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Garten klimafreundlich gestalten: So einfach geht es

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Von: Malin Schneider-Pluppins

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Rasenmähroboter im Garten
Mähroboter sind praktisch, aber nicht ungefährlich. © Soeren Stache/dpa

Staubwüste statt Rasen, Trockenblumen statt üppigem Grün – da hilft nur den Garten zu bewässern. Oder? Stimmt nicht: Mit ein paar Tricks kann der eigenen Garten zum Klimaretter umgestaltet werden

Dortmund – Ein Blick auf den Rasen verrät bereits viel: Wo sich im Sommer statt saftigem Grün braune Ödnis breit macht, hat es in der Regel viel zu wenig geregnet. Die Trockenheit der vergangenen Sommer macht nicht nur den Wäldern, sondern auch den heimischen Gärten zu schaffen, berichtet RUHR24*. Doch auch Stürme, Starkregen und schneefreie, milde Winter zeigen, dass sich das Klima im Wandel befindet. Zeit, den Garten daran anzupassen.

Stress für Pflanzen vermeiden: Klimafreundliche Gärten passen sich geschickt an

Denn während es an einigen Sommertagen so heiß ist, dass die Gärten vertrocknen, ertrinken die Pflanzen und Beete an anderen Tagen in ungeahnten Wassermassen. Vor allem Trockenheit und Hitze bedeutet für einige Pflanzen Stress. Andere hingegen kommen gut mit den höheren Temperaturen zurecht.

Und so gilt es den Garten durch kleinere Umstellungen nicht nur auf Herbst oder Winter vorzubereiten*, sondern auch an die neuen Witterungsbedingungen. Wer seinen Garten mit ein paar Tricks geschickt dem Klima anpasst, schafft auch für sich selbst kühle und grüne Oasen für den Sommer – und einen Outdoor-Bereich, der robust dem Klimawandel trotzt.

Klimafreundlicher Garten: Den Boden Wasser speichern lassen

Pflanzen brauchen Wasser. Besonders wenn nur sehr wenig Regen fällt, bleibt oft nur die künstliche Bewässerung. Doch die sollte besonders in trockenen Jahren nur dann genutzt werden, wenn es unbedingt nötig ist. Bevor also der Griff zum Gartenschlauch unausweichlich wird, gibt es einige andere Tricks, die helfen.

So ist zum Beispiel Humus ist nicht nur ein optimaler Dünger für Pflanzen, er hilft auch dabei, den Boden zu verbessern, indem er Wasser speichert und bei Bedarf langsam wieder an die Pflanzen abgibt. Ein weiterer positiver Effekt: Laut NABU helfen Bodelebewesen, welche Kompostabfälle in Humus verwandeln, dabei, Kohlendioxid zu speichern (mehr Garten-Themen* bei RUHR24).

Garten klimafreundlich gestalten: Widerstandsfähige Pflanzen nutzen

Viele Pflanzen sind an den Boden der Region und die herrschenden Klimaverhältnisse der Region angepasst. Einige kommen zudem auch mit den veränderten Bedingungen gut zurecht und passen sich weiter dem Klimawandel an. Deshalb gilt es klug zu wählen, welche Pflanzen in dem eigenen Garten gepflanzt werden.

Rasenmähroboter im Garten
Mähroboter sind praktisch, aber nicht immer muss der Rasen perfekt getrimmt sein.. © Soeren Stache/dpa

Denn während manche Pflanzen darauf angewiesen sind, vom Menschen mit ausreichend Wasser versorgt zu werden, kommen viele Arten mit dem aus, was natürlicherweise vorhanden ist. Das spart nicht nur Wasser, sondern auch Zeit. Katzenminze, Thymian oder Lavendel, verbreiten zudem einen herrlichen Duft oder verleihen dem Garten Farbe.

Dem Klimawandel trotzen: Ein Garten voller Abwechslung und Vielfalt

Statt Gemüse, Kräuter und Blumen in getrennten Beeten zu pflanzen, wachsen viele Pflanzen lieber gemeinsam. Dabei profitieren einige Sorten regelrecht voneinander, weil sie Schädlinge voneinander fernhalten oder unterschiedliche Nährstoffe verwerten. Mischkulturen sind demnach klar im Vorteil.

