseinsteigern werden oft zeitlich befristete Jobs im In- oder auch im Ausland angenommen, um den eigenen Lebenslauf aufzuwerten und damit einem langfristigen beruflichen Ziel näherzukommen. So mancher investiert seine Zeit auch lieber Freunde, Familie oder seine Hobbys, anstatt täglich mehrere Stunden zu pendeln und verkürzt durch einen Umzug schlichtweg seinen Arbeitsweg.

Die Möglichkeit, etwas Neues zu erleben und sein Leben umzukrempeln, kann ebenso eine Chance wie ein Risiko sein. Je nachdem, wie weit der neue vom alten Wohnort entfernt liegt, lassen Sie mit dem Umzug unter Umständen auch Ihr gewohntes Umfeld, einen Großteil Ihrer Sozialkontakte, eventuell auch familiäre Strukturen sowie Ihre bisherige Alltagsroutine hinter sich. Dieser Einschnitt führt vor allem in der ersten Zeit nach einem Wohnortwechsel nicht selten in die Isolation. Menschen, denen es schwerfällt, sich an neue Lebensumstände zu gewöhnen und aktiv auf andere zuzugehen, sollten deshalb einen anstehenden Umzug besonders kritisch hinterfragen.

Wohnortwechsel ist nicht nur ein Kostenfaktor

Das Sprichwort „dreimal umgezogen ist wie einmal abgebrannt“ kommt nicht von ungefähr, denn ein Umzug ist nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine mentale Belastung – und vor allem eine logistische Herausforderung. Mehrfache Anreisen zu Wohnungs- oder Hausbesichtigungen, Umzugskartons, Möbelpacker, Umzugswagen, vorübergehend doppelte Mietzahlungen, Ablösezahlungen, neue Möbel, Mietkaution, Maklergebühren, eine Anzahlung für das Wohneigentum, Kreditraten – die Liste potenziell zu tragender Kosten ist lang und eine nachlässige Planung vor oder auch nach dem Umzug rächt sich früher oder später. Eine Aufstellung aller geplanten Ausgaben sowie Checklisten mit allem, was im Vorfeld und nach dem Wechsel des Wohnorts erledigt werden muss, helfen dabei, den Überblick zu behalten und beugen unnötigem Stress vor.

Finanzieller Aufwand für den Umzug lässt sich reduzieren

Zwar sind Arbeitgeber nicht gesetzlich dazu verpflichtet, finanzielle Unterstützung zu gewährleisten, wenn Bewerber für den neuen Job einen Umzug in Kauf nehmen, lohnt es sich durchaus, direkt danach zu fragen. Bei größeren Unternehmen sind solche Zuschüsse nicht unüblich und oft einfach eine Frage des Verhandlungsgeschicks. Wer aus der Arbeitslosigkeit heraus für eine neue Stelle umzieht, kann außerdem bei der Agentur für Arbeit eine Kostenerstattung beantragen.

In jedem Fall aber lohnt sich ein vorheriger Preisvergleich verschiedener Umzugsunternehmen und anderer Dienstleister. Quittungen für Umzugskosten aller Art sollten immer gut aufbewahrt werden, denn bei Umzügen aus beruflichen Gründen können viele Aufwendungen als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden. Dafür muss die Distanz zwischen dem bisherigen und dem neuen Wohnort auch gar nicht besonders groß sein, denn schon durch einen Ortswechsel, der täglich insgesamt mindestens eine Stunde Fahrzeit einspart, kann beruflich begründet werden.

Für Job- und Ortswechsel muss das Gesamtpaket stimmen

Wer langfristig mit seiner Entscheidung für einen beruflichen Neuanfang inklusive Umzug glücklich und zufrieden sein möchte, sollte darauf achten, dass das Gesamtpaket zur persönlichen Lebenssituation passt und den eigenen Ansprüchen gerecht wird. Entscheidend für den Erfolg eines solchen Vorhabens ist auch, dass alle weiteren Familienmitglieder, die davon betroffen sind, am selben Strang ziehen und bei der Entscheidung niemand übergangen wird.

Neben der Attraktivität von Job und Arbeitgeber sollte auch die Region etwas zu bieten haben. Nicht nur überfüllte Ballungsräume mit entsprechend hohen Mietpreisen können renommierte Unternehmen und Arbeitgeber vorweisen. Südwestfalen und vor allem der Märkische Kreis zum Beispiel gelten als eine der wichtigsten Industrieregionen des Landes. Alleine die 80.000-Einwohner-Stadt Lüdenscheid ist unter anderem Standort der Benseler-Firmengruppe, der ERCO Leuchten GmbH, der Hueck-Gruppe und vieler weiterer national und international agierender Unternehmen. Die Region profitiert zum einen von der Nähe zu Metropolen wie Düsseldorf und Köln und gilt zum anderen als das Tor zum Sauerland mit Naturlandschaften, Sehenswürdigkeiten, Wanderwegen, Skigebieten und anderen Freizeitmöglichkeiten, die zu jeder Jahreszeit einen aktiven Ausgleich zur Arbeit ermöglichen und so zum Einklang von Privat- und Berufsleben beitragen können.

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