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Mit Click und Stick Welli und Papagei dirigieren

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Clickertraining
Ein Clickertraining basiert auf dem Prinzip Belohnung. Dazu sollte zuvor herausgefunden werden, was ein Leckerbissen für den Vogel ist. © Alexander Heinl/dpa-tmn

Soll ein Papagei oder Sittich auf Kommando auf die Hand klettern? Die Krallen ohne Angst geschnitten bekommen? Oder ein bestimmtes Verhalten abstellen? Dann kann Clickertraining zum Erfolg führen.

Frankfurt/Main - Clickertraining gibt es für Hunde und Katzen schon lange. Aber auch Papageien und Sittiche können durch die Methode zum Beispiel lernen, auf ein Kommando hin auf die Hand zu kommen oder mit dem Beißen aufzuhören.

„Clickertraining eignet sich, um Vertrauen zwischen Tier und Mensch aufzubauen“, sagt Astrid Behr, Pressesprecherin beim Bundesverband Praktizierender Tierärzte in Frankfurt. „Es gibt keine Strafen, sondern nur Belohnungen.“

Die Idee ist, dass Tiere Verhaltensweisen häufiger zeigen, wenn diese sich für sie lohnen. „Der Vogel wird in dem Moment belohnt, in dem er etwas richtig gemacht hat“, sagt Miriam Willasch, Tierärztin und Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund in Bonn.

Für das Training benötigt man einen Clicker und einen Targetstick. Der Clicker ist ein kleines Gerät, das auf Knopfdruck ein klickendes Geräusch produziert. Der Targetstab dient dazu, die Vögel anzuleiten. Er sollte aus einem bissfesten und unbedenklichen Material bestehen.

Geräusch heißt für Vogel: Gleich kommt Belohnung

„Nach einer gewissen Trainingszeit bildet das Klick-Geräusch eine Brücke zwischen dem gewünschten Verhalten und der Belohnung“, sagt die Expertin. „Die Genauigkeit, mit der man dem Vogel mitteilen kann, welches Verhalten belohnt wird, führt meist zu schnellen Lernerfolgen.“

Knackfrosch
Für das Clickertraining benötigt man neben einem Targetstick einen Knackfrosch. Das Gerät ist ein kleiner Clicker, der auf Knopfdruck ein klickendes Geräusch und damit ein bestimmtes Verhalten des Tieres produzieren soll, wofür es dann eine Belohnung gibt. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn

Zunächst ist es wichtig, den Vogel auf den Clicker zu konditionieren. „Dafür muss er mit einer Belohnung verknüpft werden“, sagt Willasch. Dazu betätigt man den Clicker unmittelbar, bevor man dem Vogel einen Leckerbissen anbietet. Nach einigen Wiederholungen hat das Tier verstanden, dass dieses Geräusch mit einer Belohnung verbunden ist.

Übungseinheiten sollten nur wenige Minuten dauern

„Damit dieser Zusammenhang erhalten bleibt, sollte der Vogel den Clicker nur beim Training und immer in Verbindung mit einer Belohnung hören“, sagt die Expertin. Außerdem sollte der Vogel lernen, dem Targetstick zu folgen. Danach kann das Training beginnen - mit zwei wenige Minuten kurzen Einheiten pro Tag.

„Clickertraining kann man für alle möglichen Situationen einsetzen“, sagt Vogelcoach Ann Castro, die auf Teneriffa lebt. Die Methode eignet sich zum Beispiel, um einen Vogel zu zähmen und kann auch helfen, wenn man etwa die Krallen schneiden muss oder einem Vogel das Beißen abgewöhnen möchte. In einem Trainingsplan teilt man zunächst das gewünschte Verhalten in mehrere Übungsschritte auf.

Viele Minischritte bis Vogel auf die Hand steigt

„Zuerst bewegt man die freie Hand in Minischritten in Richtung Vogel“, sagt Buchautorin Castro („Die Vogelschule - Clickertraining für Papageien, Sittiche und andere Vögel“). Nach jedem Minischritt sollte der Vogel in die Spitze des Targetsticks beißen und dafür belohnt werden. „Jeden dieser Schritte übt man, bis der Vogel völlig entspannt ist. Erst dann geht man zum nächsten Minischritt über.“

Die Vogelschule
„Die Vogelschule - Clickertraining“, Ann Castro, Verlag Die Vogelschule, 192 Seiten, 29,95 Euro, ISBN-13: 978-3939770787. © Ann Castro/dievogelschule.com/dpa-tmn

Die Übungsschritte sollten so klein sein, dass der Vogel nicht merkt, dass die Übung schwieriger wird. Der Vogel sollte dabei immer entspannt sein. Ansonsten sollte man lieber wieder einen Minischritt zurückgehen und von dort aus weiterüben.

Im Laufe des Trainings wird sich die Sitzhand schließlich vor dem Vogel befinden. Er sollte sich dann etwas recken müssen, um an den Stick zu gelangen, den man über der Sitzhand hält. Statt sich mit der Hand noch weiter dem Vogel zu nähern, entfernt man nun den Targetstick Stück für Stück vom Tier.

Kommando „Auf“ an verschiedenen Orten üben

Der Vogel wird schließlich auf die Hand steigen, was wiederum ebenfalls aus einigen Einzelschritten besteht: Nach und nach wird der Vogel das Gewicht auf die Hand verlagern und schließlich mit beiden Füßen auf ihr stehen.

Anschließend verknüpft man damit das Kommando „Auf“. Im letzten Schritt wird der Targetstick ausgeschlichen. „Wichtig ist, danach an ganz unterschiedlichen Orten zu üben, damit der Vogel lernt, überall auf die Hand zu kommen“, sagt Castro. Wenn das gelingt, kann man für die Übung schließlich auch den Clicker ausschleichen. dpa

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