Tipps gegen die Insekten im Haus

Marienkäfer-Plage? Warum uns die kleinen Glücksbringer im Herbst geradezu überfallen

In diesen Tagen finden wir oft ganze Schwärme von Marienkäfern an Hauswänden und Fensterrahmen. Eine Plage? Nein, die Käfer haben einen guten Grund.

Hamm - Er ist ein Symbol des Glücks und für den Garten-Freund ein sehr nützlicher Schädlingsbekämpfer: der Marienkäfer. Jeder kennt die kleinen gepunkteten Insekten - wenn auch je nach Region unter verschiedenen Namen. Im Oktober, wenn die kälteren, nassen Tage den Sommer endgültig abzulösen drohen, entdecken wir Jahr für Jahr dasselbe Phänomen: In großen Schwärmen sitzen die Marienkäfer an unseren Hauswänden. Doch was haben sie vor?

NameMarienkäfer
Wissenschaftlicher NameCoccinellidae
OrdnungKäfer
KlasseInsekten (Insecta)

Marienkäfer-Plage 2020? Warum uns die kleinen Glücksbringer im Herbst so überfallen

Normalerweise trifft man Marienkäfer nicht so häufig an. Man sieht ihn öfter auf Glückwunschkarten oder Briefmarken als in der freien Natur. Die Freude ist umso größer, wenn sich mal eines der gepunkteten Tierchen beispielsweise auf unseren Arm verirrt. Schließlich gilt der Marienkäfer ähnlich wie das Kleeblatt als Glückssymbol.

Im Herbst trifft man die kleinen Insekten aber plötzlich sehr häufig an - und meist auch noch in ganzen Schwärmen. Tippt man aktuell in die gängigen Internet-Suchmaschinen das Wort „Marienkäfer“ ein, taucht bei den Vorschlägen direkt als erstes das Wort „Plage“ auf. So scheint es den meisten vorzukommen wie eine Plage im Corona-Jahr 2020. Dabei sind die kleinen Tiere einfach nur auf der Suche nach einem geeigneten Winterquartier.

Marienkäfer an unseren Hauswänden: Nabu erklärt das Phänomen

„Alle Marienkäfer nutzen die letzten Sonnentage, um sich auf ihre Wanderungen in wärmere Regionen Europas zu begeben oder sich hier Überwinterungsplätze zu suchen“, erklärt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) auf seiner Internetseite. Der Marienkäfer mache es sich für den Winter am liebsten in Hohlräumen gemütlich, etwa in Mauerritzen oder Rollladenkästen. Aber auch abgestorbenes Holz, Moosdecken, Gräserbüschel und Ritzen in Steinhaufen sind geeignete Winterquartiere, wie auch Ruhr24.de* berichtet. In ihrem Quartier bleiben die Käfer dann bis zum nächsten Frühjahr und verfallen in eine Kältestarre.

Wenn wir also die Marienkäfer in Schwärmen an unseren Hauswänden entdecken und sie am nächsten Tag womöglich schon wieder weg sind, haben wir sie bei einer Pause gesehen. „Krabbeln sie dabei durch offene Fenster in unsere Wohnungen, so geschieht dies eher zufällig“, erklärt der Nabu.

So können Sie sich gegen Marienkäfer in der Wohnung schützen

Wer auf die kleinen Glücksbringer in der Wohnung verzichten kann, sollte am besten Fliegengitter an die Fenster anbringen. Im Internet finden sich auch noch weitere Tipps, berichtet 24garten.de*. So sollen bestimmte Düfte die Marienkäfer von der Wohnung fernhalten. Helfen sollen zum Beispiel Lorbeerblätter, Lavendel und Vanille, entsprechende Öle könnten im Fensterrahmen oder getrocknete Lavendel-/Lorbeerblätter auf der Fensterbank verteilt werden.

Es gibt laut Nabu allein in Deutschland 70 verschiedene Arten von Marienkäfer, weltweit sogar 4.500. Hier zu sehen: der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis) und Zweipunkt-Marienkäfer.

Die hier heimische Marienkäfer-Art heißt Coccinella septempunctata oder auch Siebenpunkt-Marienkäfer. Und wegen seiner sieben schwarzen Punkte auf dem Rücken hat er sich auch als Glückssymbol etabliert. Die Zahl Sieben gilt nämlich schon immer als Glückszahl und mystische Zahl.

Asiatischer Marienkäfer vertreibt heimischen Siebenpunkt-Marienkäfer

Aber die Marienkäfer, die wir im Herbst in Schwärmen an unseren Hauswänden antreffen, stammen selten von der hier heimischen Art. Laut Nabu verbreitet sich immer häufiger und inzwischen bundesweit der aus Asien stammende Harlekin Marienkäfer Harmonia axyridis.

„Er wird im gewerbsmäßigen Gartenbau gezielt zur biologischen Schädlingsbekämpfung in Gewächshäusern eingesetzt. Vor einigen Jahren hatten sich erste Exemplare in die freie Natur abgesetzt, heute ist der Harlekin dank seiner enormen Vermehrungsfreudigkeit vielerorts bereits häufiger als die alteingesessenen Marienkäferarten“, so der Nabu.

Die schwarz gepunkteten Käfer können von fast völlig orangerot bis fast völlig schwarz gefärbt sein. Die meisten Exemplare haben insgesamt neunzehn schwarze Punkte auf den Flügeldecken. - *ruhr24.de und 24garten.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Stefan Sauer dpa/lnw

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