Fragen und Antworten

Etwas für versierte Heimwerker: Fliesen richtig verlegen

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Welcher Kleber für die Fliesen gewählt werden, hängt vom Estrich in dem Raum ab. Foto: Markus Scholz/dpa-tmn

Allen Trends zum Trotz: Fliesen sind nach wie vor das Material für Böden und Wände im Bad und in der Küche. Viele Heimwerker machen sich gerne selbst ans Verlegen. Die wichtigsten Fragen zum Thema.

Köln/Berlin (dpa/tmn) – Fliesen sind beliebt, weil sie pflegeleicht und robust sind. Wer sie selbst verlegen will, sollte ein versierter Heimwerker sein oder vorher einen Kurs besuchen.

Denn der Teufel steckt beim Fliesen im Detail: "Ein absolut glatter Untergrund, passender Kleber und Spachtelmasse sowie ein harmonisches Fugenbild - das sind die Schlüssel für ein schönes Ergebnis", sagt Robert Raschke-Kremer, Trainer an der DIY Academy in Köln.

Was ist meine erste Aufgabe?

Zunächst muss der Untergrund mit einer Ausgleichsmasse aufgespachtelt werden. Eine plane Fläche ist nötig bei Innenraumfliesen, die in der Regel im Dünnbettverfahren auf den Untergrund kommen. "Das sollte unbedingt mit einer Wasserwaage oder einer Richtschiene kontrolliert werden", betont Raschke-Kremer.

Wo beginnt man beim Fliesenlegen?

Grundsätzlich beginnt man mit dem Verlegen in der Mitte der Wand oder des Bodens. Zusätzlich wird mittig eine Linie von oben nach unten gezogen. Dazu markiert eine waagerechte Linie den Beginn der ersten Fliesenreihe. "Man arbeitet von der Mitte aus zuerst auf einer Seite von oben nach unten, dann ist die andere Seite dran", erklärt Raschke-Kremer. Sein Tipp: Auf Symmetrie und einen harmonischen Gesamteindruck achten. "Wichtig ist, dass an den Ecken und Rändern keine kleinen Fliesenschnitte eingesetzt werden, das wirkt unruhig." Am Rande sollten Stücke von mindestens halber Fliesenbreite liegen.

Welcher Kleber eignet sich?

Leider steht auf der Verpackung der Fliesen nicht, welcher Kleber sich für sie eignet. "Das richtet sich nach der Beschaffenheit des Untergrunds, dem Material und dem Einsatzbereich der Fliese", fasst Raschke-Kremer zusammen. "Je dichter der Feinstein, desto höher muss der Kunststoffanteil im Kleber sein." Das wäre dann ein Flexkleber, der sich auch für Beläge eignet, die thermischen Schwankungen etwa am Boden unter Panoramafenstern mit starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Sonst reißt der Kleber irgendwann, und die Fliesen werden locker. "Bei sehr großen Temperaturunterschieden müssen sogar Entkopplungsbahnen zwischen Untergrund und Fliese eingebracht werden", erklärt Raschke-Kremer.

Ist der Kleber auch fürs Badezimmer gut?

Das hängt von der Art des Estrichs ab. "Denn je nach Bindemittel – Zement oder Anhydrit – und Fußbodenheizung - ja oder nein - muss ein passender Kleber ausgesucht werden", erklärt Udo Schumacher-Ritz vom Verein zur Qualitäts-Controlle am Bau. Im Neubau wird meist Zement- und Anhydritestrich verwendet, bei Renovierungen Trockenbauplatten.

Welches Fugenmaterial sollte ich auswählen?

Bei einem flexiblen Kleber braucht man auch eine flexible Fugenmasse, damit die gewünschte Funktion erhalten bleibt. Sonst kann es passieren, dass sich später Risse in der Fuge bilden. "Ganz wichtig ist, die Übergänge zwischen Boden und Wand mit Silikonfugen schalltechnisch entkoppelt auszuführen", sagt Raschke-Kremer.

"Im Bad ist ein Abdichtungssystem im Spritzwasserbereich notwendig. Das bietet an bestimmten Flächen, an der Wanne oder in der Dusche zusätzlichen Schutz gegen Feuchtigkeit", erklärt Schumacher-Ritz. Beim Fliesen bodentiefer Duschen muss auch der Boden extra gegen Feuchtigkeit isoliert werden. In Nasszellen brauchen die inneren Ränder zwischen Wand und Boden ein Dichtungsband. Und die Übergänge der Rohre für Kalt- und Warmwasser erhalten Manschetten.

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