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Portugal wird Virusvariantengebiet - Strenge Rückreise-Regeln für Urlauber

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Von: Katharina Bellgardt, Simon Stock

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Wegen der Delta-Variante des Coronavirus wird Portugal am Dienstag (29. Juni) zum Virusvariantengebiet. Das hat Folgen für Urlauber.

Update vom 26. Juni, 14.04 Uhr: Wegen der starken Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus schränkt Deutschland die Einreise aus Portugal massiv ein. Das Robert Koch-Institut teilte mit, dass das beliebte Urlaubsland in der Nacht zu Dienstag (29. Juni) als Virusvariantengebiet eingestuft wird. Die Einstufung gilt zunächst für zwei Wochen, kann aber verlängert werden.

LandPortugal
HauptstadtLissabon
Einwohner10.295.909

Urlaub in Portugal: Strenge Auflagen für Rückkehrer aus Virusvariantengebiet

Wer bis Montagabend (28. Juni) - also noch vor Mitternacht - nach Deutschland zurückkehrt, für den gelten die bisherigen Regeln. Urlauber aus Portugal müssen demnach einen negativen Corona-Test vorweisen. Das kann ein maximal 48 Stunden alter negativer Antigen-Schnelltest sein oder ein maximal 72 Stunden alter negativer PCR-Test. Für die Region Lissabon gelten schon jetzt strengere Regeln.

Ab Dienstag, 0 Uhr, gelten wegen der Einstufung Portugals als Virusvariantengebiet deutlich strengeren Regeln für die Rückreise aus allen Teilen des Landes. Das heißt für deutsche Rückkehrer aus dem Urlaub vor allem: 14 Tage Quarantäne zuhause ohne Möglichkeit des Freitestens.

Das gilt für Urlaubsrückkehrer aus Portugal ab dem 29. Juni:

Der deutsche Reiseanbieter Olimar hat auf die Einstufung des RKI reagiert. Er will mehrere Hundert Bundesbürger schnell zurückholen. Das Unternehmen aus Köln, das auf Portugal spezialisiert ist, habe seinen Gästen eine rechtzeitige Rückkehr bis Montagabend angeboten, sagte Pascal Zahn von Olimar am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Olimar biete allen, die einen gebuchten Urlaub in Portugal nun nicht mehr antreten wollten, andere Urlaubsorte oder eine Verschiebung der Reise an, sagte Zahn. 

Delta-Variante in Portugal: Region Lissabon abgeriegelt

[Erstmeldung] Hamm - Die Sommerferien in NRW starten bald und eigentlich war die Corona-Lage in Portugal bis jetzt entspannt. Doch: Die Metropolregion Lissabon wurde am Wochenende abgeriegelt, weil die Zahl der Neuinfektionen bedrohlich stieg. Über 60 Prozent der Fälle sind auf die Corona-Variante Delta (indische Mutation) zurückzuführen. Für Urlauber, die eine Reise nach Portugal gebucht haben, kann es zu Schwierigkeiten kommen. (News zum Coronavirus)

Die Inzidenz in Portugal lag lange auf niedrigem Niveau, seit Juni hat sie jedoch landesweit die 50 überschritten. Besonders betroffen sind die Region Lissabon (Área Metropolitana de Lisboa) und die Azoren. Das Auswärtige Amt hat die Regionen zu Risikogebieten erklärt und eine Reisewarnung ausgesprochen.

Grund für den plötzlichen Anstieg der Corona-Infektionen ist die Ausbreitung der zunächst in Indien aufgetretenen Delta-Variante. Sie soll deutlich ansteckender als alle anderen Corona-Varianten sein. Laut Robert-Koch-Institut sind 14 Länder sogenannte Virusvariantenverbreitungsgebiete (Stand: 18. Juni), darunter Großbritannien - geplanter Austragungsort des EM-Finales.

Betroffen ist auch Portugal, allerdings derzeit regional beschränkt. Die Delta-Variante trat vor allem im Raum Lissabon auf. Die portugiesische Regierung entschloss sich, die gesamte Region um die Hauptstadt am Wochenende abzuriegeln - die Bewohner durften Lissabon nicht verlassen, andere nicht einreisen. Auch die Algarve ist stark gefährdet, die Infektionszahlen steigen.

Urlaub in Portugal: Lissabon kann jederzeit wieder abgeriegelt werden - Algarve gefährdet

Urlauber waren von den Corona-Regeln zunächst nur teilweise betroffen. Wer am Wochenende am Flughafen Lissabon ankam, durfte weiterreisen, jedoch durfte niemand aus einem anderen Teil des Landes in die Region einreisen. Die Sperrung wurde zweieinhalb Tage von Freitagmittag bis Montagmorgen aufrechterhalten. Dpa meldet, dass kurzfristig entschieden werden soll, ob die Abriegelung wiederholt wird. Mehr als 60 Prozent der neu erfassten Fälle in Lissabon sind auf die Delta-Variante zurückzuführen.

Urlauber müssen wachsam sein, auch wenn sie in andere Regionen reisen möchten. Die Regierung rechnet mit steigenden Infektionszahlen, besonders im beliebten Touristenziel Algarve. Hier liegt die Sieben-Tage-Inzidenz über 100.

Noch ist die Einreise ohne größere Hindernisse möglich. Das sind die aktuellen Regeln:

Urlaub in Portugal: Touristen sollten lieber flexibel buchen

Ein erneuter Lockdown drohe in Portugal aber nicht, sagte Präsident Marcelo Rebelo de Sousaam gegenüber RND. Die Neuinfektionen würden zwar steigen, die Zahl der Krankenhauseinweisungen jedoch weit unter dem Höchststand vom Winter liegen. Ebenso seien die meisten Risikopatienten bereits gegen Corona geimpft. Der portugiesische Regierungschef ist nicht so optimistisch: „Niemand kann garantieren, dass wir nicht zum Lockdown zurück müssen“, sagte er zu RND.

Urlaubern sei deswegen sicherheitshalber zu einer flexiblen Buchungsoption geraten. Für die Rückreise nach Deutschland kann es bereits zu Einschränkungen kommen.

Rückreise aus Portugal nach Deutschland: Regeln für die Fahrt und Testpflicht

Urlauber dürfen nach ihrem Urlaub durch Spanien und Frankreich fahren. Es kann jedoch zu regionalen Beschränkungen kommen.

Die Delta-Variante tritt nicht nur vermehrt in Großbritannien und Portugal auf. Auch Österreich ist von der neuen Corona-Variante betroffen: Delta macht hier derzeit ein Viertel der Fälle aus (Stand: 23. Juni).

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