Schock

Wenn Urlaub zum Albtraum wird: Team Wallraff deckt Touristen-Abzocke auf

Das Undercover-Team hat über Monate hinweg recherchiert, ob und wie Touristen im Urlaub abgezockt werden. Die Ergebnisse sind erschreckend.

RTL-Reporterin Manuela hat sich undercover bei dem Reiseveranstalter FTI als Reiseleiterin beworben - und wurde genommen. In dieser Funktion flog die Frau nach Kos, wo sie schockierende Erfahrungen machte, wie Touristen im Urlaubsland über den Tisch gezogen werden.

"Viele Schweinebacken": Rücksichtloser Umgang mit Touristen

Wie die RTL-Sendung "Team Wallraff: Undercover - so werden Urlauber von Reiseleitern betrogen" zeigt, werden Urlauber teils mit fiesen Maschen um ihr Geld und bereits bezahlte Leistungen betrogen: Schmutzige Zimmer in so genannten Vier-Sterne-Hotels, völlig überfüllte, überbuchte Anlagen und Reiseleiter, die auf Gäste-Beschwerden gar nicht erst eingehen.

Die Reporterin hat von vornherein den Eindruck, die Organisation sei chaotisch, man habe ihr nicht gesagt, was sie einpacken solle. Sie wird vom Flughafen abgeholt und schon auf dem Weg zur Anlage beschwert sich die Dame, die unerkannt bleibt, über "blöde Gäste". "Viele Schweinebacken", wie die Frau am Steuer erklärt.

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Der Urlauber als Feind: "Das sind die schlimmsten A****löcher"

Angekommen im Zimmer zeigt sich, dass es sich ausgezahlt hätte, zu wissen, was alles für den Aufenthalt eingepackt werden muss: In dem Bett, das für die Reporterin vorgesehen ist, gibt es keine Bettwäsche, kein Kissen, keine Decke. Der Vorschlag: Sie solle sich doch mit ihrer Jacke zudecken. Nach kurzer Diskussion hilft die Kollegin dann doch mit einer Decke aus ihrer eigenen Wohnung aus.

Am nächsten Tag die Einführung: Sofort wird den neuen Reiseleitern eingetrichtert, ihr Job sei es, zu verkaufen, Geld einzunehmen. Darum gehe es in erster Linie. Nicht etwa um das Wohlergehen der Urlauber, geschweige denn, den Touristen Informationen zu geben, wie es für Reiseleiter eigentlich sein sollte, wie auch eine Kollegin der Reporterin irritiert erklärt. Dabei sei, wie die FTI Group auf Anfrage von RTL mitteilte, "ihr Anliegen stets der Service am Kunden". Verkaufsschulungen gäbe es für das Personal vor Ort nicht.

Die Vorgesetzten der Undercover Reporterin wirken, "als sei der Urlauber der Feind", wie es in dem Beitrag heißt. Sie würden nur darauf warten, Geld vom Hotel zurückzufordern, heißt es. "Das sind die schlimmsten A****löcher, solche Leute", sagt eine Mitarbeiterin. "Und die lügen. Die lügen!"

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Touristen sollen angelogen werden

Die Reiseleiter werden auch dazu angehalten, jede finanzielle Entschädigung für Urlauber bei Beschwerden zu vermeiden. "Wir vor Ort hier können keinerlei Gelder zurückzahlen", heißt es von einer der Mitarbeiterinnen. Das gehe wenn dann erst zurück in Deutschland.

Weiter geht es damit, dass den Reiseleitern nahegelegt wird, Urlauber bei Beschwerden anzulügen. Bei einer Beschwerde über Bettwanzen sollten sie etwa sagen: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in diesem Haus Wanzen gibt." Dabei sollten sie aufpassen, dass sie mit der Person alleine seien, und nicht noch andere Gäste das Gespräch mitbekämen. Eine kleine Wiedergutmachung könne man ihnen anbieten, jedoch solle man nie eingestehen, dass wirklich etwas zu Beanstanden sei.

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Krankmachende Keime im Pool, Billigalkohol als teurer ausgegeben

Im Hotel folgen weitere schockierende Erkenntnisse: Der angeblich teure Alkohol ist eigentlich Billigfusel, die Toiletten sind verdreckt. Und im Pool befinden sich sogar krankheitserregende Keime, wie ein Experte bei einer Analyse herausgefunden haben will.

Urlauber für dumm verkauft

Das Fazit von Günter Wallraff am Ende ist vernichtend: "Nach knapp einem Jahr Recherchen in der Reisebranche stellen wir fest: Urlaubsgäste werden immer wieder für dumm verkauft. Sie wollen um jeden Preis Ärger vermeiden und zahlen dabei drauf. Damit rechnen die Veranstalter und damit machen sie Gewinn."

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sca

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Rubriklistenbild: © Screenshot RTL

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