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eSwatini bietet mehr als Löwen in Parks

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Wilden Löwen ganz nahe kommen: Im kleinen Königreich eSwatini ist dieses Erlebnis sicher möglich. Doch der Reisende lernt auch: Sein Safari-Traum ist eingebettet in einen größeren Konflikt.

Nashorn
1 / 7Nashorn im Royal Hlane National Park - die Tiere sind durch Wilderei stark bedroht. Foto: Christian Selz/dpa-tmn © Christian Selz
Den Giganten ganz nah
2 / 7Nashornpirsch mit Guide Lucky Vilakati. Foto: Christian Selz/dpa-tmn © Christian Selz
Impala
3 / 7Impalas gehören eigentlich zu jeder Safari - so auch im Royal Hlane National Park. Foto: Christian Selz/dpa-tmn © Christian Selz
Elefant in Sicht
4 / 7Auf der Fahrt durch den Royal Hlane National Park läuft der Elefant direkt vor dem Wagen her - am Steuer manövriert souverän Guide Lucky Vilakati. Foto: Christian Selz/dpa-tmn © Christian Selz
Löwen
5 / 7Die Löwen sind das Highlight im Royal Hlane National Park in eSwatini. Foto: Christian Selz/dpa-tmn © Christian Selz
Ruhepause
6 / 7Diese Löwen denken gar nicht daran, die Straße freizugeben. Foto: Christian Selz/dpa-tmn © Christian Selz
Löwe
7 / 7Der Löwe zählt zu den sogenannten «Big Five» - dieses Exemplar ist jedoch eher schmächtig unterwegs. Foto: Ryan Tyler/Eswatini Tourism/dpa-tmn © Ryan Tyler

Mbabane (dpa/tmn) - Die Safaritour durch den Royal Hlane National Park klingt wie ein Wunschkonzert. Welche Tiere sie denn gerne sehen würden, fragt Guide Lucky Vilakati seine Gäste, die es sich auf den erhöhten Bänken des offenen Geländewagens bequem gemacht haben.

«Löwen», sagt eine Frau spontan. Der 32-Jährige grübelt kurz. Es ist Nachmittag, ein paar Nieselwolken haben sich vor Sonne geschoben - die Raubkatzen werden für gewöhnlich erst in der Dämmerung aktiv. Doch der junge Mann scheint einen Plan zu haben. Auf ausgewaschenen Sandpisten geht es durch den 30.000 Hektar großen Nationalpark im Königreich eSwatini im Bergland zwischen Mosambik und Südafrika.

Wenn die Raubkatzen ganz nahe kommen

Die erste hoffnungsvolle Sichtung folgt bald. Zwei Geier haben es sich auf einem abgestorbenen Baum bequem gemacht. Vorerst allerdings sind beide im Wartestand, die Löwen haben noch nicht geliefert.

Entdeckt sind die Raubkatzen kurz darauf dennoch. Ein Weibchen hebt im hohen Gras den Kopf, kurz darauf tauchen zwei Männchen direkt vor dem Wagen auf dem Weg auf. Zwillingsbrüder seien die beiden, erklärt Vilakati, etwa fünf Jahre alt und damit noch zu jung, um als dominantes Tier ein Rudel zu führen.

Dann gibt der bescheidene Guide preis, wie er die Könige der Tierwelt so schnell und zielgerichtet finden konnte: Die Löwen leben in einem 1000-Hektar-Bereich, der durch Zäune vom Rest des Schutzgebiets abgetrennt ist. Grund dafür ist eine Hauptstraße, die durch den Park führt. Die beiden Löwen laufen nun ruhig an dem zu allen Seiten offenen Safari-Wagen vorbei, heben die Nasen und nehmen die Witterung der weitgehend verstummten Gäste auf. Nur der Guide spricht noch mit leiser Stimme und erklärt, dass die Raubtiere den Zaun ihres Bereichs gezielt nutzen, um Beutetiere in die Enge zu treiben.

Überweidung bedroht die unberührte Natur

Die Tour bietet nicht nur ein hautnahes Erlebnis in der Wildnis, sondern auch einen Einblick, was bei der Organisation eines solchen Nationalparks alles bedacht werden muss.

Dabei beschränken sich die schützenswerten Areale in eSwatini längst nicht nur auf die Nationalparks. Außerhalb der Schutzgebiete ist die Naturlandschaft aber zunehmend bedroht.

Hauptgrund dafür ist die Überweidung. Rinderherden sind in eSwatini die traditionelle Geldanlage, sie symbolisieren nicht nur Reichtum, sondern bedeuten auch ganz praktisch Wohlstand. In Kombination mit einem starken Bevölkerungswachstum - durchschnittlich hat eine Familie drei bis vier Kinder - bedeutet dies, das immer mehr Buschland zu Weidegründen wird. Weil im dichter besiedelten Tiefland eSwatinis infolge des Klimawandels immer weniger Regen fällt, geraten auch in die fragilen Ökosysteme des Hochlands verstärkt unter Druck.

Naturschutz funktioniert unter diesen Voraussetzungen nur durch die Einbindung der Bevölkerung in den umliegenden Dörfern. «Die Gemeinden waren es, die die Umwelt über die Jahrhunderte erhalten haben, es gibt also keinen Grund, sie nun nicht einzubinden», sagt Seth Maphalala, Programmmanager der Lubombo Transfrontier Conservation Area (TFCA). Für das grenzüberschreitende Schutzgebiet sind die artenreichen Bergregionen in eSwatini von besonderer Bedeutung.

Um die Ökosysteme zu erhalten, setzt die Verwaltung auf nachhaltige Nutzung - und auf Tourismus.

© dpa-infocom, dpa:210203-99-286931/2

Fremdenverkehrs-Webseite von eSwatini (Englisch)

Transfrontier Conservation Areas (Englisch)

Reise- und Sicherheitshinweise für eSwatini

eSwatini

Klima und Reisezeit: Die Trockenzeit von April bis Oktober fällt in die Wintermonate der Südhalbkugel und bietet bessere Möglichkeiten zur Tierbeobachtung. Tagestemperaturen um die 20 Grad, nachts kühl.

Anreise und Formalitäten: Nach Johannesburg gibt es Direktflüge aus Deutschland. Von dort per regionaler Flugverbindung oder mit einem Mietwagen in rund fünf Stunden nach eSwatini.

Einreise und Corona-Lage: Ein Touristenvisum wird bei der Einreise nach eSwatini kostenlos ausgestellt. Allerdings besteht eine Reisewarnung. Touristische Einreisen sind laut Auswärtigem Amt zwar erlaubt, doch das Land rät selbst davon ab. Die Landgrenzen zwischen eSwatini und Südafrika seien faktisch geschlossen.

Informationen: www.thekingdomofeswatini.com, www.tfcaportal.org

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