Bis zu 65.000 Euro

Im Garten Schäden angerichtet? Dieses Tier dürfen Sie nicht töten – hohe Strafe!

Ein Maulwurf kann im Garten für verheerendes Chaos sorgen. Doch beseitigen sollte man das Tier nicht. Auch, weil das verdammt teuer werden kann.

Es ist ein Klischee, dass der Deutsche per se gerne mit der Nagelschere seinen Rasen perfektioniert. Doch dass der eigene Garten für viele ein gelebter Traum ist, den sie hegen und pflegen, ist Tatsache. Doch wehe, wenn da plötzlich ein Schädling sein Unwesen treibt und die grüne Gärtner-Idylle ins Chaos stürzt. Dann denkt der ein oder andere vielleicht auch über drastische Mittel nach. Doch bei einem Tier sollte man das laut echo24.de* auf gar keinen Fall tun. Denn: Es kann richtig teuer werden, es zu töten.

Tiere, die in Deutschland unter dem Bundesnaturschutzgesetz stehen, dürfen nicht getötet werden. Dazu zählt auch der Maulwurf. Er gilt als gefährdete Art. Es ist daher verboten, ihn im Garten brutal zu beseitigen. Weder Fortpflanzungs- noch Ruhestätten und auch nicht die kleinen Buddler selbst dürfen zerstört werden. Selbst wer eine Lebendfalle für Maulwürfe aufstellt, dem droht ein immenses Bußgeld. Denn die Tiere überleben darin - entgegen dem Namen - oft nicht.

Schädlinge im Garten: Wer dieses Tier tötet, riskiert horrendes Bußgeld

Wer einen Maulwurf im Garten hat, der will ihn in der Regel wieder loswerden. Nicht etwa, weil er wie diese Tiere in Deutschland gefährlich wäre. Doch zumindest aus Sicht einiger Menschen ist er auch nicht ganz harmlos. Denn wenn das Tier einmal angefangen hat, es sich unterhalb eines Rasens gemütlich zu machen, ist der so schnell nie wieder der Alte. Stattdessen können Gärtner dann eher braune Erdhügel als grüne Wiese bewundern.

Trotzdem ist der Maulwurf nicht ausschließlich als Schädling einzuschätzen. Die Tiere fressen Schnecken und können daher besonders in Gärten mit einer großen Schnecken-Plage Abhilfe schaffen. Zudem hat das Umgraben auch einen positiven Nebeneffekt: Die Erde wird auf natürliche Weise gelockert und belüftet. Menschen müssen dann nicht - wie bei der Bekämpfung des „gefährlichsten Tiers der Welt“, das sich ausbreitet*, unbedingt notwendig - aktiv werden.

Maulwurf: Töten in Deutschland unter Strafe verboten

Wer einen Maulwurf dennoch nicht als Nachbarn wünscht, der sollte aber keinesfalls zu drastischen Methoden greifen. Nicht nur, weil der Insektenfresser - wie auch dieses Tier, das gerade erst bei einer unwissenden Wanderin für eine heftige Gift-Reaktion* sorgte - unter Naturschutz steht. Auch, weil das Töten des Tieres unfassbar teuer werden kann. Grund sind die als Strafe festgelegten Bußgelder. Laut bußgeldkatalog.org unterscheiden sich diese zwar in den einzelnen Bundesländern - sind aber oft extrem hoch.

Maulwürfe dürfen in Deutschland nicht getötet werden.

Den niedrigsten Satz zahlt man demnach in Rheinland-Pfalz. Hier werden 5.000 Euro fällig, wenn man einen Maulwurf tötet. 10.000 Euro sind es im Saarland, 20.000 Euro in Mecklenburg-Vorpommern. Die meisten Bundesländer liegen aber deutlich darüber: 50.000 Euro fallen hier an. Am höchsten ist der Satz laut Bußgeldkatalog in Brandenburg. Hier stehen sogar 65.000 Euro Strafe an.

Maulwurf im Garten: So vertreiben Sie ihn mit sanften Methoden

Vertreiben darf man einen Maulwurf natürlich dennoch aus dem eigenen Garten. Allerdings muss man dafür auf sanfte Methoden zurückgreifen und meist etwas Geduld mitbringen. Maßnahmen können zum Beispiel sein:

  • Maulwurf „nerven“: Ebnen Sie die Hügel schnellstmöglich wieder vorsichtig ein oder wässern Sie sie ordentlich. Bei beidem kommt der gute Schwimmer nicht zu Schaden, muss aber deutlich mehr tun, um sein Gangsystem wieder aufzubauen. Manche Tiere haben darauf irgendwann schlicht keine Lust mehr und verziehen sich in ein ruhigeres Gebiet.
  • „Schlechte“ Gerüche: Wenn der Maulwurf den Garten schlichtweg nicht mehr riechen kann, soll dies eine Methode sein, um ihn dauerhaft verbannen zu können. Verwenden kann man dazu leere Alkoholflaschen, sauer Milch oder Knoblauch. Leere Flaschen mit der Öffnung voran oder einige Zehen einfach in die Hügel stecken.
  • Lärm oder Erschütterung: Leere Flaschen können auch einen weiteren Effekt haben. Denn der Wind sorgt in ihnen für einen fiesen Pfeifton, den Maulwürfe nicht leiden können. Ebenso hilft auch regelmäßiges Rasenmähen - und zwar nicht mit der Nagelschere. Denn bei schwerem Gerät spüren die Tiere auch die Vibrationen und verziehen sich dann.

Wer von Beginn an alles richtig machen will im eigenen Garten, sollte nicht nur auf einige hochgiftige und sogar tödliche Pflanzen verzichten, sondern auch gar nicht erst gegen Maulwürfe sprichwörtlich ins Feld ziehen. Dafür kann man unter der Wiese ein engmaschiges sogenanntes Sperrgitter legen.

Ist der Rasen einmal gewachsen, ist das Gitter nicht mehr zu sehen. Dafür für den Maulwurf aber deutlich zu spüren. Die Tiere können dann nämlich keine Hügel aufschütten. Problem gelöst - und zwar ohne Mord und Bußgeld. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt/dpa

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