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Grünkohl erst nach dem ersten Frost ernten – Stimmt diese Weisheit wirklich?

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Von: Franziska Kaindl

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Eiskristalle liegen nach einer frostigen Nacht auf Grünkohlpflanzen auf einem Feld eines landwirtschaftlichen Betriebes.
Grünkohl soll nach dem ersten Frost am besten schmecken. © dpa/Holger Hollemann

Immer hört man die Weisheit, dass Grünkohl erst nach dem ersten Frost gegessen werden soll. Aber woher kommt sie und stimmt sie wirklich?

Seit jeher sollen Bauernregeln und Gartenweisheiten Landwirten und Hobbygärtnern dabei helfen, ihr Land möglichst ertragreich zu bewirtschaften. Bei der Gartenarbeit gilt zum Beispiel die uralte Regel: Grünkohl* wird erst nach dem ersten Frost geerntet und gegessen. Aber schmeckt Grünkohl bei späterer Ernte wirklich besser oder ist das nur ein Trugschluss?

Grünkohl erst nach dem ersten Frost ernten: Das steckt dahinter

Ernten Sie Ihren Grünkohl auch immer erst, wenn es schon gefrostet hat? Dann sollen Stärke und Bitterstoffe nämlich in Zucker umgewandelt werden, so eine altbekannte Regel. Dass derartige Weisheiten auch mal mit Vorsicht zu genießen sind, darauf weist nun die Gartenakademie Rheinland-Pfalz hin. Denn oft stammen sie aus Regionen oder Zeiten, in denen die klimatischen Verhältnisse noch ganz anders sind bzw. waren.

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Bezüglich des Grünkohls gibt es aber tatsächlich einen wahren Kern: Der Frost selbst spielt laut Gartenakademie zwar keine Rolle, doch eine Periode mit bestimmten, niedrigen Temperaturen tut es sehr wohl – dazu reichen schon Temperaturen knapp über null Grad. Denn dann führen Veränderungen in den Stoffwechselvorgängen dazu, dass weniger Stärke produziert wird. Die Photosynthese findet aber weiterhin statt, sodass Glukose gebildet wird. Weniger Stärke, dafür mehr Zucker – das sorgt für eine Verringerung der Bitterstoffe und damit zu einer stärkeren Süße des Grünkohls. Dasselbe trifft im Übrigen auch auf Rosenkohl zu.

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Grünkohl einfrieren oder über mehrere Fröste draußen lassen – Was passiert?

Wer aber glaubt, mit einem tiefgefrorenen Grünkohl einen besonders milden Geschmack zu bekommen, der täuscht sich – diese Prozesse finden nur an einer lebenden Pflanze statt. Wer seinen Grünkohl also lange genug im Garten lässt, erhält einen besseren Geschmack. Ebenso wenig macht es der Pflanze etwas aus, wenn sie über mehrere Fröste hinweg in der Erde verbleiben muss. Die Erntezeit des Grünkohls liegt in der Regel zwischen Oktober und Dezember – manchmal sogar bis in den Januar oder Februar hinein. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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