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„An unsere jungen Nachbarn“: Anwohner macht sich über Müllproblem Luft und bekommt im Netz Gegenwind

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Von: Carina Blumenroth

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Volle Tonnen und Kartons, die nicht klein gemacht sind. Immer gibt es Ärger mit der blauen Papiertonne – einem Anwohner reicht es.

Im nachbarschaftlichen Miteinander gibt es immer wieder Reibereien und Streitigkeiten. Oft werden die so lange unter den Teppich gekehrt, bis dann ein größerer Knall kommt. Die Probleme sind unterschiedlich: Mal sind es schreiende Kinder in der Nacht, mal Wutausbrüche eines streitenden Pärchens – häufig werden die negativen Beispiele des Miteinanders dann geteilt. Erst machen sich entnervte Anwohnerinnen und Anwohner mit Zetteln Luft, die sie im Hausflur aufhängen. Dann landen die Briefe bei Instagram, wo sie viele Menschen erreichen. Der Instagram-Account notesofberlin teilt solche Briefe gerne.

Zu sehen ist eine blaue Papiermülltonne, die offen steht, weil zu viele nicht kleingemachte Pakete darin sind.
Immer Ärger mit der Papiermülltonne. Vor allem nicht kleingemachte Pakete sorgen für immer volle Tonnen. (Symbolbild) © Gottfried Czepluch/Imago

Müllproblem: Anwohner schießt gegen „junge Nachbarn“ – Ironie trifft auf Stereotype

Die Menschen bekommen immer mehr von unterschiedlichen Online-Shops zugeschickt. Das heißt vor allem, dass viele Kartons in den Müll wandern. Viele Häuser und Wohngemeinschaften haben unter anderem dafür eine blaue Tonne angeschafft. Die ist meist sehr schnell voll und es gibt immer einen Grund, sich aufzuregen. So geschehen wohl auch in einer Hausgemeinschaft in Berlin. Ein Anwohner sieht die Schuld für die überfüllten Tonnen vor allem bei den junge Menschen in seinem Haus. Mit rhetorischen, teils überspitzen Fragestellungen macht er seinem Ärger mittels Aushang Luft: „Wenn also größere Behälter für mehr Papier-Müll mehr Geld pro Abholung kosten, ist es dann schlau zu denken, dass die Jungs von der BSR (Berliner Stadtreinigung, Anm. d. Redaktion) den Berg auf der überfüllten Tonne einfach hinnehmen?“

Der gesamte Zettel trieft vor Ironie gepaart mit Stereotype über hippe junge Menschen in Berlin. Übertragen werden kann das aber auch leicht auf Menschen aus anderen Städten. Probleme mit der blauen Tonne kann es überall geben. „Außerdem müssen die die Tonne ankippen, damit sie rollt – und unser Weg zur Straße ist arg holperig... was wird da wohl passieren? Richtig!“ Passend dazu wurde auch auf Instagram ein Bild geteilt, auf dem der Papiermüll auf dem Wegesrand liegt.

„Das werden SIE nie kennenlernen“: Anwohner regt sich über junge Menschen auf

Schwere Arbeit ist laut dem Zettel nichts für junge Menschen, die ihr „Dinkelbrot bei Denn‘s kaufen“. Denn junge Menschen wüssten vielleicht gar nicht, „wo das Problem liegt“. Die Kritik an die, die das Papier nicht anständig entsorgen, wird in teils bösen Untertönen und einseitigen Formulierung durch die Blume mehr als deutlich. „Das werden SIE nie kennenlernen“, heißt es in dem Brief im Bezug auf die schwere Arbeit, die demnach nicht von jungen Menschen ausgeübt werde. Auch auf Instagram stoßen die Formulierungen auf Unverständnis.

„Wie herablassend kann man sowas schreiben“ – Instagram-User regen sich auf

Der Beitrag wird bei Instagram divers kommentiert, einige regen sich über die Formulierung auf, andere haben dagegen auch Probleme mit der blauen Tonne in ihrer Nachbarschaft. Auch, dass der Papiermüll in Berlin kostenpflichtig ist, finden einige ungewöhnlich. Die Kommentare, die sich über die Art der Formulierung aufregen, sind derzeit aber vermehrt lesbar. „Wer sowas schreibt, hat sich für jede sachliche Diskussion disqualifiziert, egal wie berechtigt die Kritik sonst sein mag“, regt sich ein Instagram-Nutzer auf. Einige Likes und ein Kommentar stimmen ihm bei seiner Einschätzung zu. In einem anderen Kommentar wird auch sehr deutlich, was ein User davon hält: „Wie herablassend kann man sowas schreiben“. Auf das Problem, nämlich die volle blaue Tonne, fokussieren sich wenige. Vor allem Kartons seien das Problem: „Naja, wenn man es nicht schafft, einen Karton auseinander zu falten... Dann passt das natürlich nicht in die Tonne“, schreibt eine Nutzerin.

Ein paar Kommentare springen eher auf den Zug auf, dass die jüngere Generation kritisiert wird und vergleichen den Brief mit der zulässigen Zeichenanzahl bei Twitter. Demnach sei der Brief zu lang: „Wieso denken die, dass die ‚jungs‘ sowas langes lesen werden? Das Ding ist ja länger als die 120 Zeichen.“ Egal, wie die Reaktionen bei Instagram auf den Zettel ausfallen, das Problem mit der Mülltonne wird sicherlich nicht von jetzt auf gleich gelöst werden können.

Auch Gegenstände im Hausflur sorgen in der Nachbarschaft immer wieder für Zoff. So wurde erst kürzlich eine verschobene Fußmatte zum Ärgernis. (cbl)

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