Gesundheitliche Mängel

Stiftung Warentest: Fast alle Spülmittel taugen nichts - Aldi-Produkt überzeugt jedoch

+
Zu unergiebig, zu wenig Reinigungskraft: Viele Spülmittel für die Handwäsche von Geschirr sind bei einem Test der Stiftung Warentest durchgefallen.

Das Handspülmittel ist Waffe gegen besonders hartnäckigen Schmutz auf Geschirr. Die Stiftung Warentest hat 26 Produkte getestet - mit bedenklichem Ergebnis.

Berlin - Nur zwei von 26 getesteten Spülmitteln schneiden in einer Überprüfung der Stiftung Warentest gut ab. Jedes dritte Produkt erzielt nur die Note "ausreichend", fünf sogar die Note "mangelhaft". Im vorderen Feld landen die Konzentrate.

Testsieger schneidet "Gut" ab - Aldi-Produkt überzeugt ebenfalls

Als Testsieger geht demnach das Konzentrat "Pril Kraft Gel Ultra Plus" mit dem Gesamturteil "Gut" (Note 1,6) hervor. Es überzeugte die Prüfer sowohl im Klarspültest als auch in seiner Ergiebigkeit.

Knapp dahinter lag im Test ein Produkt von Aldi-Nord, das "Akuta Original Konzentrat", welches mit 45 Cent je hundert Spülgänge etwas teurer ist als der Testsieger mit 64 Cent je hundert Spülgänge. Dafür gab es bei "Ergiebigkeit", "Klarspülen" und "Handhabung" ein paar Punkte Abzug, sodass es mit einer Note von 2,2 und dem Gesamturteil "Gut" abschnitt.

Warum haben viele Produkte so schlecht abgeschnitten?

Das geht vor allem auf die Unterpunkte Reinigen, Klarspülen und Ergiebigkeit zurück. Hier hagelte es im zweiten Drittel der Rangliste die Noten drei, vier und fünf. Getestet wurde zum Beispiel das Spülen mit Schwamm bei Ölmischungen, Pasta und Hähnchenpüree auf Edelstahlplatten, aber auch das Einweichen von angebranntem Grillfett, mit Müsli verklebten Schüsseln und eingetrocknete Nudelreste. Also alles schwieriger, aber alltäglicher Schmutz.

Aber es wurde auch eine ganze Reihe von Produkten wegen gesundheitlicher Mängel abgewertet: 19 der 26 Produkte enthalten das kritische Konservierungsmittel Methylisothiazolinon.

Warum führt das Konservierungsmittel zur Abwertung?

Für die Stiftung Warentest ist es ein Risiko für Allergiker. Das Mittel soll die Produkte vor dem Verkeimen schützen. Aber Allergiker können deswegen einen juckenden Ausschlag entwickeln, wenn sie das Produkt pur etwa zum Händewaschen verwenden, erläutert die Zeitschrift "test" (Ausgabe 9/2018).

Kein Problem sei der Stoff allerdings, wenn man ihn im Spülwasser verdünnt. Auch bei Nicht-Allergikern gebe es in der Regel keine Schwierigkeiten. Auffallend ist: Nur die beiden Testsieger und die insgesamt schlechtesten Produkte kommen ohne das Konservierungsmittel aus. Zu letzteren gehören die geprüften Öko-Spülprodukte.

Wie ergiebig sind die Spülmittel?

Das Testergebnis für diesen Punkt gibt ebenfalls fast die ganze Noten-Palette wieder. Grob lässt sich sagen: Die besten Produkte im Test sind mit rund 40 Tellern auch hier vorne - es handelt sich dabei aber durchgängig um Konzentrate. Zum Vergleich: Die durchgängig schlecht platzierten Ökoprodukte schaffen 15 Teller.

Gemessen wurde die Anzahl der Teller bis zu dem Zeitpunkt, an dem nicht mehr ausreichend Schaum zur Verfügung stand. Die Ergiebigkeit hat Auswirkungen auf den Preis pro Spülgang. Denn grundsätzlich gilt beim Spülen der Rat, das Wasser zu erneuern, wenn der Schaum in sich zusammenfällt. Darauf weist das Forum Waschen hin. Wie viel Spülmittel nötig ist, hängt von der Konzentration der Wirkstoffe im jeweiligen Produkt ab.

Lesen Sie hier: Diese Putz-Tipps mit Hausmitteln machen Ihre Spülmaschine garantiert sauber.

Was ist der Unterschied zwischen Konzentraten und normalen Spülmitteln?

Konzentrate haben einen höheren Anteil an waschaktiven Substanzen als herkömmliche Mischungen. Konzentrate werden mit zwei Millilitern pro fünf Liter Wasser dosiert, während es bei gängigen Spülmitteln vier Milliliter pro fünf Liter sind, erläutert das Forum Waschen.

Zu viel Spülmittel im Wasser - ob vom herkömmlichen Produkt oder vom Konzentrat - ergibt zu viel Schaum. An ihm bleiben Schmutzpartikel hängen, die sich wieder auf bereits abgespültes Geschirr übertragen. Daher rät das Forum Waschen auch, erst das Wasser in das Becken einzulassen und im Anschluss Spülmittel in der richtigen Dosierung hinzuzugeben.

Auch interessant: Dieser Fehler sorgt dafür, dass Ihre Spülmaschine nicht richtig wäscht.

dpa

Achtung: An diesen Stellen in der Wohnung wimmelt es nur so vor Keimen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare