Wanderwege in Deutschland

Coronavirus sorgt für mehr Wanderungen: die beliebtesten Strecken von Bayern bis zur Lüneburger Heide

Egal ob Harz oder Sächsische Schweiz: In allen Ecken Deutschlands finden sich traumhafte Wanderwege. Diese Hinweise müssen Sie beim Wandern beachten.

  • Das warme Wetter macht Lust auf Wandern* in Deutschland.
  • Durch die Coronavirus*-Lockerungen sind viele Ausflugsziele wieder erreichbar.
  • Tipps und Empfehlungen für Wanderungen in jedem Winkel Deutschlands.

Vom großen Traum eines Sommerurlaubs in der Südsee haben sich die meisten wohl schon verabschiedet. Umso größer ist in diesem Jahr das Interesse an einem Urlaub in Deutschland*. Ganz oben auf der Liste steht dann auch gerne Wandern als beliebte Outdoor-Aktivität. Der Deutsche Wanderverband (DWV) rechnet "in den kommenden Monaten mit deutlich mehr Wanderinnen und Wanderern in Deutschland".

Wanderwege vor der eigenen Haustür: In diesem Artikel lesen Sie eine Auswahl von beliebten Routen in ganz Deutschland.

Wandern in Bayern und den bayerischen Alpen

Das flächenmäßig größte Bundesland erstreckt sich vom Mittelgebirge bis zu den Alpen und hat auf der gesamten Länge einiges zu bieten. Im Norden Bayerns verlockt die Fränkische Schweiz mit ihren vielen Felsen und der guten fränkischen Küche. An vielen Orten sind Tagestouren in allen Schwierigkeitsgraden möglich.

Natürlich haben aber auch die Alpen im Süden Bayern eine Menge zu bieten. Unter Münchner sind vor allem die "Hausberge" rund um Tegernsee, Spitzingsee oder Schliersee* beliebte Ziele. Etwas westlicher bietet dann das Allgäu mit Schloss Neuschwanstein eine herrliche Wanderkulisse.

Wolkenspiel in den Bergen

Sächsische Schweiz und Erzgebirge: Wandern zwischen Sachsen, Bayern und Thüringen

Die Sächsische Schweiz* ist eines der klassischen Wandererlebnisse für deutsche und internationale Touristen. Die aufragenden Felsen und das bekannte Fotomotiv der Bastei sind vor allem im funkelnd roten Herbstlicht ein wahrer Hingucker. Doch auch etwas westlicher wartet der Kammweg* auf, der einmal über das gesamte Erzgebirge führt. Von Altenberg-Geising im Osterzgebirge führt die 285 Kilometer lange Route durch das Vogtland über Bayern nach Blankenstein in Thüringen.

Wandern in Niedersachsen: Harzer Hexenstieg

Durch das nördlichste Waldgebirge Deutschlands führt diese Route quer durch den Nationalpark Harz*. Natürlich darf dort auch nicht der Brocken als sagenumwobener und touristisch beliebter Berg fehlen. Insgesamt gibt es fünf Etappen, die im Gesamten einen Weg von 94 Kilometern ergeben. Highlights neben dem Brocken sind auch die grünen Laub- und Mischwälder, Schluchten, Klippen und Hochmoore. Daneben verlocken die mittelalterlichen Städte mit ihren Fachwerkhäusern. 

Lüneburger Heide: Wandern in der Nähe von Hamburg, Bremen und Hannover

Zwar gibt es im Norden Deutschland keine hohen Berge, aber an naturreichen Wanderwegen steht er dem Süden in nichts nach. Ein besonderes Highlight ist das Wandern durch die Lüneburger Heide. Von Hamburg*, Bremen oder Hannover aus sind die meisten Wanderwege bequem für eine Tagestour erreichbar. Egal ob kurze oder lange Strecken, kinderfreundlich, barrierefrei oder für mehrere Tage: In der Lüneburger Heide kommt jeder Wanderer auf seinen Geschmack.

Wutachschlucht und Schwäbische Alb in Baden-Württemberg

Am süd-westlichen Ende Deutschlands bietet der Schwarzwald hervorragende Möglichkeiten zum Wandern. Besonders beliebt ist die Wutachschlucht*. Der Wildfluss Wutach hat sich über die Jahrtausende einen tiefen Graben in den Schwarzwald gefressen. Bis zu 180 Meter ragen die Felswände empor. Wanderbegeisterte können sich über den Schluchtensteig mit knapp 3.000 Höhenmetern herausfordern. Auch für Familien mit Kindern gibt es spannende Wege durch die Schlucht.

