Narkose oder Lachgas

Zahnbehandlungen müssen nicht schmerzen

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Zahnarztangst, auch Zahnarztphobie oder Dentalphobie genannt, ist weit verbreitet. Nur jeder vierte Patient geht angstfrei zum Zahnarzt.

Was tatsächlich zu Schweißausbrüchen führt, wenn nur der Begriff Zahnarzt fällt, ist nicht wissenschaftlich belegt. Laut Umfragen hatten die Angstpatienten negative Erlebnisse in ihrer Kindheit oder Schmerzerlebnisse bei vorangegangenen Zahnbehandlungen. Auch die Beschwörung der Eltern, doch keine Angst vor dem Zahnarzt zu haben, hilft nicht wirklich. Existiert bereits eine Zahnarztphobie, kann der Angstpatient unter Umständen Hilfe und Tipps bei einem Ratgeber finden. Fruchtet das nicht, bleibt der Weg zu einer Zahnarztpraxis, die qualifiziert zu schmerzfreien Behandlungsmethoden berät. Heutzutage haben zwar nicht mehr Menschen als sonst auch, Angst vor dem Zahnarzt, allerdings geht man deutlich offener mit dieser Problematik um. Aus diesem Grund beinhalten einige Zahnzusatzversicherungen die Schmerz- und Angstlinderung, so zum Beispiel die Gothaer Zahnzusatzversicherung. Denn aus reiner Angst auf notwendige Zahnarztbehandlungen zu verzichten, ist keine Alternative. Meist büßt dies der Patient mit deutlich aufwändigeren Behandlungen, die rechtzeitig erkannt, vermeidbar wären.

Schmerzfreie Zahnbehandlungen – wie geht das?

Für Angstpatienten, die in Panik ausbrechen, wenn eine Zahnbehandlung ansteht, bieten Zahnarztpraxen Alternativen zur konventionellen Methode. Das sind einmal der Dämmerschlaf, die sogenannte Analogsedierung, dann die Vollnarkose und etwas unkonventioneller, das Lachgas. Die Vor- und Nachteile der Behandlungsmethoden beleuchten wir nachfolgend. Vorweg sei gesagt, dass alle alternativen Methoden mit Zusatzkosten verbunden sind. Nicht alle Kosten übernimmt die gesetzliche oder private Krankenversicherung. Daher ist es ratsam, rechtzeitig an den Abschluss einer Zahnzusatzversicherung zu denken. Dann tut der Zahnarztbesuch weder dem Patienten noch dem Konto weh.

Analogsedierung – entspannter Dämmerzustand

Vor allem für ältere oder kreislaufschwache Patienten ist die Analogsedierung eine schonende Alternative zur Vollnarkose. Der Patient wird dabei nicht in einen Tiefschlaf versetzt, muss daher auch nicht medizinisch überwacht werden. Mit einem Mix aus Schmerz- und Betäubungsmitteln beruhigt (sediert) der Zahnarzt den Patienten. Er fällt in einen Dämmerzustand. Die Analogsedierung liegt damit zwischen örtlicher Betäubung und Vollnarkose. Die Sedierung versetzt den Patienten nur in einen Rausch-Zustand. Er nimmt alles um sich herum in rosarotem Licht wahr. Dabei bleibt er auch jederzeit ansprechbar. Entfaltet die Sedierung ihre volle Wirkung, kommt eine örtliche Betäubung hinzu. Die Zahnbehandlung ist dann völlig schmerzfrei. Der Zahnarzt hält den Patienten praktisch nur in einem Dämmerschlaf, wobei das Herz-Kreislauf-System völlig entspannt ist. Daher ist die Analogsedierung eine sehr schonende Behandlungsmethode. Die Kosten einer Sedierung liegen zwischen 100 und 150 Euro.

Vollnarkose – absoluter Tiefschlaf

Sind sehr unangenehme und umfangreiche Zahnbehandlungen notwendig, vor denen der Patient Angst hat, bietet sich die Vollnarkose an. Zu den unangenehmsten Erfahrungen gehört hierzu wohl das Ziehen von Weisheitszähnen. Bei einer Vollnarkose versetzt der Zahnarzt den Patienten durch Narkosemittel in einen Tiefschlaf. Dabei sind sein Bewusstsein und sein Schmerzempfinden komplett ausgeschaltet. Teilweise funktioniert sein vegetatives Nervensystem nicht mehr. In seinem künstlichen Tiefschlaf setzen Muskelreflexe, Atmung und Schutzreflexe (Schlucken) aus. Daher muss ein Anästhesist (Narkosearzt) den Patienten mit seinen Körperfunktionen (Blutdruck, Puls, Atmung) permanent überwachen. Während der Behandlung verabreicht der Anästhesist dem Patienten weiterhin Narkotika, damit er im Tiefschlaf bleibt. Erst nach dem Behandlungsende stoppt er Zufuhr und lässt den Patienten langsam aufwachen. Nach dem Erwachen spürt der Patient nichts und erinnert sich an gar nichts. Er muss aber dennoch ein paar Stunden zur Beobachtung in der Praxis bleiben. Erst wenn sicher ist, dass er die Narkose gut überstanden hat, darf er gehen.

Eine Vollnarkose belastet den Körper stark und wird daher nur bei völlig gesunden Patienten empfohlen. Zudem kann eine Behandlung in Vollnarkose erheblich ins Geld gehen. Je nachdem, wie aufwändig und lang die komplette Behandlung ist. Grob lassen sich etwa 300 Euro pro Stunde veranschlagen. Nur wenn die Vollnarkose medizinisch notwendig ist, übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Steht eine größere Behandlung an, empfehlen wir den Abschluss einer sehr guten Krankenzusatzversicherung. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass sie keine Wartezeit hat und kein Bonusheft zu führen ist. Auch Versicherungen sind schon in der digitalen Welt angekommen. So werden Rechnungen direkt über das Smartphone eingereicht.

Lachgas - auf Wolke 7 schweben

Die Behandlung mit Lachgas ist eine weitere Form der Sedierung. Dabei vermischt der Zahnarzt das Lachgas mit Sauerstoff. Der Patient atmet die Mixtur über eine Nasenmaske ein. Schon nach ein paar Atemzügen verspürt der Patient eine Leichtigkeit, als ob er schwebt. Das Schmerzempfinden ist nicht nur gesenkt, er empfindet die Behandlung fast als angenehm. Sobald das Lachgas wirkt, spürt der Patient durch sein gemindertes Schmerzempfinden auch keine örtliche Betäubung mehr. Wie bei der Analogsedierung, bleibt der Patient bei Bewusstsein und ist jederzeit ansprechbar. Kein Anästhesist muss anwesend sein, um den Patienten zu überwachen. Nach der Behandlung leitet der Zahnarzt das Lachgas einfach durch reinen Sauerstoff wieder aus. Schon nach einer Viertelstunde ist der Patient wieder fit. Die Kosten für eine Lachgas-Sedierung liegen zwischen 100 und 150 Euro. Vor allem bei Kindern ist es eine sehr bewährte Methode, die Angst vor dem Zahnarzt abzubauen. Aber auch Erwachsene schwören auf die Behandlung mit Lachgas. Schon weil es keine Nebenwirkungen gibt und das Gas sehr schnell wieder aus dem Körper verschwindet. Gleichwohl ist es eine sehr entspannende Methode. Wer hätte das gedacht, einmal bei Zahnarzt auf Wolke 7 zu schweben.

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