Corona-Krise

Geisterflüge: Darum fliegen Billig-Airlines jetzt ohne Passagiere

+
Bei Ryanair starten weiterhin Flüge - allerdings ohne Passagiere.

Die Corona-Krise hat den Himmel so gut wie leer gefegt. Kaum noch Flugzeuge starten an den Flughäfen. Nur Maschinen von Billig-Airlines heben noch ab - ohne Passagiere.

  • Aufgrund der Corona-Krise stehen Flugzeuge an Flughäfen still.
  • Einige Billig-Airlines führen aber noch Geisterflüge durch.
  • Das steckt hinter den Flügen ohne Passagiere.

An Reisen ist derzeit nicht zu denken: Einreise-Stopps sowie Ausgangsbeschränkungen- und sperren bringen die ganze Reise-Branche ins Taumeln. An den Flughäfen starten und landen kaum noch Maschinen. Die einzigen Flugzeuge, die noch zu sehen sind, sind Frachtflüge oder Rückholflüge gestrandeter Urlauber*. Einige Billig-Airlines fliegen aber doch - allerdings ohne Passagiere.

Ryanair mit Geisterflügen: Warum starten Maschinen ohne Passagiere?

Die Billig-Airline Ryanair fliegt seit einiger Zeit mit eingeschränktem Flugplan* - bis 9. April werden vorerst 90 Prozent ihrer Flugzeuge am Boden bleiben. Trotzdem heben an Flughäfen immer wieder Maschinen der Ryanair-Gruppe, zu der die österreichische Laudamotion und Malta Air gehören, ab. Das Kuriose daran: Es sind keine Passagiere an Bord und nach 20 Minuten Flug landen die Maschinen wieder. So soll laut Informationen des Online-Portals Aerotelegraph eine Boeing 737 von Malta Air Ende März dreimal in Berlin-Schönefeld abgehoben und am selben Flughafen wieder gelandet sein.

Ähnliche Vorgänge seien auch an anderen Basen der Ryanair-Gruppe in ganz Europa zu beobachten, wie das Online-Portal anhand von Stichproben auf Flugverfolgungsportalen festgestellt hat. Tatsächlich bestätigt die Airline die Durchführung der Leerflüge gegenüber der Newsseite Travelbook. "Um sicherzustellen, dass unsere Flugzeuge sowohl für Passagier-Rückführungsflüge als auch für dringend benötigte medizinische Versorgungsflüge einsatzfähig sind, müssen ein Teil unserer Besatzung und unserer Flugzeuge gemäß den Anforderungen von Boeing und den EASA-Vorschriften verfügbar und betriebsbereit bleiben", erklärte demnach eine Ryanair-Sprecherin.

Auch interessantReisen in Coronavirus-Krisenzeiten: Alles zu Rückholflügen, Grenzschließungen und Beschränkungen.

Corona-Krise: So gehen Airlines mit mangelnden Flugbuchungen um

Derartige Leerflüge gab es auch schon zu Anfang der Corona-Krise, da Airlines trotz fehlender Buchungen ihre Time-Slots auf europäischen Flughäfen nicht verlieren wollten. EU-Regeln sehen nämlich vor, dass Airlines ihre Spots mindestens zu 80 Prozent ausnutzen müssen, um Start- und Landerechte an den Flughäfen nicht zu verlieren. Inzwischen hat die EU diese Regelung allerdings zum 1. April vorübergehend ausgesetzt.

Jede Airline scheint mit dem Mangel an Flügen jedoch anders umzugehen. So würde die Lufthansa laut einem Sprecher "keine solch unsinnigen Leerflüge" durchführen, wie Travelbook in Erfahrung gebracht hat. 700 der 736 Maschinen weltweit seien "fachgerecht stillgelegt und versiegelt, damit sie zu einem bestimmten Datum schnell wieder 'ans Laufen' gebracht werden können". Bei EasyJet heißt es zumindest hinsichtlich der Flotte von 344 Flugzeugen: "Es kann jedoch sein, dass Easyjet im Rahmen von laufenden Wartungsmaßnahmen Flüge durchführen wird und die Flugzeuge zur Wartung an verschiedene Standorte verlegt werden müssen."

Lesen Sie auch: Kreuzfahrt-Stopp bei MSC, Aida & Co.: Reedereien sagen teilweise bis Juli Reisen ab.

Diese Fehler bei der Reiserücktrittsversicherung sollten Sie dringend vermeiden

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare