Scheren, Bürsten, Kauknochen

Die richtige Fell- und Zahnpflege für jeden Hund

Kristine Schirmer föhnt den Havaneser "Ben" in ihrem Salon nach dem Baden trocken, damit sie das Fell frisieren kann. Foto: Frank Rumpenhorst

Havaneser haben ein Nebenhaar, das sehr lange wird. Da das Haar leicht verfilzen kann, ist regelmäßiges Bürsten und Schneiden das A und O. Foto: Frank Rumpenhorst

Gibt dem Hundefell den richtigen Schnitt: Kristine Schirmer bei der Arbeit in ihrem Salon. Foto: Frank Rumpenhorst

Kristine Schirmer ist Inhaberin des Hundesalons "Gordon" im hessischen Wiesbaden. Foto: Frank Rumpenhorst

Astrid Behr ist Sprecherin des Bundesverbands Praktizierender Tierärzte. Foto: bpt

Mit einer speziellen Drahtbürste kommen Halter gut durch dickes Hundefell. Foto: Frank Rumpenhorst

Bei Hunden ist die ideale Fellpflege abhängig von der Rasse. Manch einer darf geschoren, andere sollten nur gebürstet werden. Immer gilt es, die Schutzfunktion von Haut und Haar zu erhalten. Auch die Zähne wollen gepflegt werden. Aber reichen Kauknochen aus?

Wiesbaden (dpa/tmn) - Das Fell schützt Hunde vor Dreck, Sonne, Kälte oder Wasser: Aber wie viel Pflege vertragen die Tiere dabei? Je nach Rasse haben Hunde entweder eine, zwei oder drei Fellschichten.

Hunde, die mehr als eine Fellschicht haben, sollten auf keinen Fall geschoren werden, erklärt Kristine Schirmer, Inhaberin des Hundesalons "Gordon" in Wiesbaden. "Beim Scheren werden die Deckhaare mit entfernt", erläutert Astrid Behr, Sprecherin des Bundesverbands Praktizierender Tierärzte.

"Wächst das Fell wieder nach, verdrängt die Unterwolle das Deckhaar, und die Schutzfunktion des Fells geht verloren." Die Hunde könnten dann leichter einen Sonnenbrand bekommen, sagt Tierschutzbund-Sprecherin Anna Knorpp. Die Haarlängen dürfen laut Schirmer jedoch mit einer Schere gekürzt werden.

Havaneser, Bolonka, Malteser und langhaarige Hütehunde wie Bobtails oder Briards haben ein Nebenhaar, das fast bis in die Längen mitwächst. "Zwischen dem Welpenalter und dem erstem Jahr liegt ein großer Fellwechsel, da verfilzt das Haar stark", sagt Schirmer. Deshalb müssen Halter gerade diese Hunde früh darauf trainieren, längeres Bürsten geduldig zu ertragen. "20 Minuten am Stück sollten möglich sein."

Für Kurzhaarhunde wie Dalmatiner, Möpse und Doggen, die ebenfalls Fell abwerfen, gibt es spezielle Noppenhandschuhe. Sie helfen, die kleinen, piksenden Haare aufzusammeln. "Die dienen gleichzeitig der Massage und fördern die Durchblutung", sagt Behr.

Bei Pudeln, Bichon oder Wasserhunden ist eine Schur erlaubt, sagt Schirmer. Sie rät dennoch, das Haar nicht zu stark zu kürzen. Pudel-Mischlinge wie Goldendoodle und Labradoodle sollten regelmäßig gebürstet werden.

Generell sollten Hundehalter das Fell nicht in nassem Zustand bürsten. "Das macht die Elastizität des Haares kaputt", warnt Schirmer. Zu dreckig darf der Hund aber auch nicht sein, weil der Schmutz dann auf der Haut kratzt.

Der pH-Wert der Hundehaut ist mit durchschnittlich 7,5 um einiges höher als beim Mensch (5,5). Deshalb sollte ein Hundeshampoo verwendet werden, das pH-neutral ist. Shampoos für Menschen haben einen zu niedrigen pH-Wert, sind also zu sauer. Sie zerstören den Säureschutzmantel der Hundehaut. Verfilzt das Fell schnell, erleichtert ein Conditioner nach dem Shampoonieren die Fellpflege. "Shampoo und Conditioner müssen gut mit klarem Wasser ausgespült werden", rät Behr.

Vor allem nach einem Spaziergang durchs Gras oder im Wald sollte das Fell auf Zecken abgesucht werden. Der Vorteil: Wer seinen Hund regelmäßig kämmt und untersucht, kann ihn bei der Gelegenheit genau betrachten und etwa Verletzungen oder Schwellungen entdecken. Dabei sollten auch die Zähne nicht zu kurz kommen.

Der Deutsche Tierschutzbund legt Haltern nahe, ihren Hund an die tägliche Zahnpflege zu gewöhnen. "Es gibt sogar Hundezahnpasta mit Enzymen, die Plaque lösen", sagt Behr. Sollte das Tier bereits erwachsen sein, könne es auf speziellen Knochen oder Sticks herumkauen, erklärt Knorpp. Einer pro Tag reicht dabei.

"Macht man all das nicht, mineralisiert die Plaque, und es entsteht Zahnstein. Das Zahnfleisch entzündet sich, und der Hund kann im schlimmsten Fall vor Schmerzen nicht fressen", sagt Knorpp. Deshalb sollte sich einmal im Jahr ein Tierarzt das Gebiss anschauen und gegebenenfalls Zahnstein entfernen.

Blog-Beitrag Kristine Schirmer zur Fellpflege

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