Östlich des Schwarzwaldes erstreckt sich die Schwäbische Alb zwischen Stuttgart und Ulm. Mittelalterliche Burgen und ausgedehnte Täler lassen sich durch eine Vielzahl an leichten bis schweren Wanderwegen erkunden.

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Wandern im Bergischen Land

Umrundet von den Städten Wuppertal, Düsseldorf, Köln und Bonn warten über 4.000 Kilometer markierte Wanderwege im Bergischen Land darauf, erobert zu werden. Sowohl kurze Tagesausflüge als auch mehrtägige Touren auf dem "Bergischen Panoramasteig" sind in allen Schweregraden und Längen möglich. Besonders beliebt ist ganz im Norden das geschichtsträchtige Neandertal entlang des Flusses Düssel. Etwas südlicher startet vom Altenberger Dom ein beliebter Rundweg zur Dhünntalsperre.

Eifelsteig in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz

Zwischen Aachen und Trier lässt sich die Mittelgebirgslandschaft Eifel über 313 Kilometer in vollen Zügen erwandern. Aufgeteilt in 15 Tagesetappen können Wanderer an vielen Stellen einsteigen und die einzigartige Naturlandschaft von Vulkangestein bis Moor- und Heidelandschaft genießen. Durch den Eifelsteig-Wanderbus und andere ÖPNV-Angebote eignen sich die Etappen auch gut für Tagestouren.

Coronavirus-Wegweiser vom Deutschen Wanderverband

Der große Ansturm auf die heimischen Wanderwege gibt vielen Ausflüglern auch zu denken. Wie sicher ist das Wandern während der Coronavirus-Pandemie? Was muss jeder Wanderer beachten? Um viele dieser Fragen zu klären, hat der Deutsche Wanderverband (DWV) einen "Corona-Wegweiser" veröffentlicht, der unter anderem diese Regeln definiert.

  1. Unterwegs aufmerksam bleiben: Die alltäglichen Hygieneregeln sollten auch beim Wandern in der Natur eingehalten werden. 1,5 Meter Abstand zueinander, Niesen in die Armbeuge und nicht ins Gesicht fassen, sollten dabei klar sein. Bitte teilen Sie auch keine Trinkflaschen oder Speisen mit einer Wandergruppe und verzichten sie auf Begrüßungsrituale wie Händeschütteln oder Umarmungen.
  2. Die Vielfalt der Wanderwege nutzen: Fernab der stark beworbenen Wander-Highlights gibt es unzählige markierte Wanderwege in ganz Deutschland. Nutzen Sie diese Vielfalt und weichen sie auf kleinere, unfrequentierte Routen aus.
  3. Wanderkarte statt Wander-App: Während Wander-Apps oder Internet-Portale oft nur die ausgewählte Route zeigen, bilden Wanderkarten das gesamte Wegenetz ab. So können Sie bei Engpässen immer spontan nach Ausweichrouten suchen.
  4. Informationen vor Ort: Sie sind neu in einem Gebiet oder haben noch wenig Wandererfahrung? Erkundigen Sie sich bei Tourist-Informationen, Wandervereinen oder Naturschutzzentren vor Ort, welche Wege aktuell zu empfehlen sind, um stark ausgelastete Wege zu vermeiden.
  5. Tagesetappen: Übernachten in Herbergen ist aktuell nicht möglich? Statt groß angelegter Rundtouren empfiehlt der DWV Tagesetappen, die gut mit dem ÖPNV angebunden sind.
  6. ÖPNV und Fahrrad statt Fahrgemeinschaften: Wenn der Mindestabstand in einem Auto nicht eingehalten werden kann, sollten Sie lieber auf eine Fahrgemeinschaft verzichten. Nutzen Sie die Anbindung mit Bus oder Bahn und suchen Sie Wanderwege, die auch mit dem Fahrrad gut zu erreichen sind.
  7. Einbahn-Wege: Derzeit sind manche Wanderwege mit einer Richtungs-Empfehlung markiert. Halten Sie sich an diese Geh-Richtung, um Engpässe zu vermeiden.

Neben der Coronavirus-Gefahr lauern natürlich auch weiterhin die klassischen Gefahren auf einem Wanderweg. Der DWV erinnert an dieser Stelle noch einmal daran, auf den markierten Wegen zu bleiben und Sperrungen aufgrund von Jagd oder Tierschutz ernst zu nehmen. Außerdem herrscht dieses Jahr wieder eine erhöhte Waldbrandgefahr.

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Wolle, Wärme und Wandern im Sarntal

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Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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