Reise-Reportage

Urlaub in Paphos: Zypern überzeugt mit Kultur, Kunst, Köstlichkeiten – und knallgelben Schirmen

Blick vom Mittelmeer auf den Badeort Paphos auf Zypern
+
Paphos ist ein Badeort - hat aber noch mehr zu bieten als Meer.

Vor drei Jahren schaute ganz Europa nach Paphos, als die Stadt im Westen Zyperns Kulturhauptstadt war. Dem Tourismus hat das gut getan. Kein Wunder: Der Badeort Paphos ist ein besonderes Ziel für den Sommerurlaub und hat einiges zu bieten – mehr als Meer und Mosaiken.

  • Ab in den Urlaub: Paphos auf Zypern ist bei Touristen ein beliebter Badeort
  • Vor drei Jahren war Paphos Europas Kulturhauptstadt
  • Liebesgöttin Aphrodite soll nicht weit von Paphos aus dem Meer gestiegen sein

Paphos - Sanft hebt der Parasailer die Gäste in die Luft. Das Boot, an dem der gelbe Schirm befestigt ist, wird immer kleiner. In 80, vielleicht 100 Metern Höhe ist es still. Unter den Füßen glitzert die Abendsonne auf dem Wasser. Auf der Zunge liegt ein salziger Geschmack. Die Griechen nennen das „Almyra“, das Aroma des Meeres. Und so heißt auch ein Design-Hotel, direkt an der Strandpromenade von Paphos, das in der Ferne zu sehen ist.

StadtPaphos
Land Zypern
Einwohner35.961 (2018)
Sonnenstunden9,3 pro Tag (Durchschnitt)
Temperatur23,3 Grad (Jahresdurchschnitt, maximal)
Klimasubtropisch-mediterran

Paphos ist bei Touristen ein beliebter Badeort: Am Strand nutzen einige diese besondere Stunde vor Sonnenuntergang, um im warmen Meer zu schwimmen. Die Strandpromenade ist belebt. Manche sitzen im Restaurant des Almyra-Hotels und essen Fisch, griechischen Salat, Oliven und Halloumi, der mit Blätterteig ummantelt ist. Eine leichte Küche, ganz ohne Gyros, Schaschlik und Tzatziki. Die ersten Gäste sind da, doch hier und da sind die Auswirkungen der Coronakrise auf den Tourismus* zu spüren – normalerweise wäre zu dieser Jahreszeit im Hotelviertel von Kato Paphos mehr los.

Sommerurlaub: Paphos auf Zypern ist als Badeort bei Touristen beliebt

Die zyprische Regierung hat die Staaten der Welt in einer Liste kategorisiert. Deutschland befindet sich zurzeit in Kategorie A, Einreisende unterliegen demnach keinen Einschränkungen, müssen also keinen Coronatest vorweisen. Russen und Israelis hingegen, die unter den Urlaubern auf Zypern einen großen Teil ausmachen, dürfen noch nicht ins Land. 2018 kamen fast vier Millionen Touristen nach Zypern, davon besuchten 1,5 Millionen Paphos, das mit seinen Mosaiken und den Königsgräbern mit ganz besonderen Sehenswürdigkeiten aufwarten kann.

Auch wenn die Stadt mit ihrem schönen Fischerhafen und den vielen Restaurants dazu einlädt, sich einfach treiben zu lassen, so sollte man die Mosaiken doch gesehen haben. „Sie sind in den 1960er Jahren von einem Bauern entdeckt worden, der seinen Acker pflügte“, erklärt Gästeführerin Eva Christodoulou. Sie ist Lehrerin und seit 1995 auch Tourguide für Deutsch, Englisch, Griechisch und Russisch auf Zypern. Sie kennt jede der Geschichten, die die Bilder mit den zahllosen Steinchen zeigen.

Urlaub mit Kultur: In Paphos auf Zypern spielt die griechische Mythologie eine große Rolle

Angefangen vom schönen Jüngling Narziss, der selbstverliebt die Zuneigung der Nymphe Echo abwies, bis hin zur Geschichte von Ikarios, dem königlichen Gärtner, der auch als erster Winzer in die griechische Mythologie eingegangen ist. „Er lernte von Dionysos die Kunst des Weinbaus und lud zwei Schafhirten zum Umtrunk. Berauscht nahmen diese an, von Ikarios vergiftet worden zu sein und töteten ihn“, sagt Eva und erzählt, dass die Mosaiken einst die Fußböden eines Hauses waren und aus dem 3. bis 5. Jahrhundert vor Christus stammen. „Das Haus gehörte einer reichen römischen Familie“, erklärt Eva. Mehr als 2000 Silbermünzen seien bei den Mosaiken gefunden worden.

Für seine Mosaiken ist Paphos bekannt.

1980 wurde die Stadt zum Weltkulturerbe erklärt. Paphos hat außerdem eine recht aktive Kunstszene. Die Künstler Arsenty Lysenkov und Katerina Foukara zum Beispiel. Sie haben vor einigen Jahren an einem Strand auf der Akamas-Halbinsel ein riesiges Mosaik gestaltet, das die Liebesgöttin Aphrodite zeigte. Sie soll ja nicht weit von Paphos aus dem Meer gestiegen sein.

Video zu einem Urlaub auf Paphos in Zypern:

Die unterschiedlichen Steine für diese Reminiszenz an Aphrodite und die Mosaiken von Paphos wurden auf der Insel und im Meer gesammelt. Teil dieses künstlerischen Prozesses war nicht nur der Aufbau, sondern auch der Abbau des Werkes: Es wurde nämlich sich selbst überlassen. Und wie das am Strand so ist: Das Meer hat alle Spuren verwischt. Heute ist nichts mehr davon zu sehen. Aphrodite ist zurück ins Meer gekehrt.

Wissenswert

Anreise: Flug von Frankfurt nach Larnaka, dann mit dem Auto 90 Minuten nach Paphos. Für die Einreise muss derzeit ein sogenannter Cyprus Flight Pass ausgefüllt werden. Es ist ein Fragebogen, um festzustellen, ob der Reisende einen Coronatest machen muss. Deutsche zählen für Zypern momentan zur Kategorie A und müssen in der Regel keinen Test vorweisen. 

Die Reisebranche fasst in der Corona-Krise langsam wieder Fuß. So gehen bei Busunternehmen wieder vermehrt Buchungen ein. Ob Urlaub in der Coronavirus-Pandemie teurer wird, hat der Schauinsland-Reisen-Geschäftsführer Gerald Kassner im Interview mit der Fuldaer Zeitung verraten. Und wie ersten Tage nach dem Lockdown auf Mallorca waren, das lesen Sie hier. *Fuldaer Zeitung.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare