Naturprodukt

Darum hat Gallseife als Hausmittel noch lange nicht ausgedient

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Zuerst mit Gallseife bearbeiten und dann in die Waschmaschine - so werden Sie Flecken in der Kleidung garantiert los.

Gallseife ist ein altbewährtes Hausmittel zur Fleckenentfernung, das etwas in Vergessenheit geraten ist - seine Reinigungswirkung jedoch ist immer noch beachtlich.

Bei Gallseife weiß jeder sofort was gemeint ist: Eine Seife, die zum Entfernen von Flecken in der Kleidung genutzt wird. Nach und nach wurde die Seife von Produkten in der Drogerie abgelöst - was aber seine Reinigungswirkung nicht vermindert. Was Sie über Gallseife wissen sollten und wo sie sich anwenden lässt, erfahren Sie hier.

Was steckt in der Gallseife?

Gallseife ist ein natürliches Produkt aus Kernseife und Rindergalle, welches als Fleckenentferner bekannt ist. Diese Eigenschaft hat die Gallseife vor allem der enthaltenen Rindergalle zu verdanken, welche mit ihren Salzen und Säuren, die das Tier zur Verdauung benötigt, Fett- und Eiweißflecken verblassen lässt.

Auch farbstoffhaltige Verschmutzungen durch Öl, Blut, Milch, Ketchup, Obst und Gemüse können laut der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) mit Gallseife gelöst werden. Aufgrund ihrer Inhaltstoffe gehört sie zu den umweltschonenden Hausmitteln. Gallseife gibt es sowohl als Seifenstück als auch flüssig.

Gibt es vegane Gallseifen?

Da die handelsübliche Gallseife mit Rindergalle hergestellt wird, handelt es sich offensichtlich um kein veganes Produkt. Allerdings haben sich einige Hersteller bereits der Aufgabe angenommen, vegane Gallseifen herzustellen, die mit pflanzlichen Stoffen die Molekülverbindungen aus der Rindergalle nachbilden.

Gallseife zur Fleckenentfernung: So funktioniert es

Gallseife wirkt am besten, wenn sie ohne Verzögerung benutzt wird und der Fleck noch frisch ist. Die Anwendung ist dabei denkbar einfach: Feuchten Sie den Fleck etwas an und reiben Sie diesen mit der Gallseife ein. Anschließend lassen Sie die Seife einige Minuten lange einwirken, bevor Sie die betroffene Stelle mit lauwarmen Wasser ausspülen oder das Kleidungsstück gleich in die Waschmaschine geben.

Besonders gut wirkt Gallseife übrigens auf weißer Kleidung. Geht es also darum, Schweißflecken oder gelbe Ränder von Hemdkragen oder T-Shirts zu entfernen, ist Gallseife meist die Lösung. Hat es beim ersten Mal nicht funktioniert, können Sie es auch mehrmals probieren.

Achtung: Darum sollten Sie Gallseife nicht bei Leder anwenden

Gallseife kann fast überall angewendet werden - selbst auf Teppichen und Sofas, die nicht ausgespült werden können. Hier benutzen Sie einfach ein Stück Küchenkrepp, um die Flecken abzutupfen. Nur bei Leder sollten Sie das Naturprodukt nicht verwenden: Es könnte sich dabei verhärten.

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Gallseife zur Hautpflege: Darum ist das keine gute Idee

Da es sich bei Gallseife um ein natürliches Produkt handelt, dass ohne Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffe auskommt, würden sie manche gerne auch als Handseife verwenden. Allerdings ist das laut Dr. Ernst Tabori, Direktor des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene des Universitätsklinikums Freiburg (BZH), keine so gute Idee.

Dem Portal T-Online erklärt er: "In der Galle sind Salze der Gallensäuren enthalten, welche vor allem die Verdauung fördern und wasserunlösliche Nahrungsmittelbestandteile emulgieren, also wasserlöslich machen. Das natürlicherweise leicht saure Hautmilieu wird durch Seife gestört, da zum Beispiel Kernseife einen basischen pH-Wert von 8,5 bis 9,0 hat und dazu die Haut entfettet. Kommen hier noch die emulgierenden Gallensalze hinzu, kann von einer hautschonenden Reinigung keine Rede sein. Gallseife ist für die Entfernung von Fett- und Eiweißflecken aus Textilien entwickelt worden und ebenso wenig wie die Gallensäure für die Hautpflege vorgesehen."

Gallseife werde zudem nicht auf Hautverträglichkeit getestet, da das Produkt nicht dafür gedacht sei. Um also keine Allergien oder Hautreizungen zu riskieren, sollten Experimente an der eigenen Haut unterlassen werden.

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