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Wandfarben für Allergiker halten ihre Versprechen

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Weiße Wandfarbe enthält in der Regel Konservierungsstoffe, die für Allergiker problematisch sein können. Einige Hersteller haben daher ihre Rezeptur verändert. Foto: Franziska Gabbert

Allergiker reagieren auf Konservierungsmittel in weißen Wandfarben. Doch es gibt Alternativen. Die Zeitschrift "Öko-Test" hat im Labor untersucht, was die als konservierungsmittelfrei deklarierten Produkte taugen.

Köln (dpa/tmn) - Allergiker können sich auf weiße Wandfarben für Allergiker verlassen - das hat die Zeitschrift "Öko-Test" ermittelt. Das sollte keine Überraschung sein. Ist es aber, wenn man die Hintergründe kennt.

So findet sich zum Beispiel das Umweltzeichen Blauer Engel, auf das sich viele verlassen, auch bei emissionsfreien Farben für Innenwände, die Konservierungsstoffe enthalten dürfen. Das Problem: Eingesetzt werden häufig Isothiazolinone, auf die man allergisch reagieren kann.

Zwar gibt es seit kurzem eine neue Vergaberegelung für weiße matte Farben. Bis Ende 2020 gilt aber eine Übergangsregelung für die Hersteller, die ihre Rezepturen umstellen müssen. Das heißt: Verbraucher können anhand des Labels derzeit nicht erkennen, ob sie schon konservierungsfreie Farben kaufen oder nicht, erklärt "Öko-Test" (Ausgabe 5/2019).

Manche Farbenproduzenten deklarieren ihre Produkte aber mit Informationen wie "konservierungsmittelfrei" oder "für Allergiker". "Öko-Test" hat zehn dieser weißen Farben im Labor untersucht - mit meist sehr gutem Ergebnis. Neun Farben erhielten die Bestnote, darunter auch vier ohne das Label Blauer Engel.

Eine Innenfarbe fiel durch wegen falscher Informationen auf der Verpackung und schädlicher, in einem Fall auch verbotener Inhaltsstoffe.

Wenn Konservierungsstoffe fehlen, heißt das nicht, dass Wandfarben sich nicht noch eine Weile aufbewahren lassen. Sofern sie nicht verschmutzt sind, ist das aufgrund hoher pH-Werte möglich, erläutern die Experten der "Öko-Test". Damit gehen die Hersteller gegen Bakterien und Schimmelpilzen vor.

Das erklärt auch die im Schnitt etwas teureren Preise als bei Farben mit Konservierungsmitteln: Die Hersteller müssten davon freie Produkte mit höherem Aufwand und aus ausgewählten Rohstoffen herstellen, denn nicht alle vertragen einen hohen pH-Wert.

Blauer Engel zur Änderung der Vergabekriterien

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