Rettung in Sicht

Auch der Schiffsarzt: 60 Prozent der Anwesenden auf Kreuzfahrtschiff an Coronavirus erkrankt

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Kapitän Diego Perone (rechts) spricht mit der Presse über kunststoffüberzogene Mikrofone, nachdem zwei Passagiere des Kreuzfahrtschiffes "Greg Mortimer" mit Covid-19 in ein örtliches Krankenhaus gebracht wurden.

Auf einem Kreuzfahrtschiff in der Antarktis sind 60 Prozent der Passagiere und der Crew am Coronavirus erkrankt. Lange mussten sie auf dem Schiff ausharren.

  • Das Kreuzfahrtschiff "Greg Mortimer" liegt bereits seit Ende März vor der Küste Uruguays.
  • An Bord sind laut Berichten 60 Prozent der Anwesenden am Coronavirus* erkrankt.
  • An ein Anlegen ist jedoch nicht zu denken - die Behörden stellen sich quer.

Coronavirus-Ausbruch: "Wir haben hier ein Schiff gefunden, auf dem fast alle infiziert sind"

Es sollte eigentlich eine erholsame 16-tägige Kreuzfahrt werden. Nun sind von insgesamt 132 Passagieren und 85 Kreuzfahrt-Mitarbeitern an Bord, darunter US-Amerikaner, Neuseeländer, Australier und Briten, 128 Personen positiv auf Covid-19 getestet worden.

Das Kreuzfahrtschiff "Greg Mortimer" liegt seit 27.März 2020 vor der Küste Uruguays und die Ungewissheit steigt, wann Passagiere und Crew mit einer Freigabe rechnen dürfen, anzulegen. Denn Uruguay verweigert dem Schiff die Erlaubnis, anzudocken. Passagieren und Crew war es seit Ende März nicht erlaubt worden, das Kreuzfahrtschiff zu verlassen. Immerhin sechs schwerkranke Patienten wurden von einem Marineschiff abgeholt, um sie in ein Krankenhaus in Montevideo zu bringen.

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Die Symptome seien kurz nach der Abfahrt aufgetreten. Das Schiff wurde Richtung Montevideo, die uruguayische Hauptstadt, umgeleitet. Als auch der Schiffsarzt erkrankte und unter Fieber litt, wurden nach und nach Ärzte an Bord geholt, die helfen sollten, die Lage in den Griff zu kriegen.

Viele Menschen an Bord zählen zur Covid-19-Risikogruppe

"Wir haben hier ein Schiff gefunden, auf dem fast alle infiziert sind", erklärte Karina Rando, eine von 21 uruguayischen Ärztinnen und Ärzten, die auf das Kreuzfahrtschiff geschickt wurden, um zu helfen, gegenüber dem Portal The Guardian. Die meisten Passagiere seien wohlauf, viele seien asymptomatisch, was die Gefahr jedoch nicht verringerte, sich selbst mit dem Coronavirus anzustecken. "Wir haben unser Möglichstes getan, damit wir uns selbst nicht infizieren," so Rando.

Viele der Patienten seien bereits über 70 Jahre alt, litten unter chronischen Leiden wie Herz- und Lungenkrankheiten. "Diese Patienten können morgen ernsthaft erkranken, auch wenn sie heute noch gut aussahen", so die Ärztin.

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"Die Menschen auf dem Schiff sind ruhig, aber sie können es kaum erwarten, nach Hause zu kommen", berichtete Marcelo Girard, ein Arzt des Krankenhauses, in dem zwei der bereits abtransportierten Patienten behandelt werden.

Nun endlich ist Hoffnung in Sicht: Passagiere aus Australien und Neuseeland sollen am Donnerstag (9.4.2020) mit dem Flugzeug nach Melbourne gebracht werden.

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sca

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*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Netzwerks.

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