Video: Garten: Tipps und Tricks - Blumen, Unkraut und Insekten-Bekämpfung

Das gilt nicht nur für das einzelne Beet, sondern gleich für den gesamten Garten: Bäume, Sträucher und Bodendecker wachsen laut NABU am liebsten gut durchmischt. Pflanzen, die Hitze gut ertragen und wenig Wasser verdunsten, können so empfindlicheren Pflanzen Schatten spenden. Pflanzen, die mehr Wasser verdunsten, spenden jedoch gerade nachts angenehmen Kühle – dürfen sich tagsüber aber im Schatten der hitzeresistenten Pflanzen verstecken.

Klimafreundlich bewässern: Regenwasser für den Garten nutzen

Sollte es doch so heiß und trocken sein, dass eine Bewässerung notwendig wird, ist es besser, dafür gesammeltes Regenwasser zu nutzen, als das Wasser aus der Leitung zu nehmen. Dazu können Regenfässer im Garten aufgestellt werden, die über Regenrinnen an Garagen- oder Hausdächern gespeist werden.

Wer genug Platz in seinem Garten hat, kann sogar mehrere Regenfässer über Rohrleitungen miteinander verbinden und so viele Liter Wasser sammeln, die anschließend zu Bewässerung genutzt werden können. Eine Teichpumpe in oder ein Wasserhahn an der Regentonne machen es einfach, das Wasser zum Gießen zu nutzen. Wer Lust hat, kann auch einen Teich anlegen, in dem Regenwasser gesammelt wird, schlägt der NABU vor. Der Teich könne dann zudem von vielen Tieren als Tränke genutzt werden.

Klimaschutz und Artenschutz im Garten kombinieren: einfach unperfekt Gärtnern

Unebene Gärten, mit Senken und Hügeln machen den Anfang: Statt den Garten möglichst flach anzulegen, sollte das Profil laut NABU besser leicht wellig sein. Auch das hilft gegen Austrocknung und Überschwemmung: Von den Hügeln fließt das Wasser in die Senken, wo es sich sammeln und versickern kann.

Laubhaufen mit Harke, Gartenarbeit im Herbst
Gartenarbeit im Herbst: Das zusammengekehrte Laub einfach mal liegen lassen – die Igel freuen sich. © picture alliance/Martina Raedlein

Doch mit einem unebenen Garten ist es nicht genug der „Unordnung“. Dichte Hecken spenden nicht nur Schatten, sie sind für viele Tiere auch ein schöner Rückzugsort. Vögel können hier nisten, Igel sich verstecken. Auch abgeschnittenes Holz oder Reisig, welches im Garten liegen bleibt, bietet vielen Tieren einen Unterschlupf.

Gleiches gilt für den Rasen. Perfekt getrimmtes Grün bietet gerade Insekten kaum Nahrung. Wer jedoch Klee oder Wildblumen sprießen lässt, kann Hummeln, Bienen und Schmetterlinge bald durch seinen Garten brummen sehen. Zudem können Kornblumen, Malven oder Wicken zu schönen Farbklecksen im Garten werden.

Klimafreundlicher Garten: Freiheit für die Böden

Auch wenn es pflegeleicht ist: Auf Schottergärten, lückenlos gepflasterte oder andere versiegelte Böden im Garten sollte verzichtet werden. Denn nur, wenn Gartenböden unbefestigt sind, kann das Regenwasser versickern und zurück ins Grundwasser gelangen. Das gilt besonders an Tagen, an denen große Mengen Niederschlag in kurzer Zeit fällt.

Zudem bietet ein unbefestigter Boden laut NABU einen weiteren Vorteil: Ist es im Sommer heiß, führt verdunstendes Wasser aus der feuchten Erde zu angenehm kühlenden Effekten. Der Garten wird so zu einer kühlen Oase mitten im heißesten Sommer.

Für das Klima: Auf Schottergärten verzichten

Ein Schottergarten hingegen speichert die Wärme des Tages über einen langen Zeitraum. Da auch Regenwasser schnell abfließt und nicht verdunsten kann, entsteht keine kühlende Wirkung. Gerade im Sommer wirken sich Schottergärten dadurch sehr ungünstig auf das Klima in Städten aus und treiben die Temperaturen weiter in die Höhe, besonders weil es nachts kaum einen Abkühlungseffekt gibt.

Übrigens: Eine Schotterwüste ist nicht dasselbe wie ein traditioneller Steingarten, in dem Pflanzen wachsen können, die an trockene Gegebenheiten und viel Sonneneinstrahlung angepasst sind. Laut Marktspiegel geht es in einem Steingarten darum, den Garten so anzulegen, dass in ihm Pflanzen wachsen können, die gut an trockene Klimate angepasst sind. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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