Wie im Science-Fiction-Film

Stellen uns bald Roboter ein? Dieses Unternehmen vertraut auf umstrittene Künstliche Intelligenz

+
Kann Künstliche Intelligenz die wichtigsten Aufgaben eines Personalers übernehmen?

Was klingt wie aus einem futuristischen Film, wird in England bereits umgesetzt: Ein großer Hersteller nutzt dort künstliche Intelligenz, um die richtigen Bewerber auszuwählen.

Unilever ist einer der größten Hersteller von Verbrauchsgütern wie Nahrungsmittel, Kosmetik sowie Haushaltsprodukten. Als Großkonzern will das Unternehmen auch Vorreiter in Sachen Entwicklung sein - und setzt neuerdings auf ein Bewerbungsverfahren, dass sich Künstliche Intelligenz (KI) zunutze macht. 

Künstliche Intelligenz entscheidet, ob Bewerber geeignet ist

Ein Personaler sieht sich Bewerbungsunterlagen durch und wählt eine Hand voll potentiell geeigneter Kandidaten aus, die zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Soweit die herkömmliche Praxis. Doch bei Unilever sieht das anders aus: Hier filmt sich ein Bewerber selbst, während er Fragen zum Job beantwortet. Dabei zeichnet ein Algorithmus seine Sprache, Tonfall und Mimik auf. Diese Form KI vergleicht dann die Ergebnisse mit den Daten von bereits erfolgreich tätigen Mitarbeitern. Stimmen sie überein, geht die KI davon aus, dass die Bewerber für den Job geeignet sind.

Unilever will sich mit dieser Methode viel Zeit im Recruiting neuer Mitarbeiter sparen und Fehlbesetzungen sowie die Bevorzugung durch menschliche Vorurteile vermeiden, wie das Portal karriere.at berichtete. Und das sind auch die Vorteile, die die Entwickler des KI-Algorithmus anpreisen: Objektivität und Schnelligkeit.

Video: Mit diesen Tipps kann bei der Bewerbung eigentlich nichts schief gehen

Lesen Sie auch: Mit diesen 15 Fähigkeiten rocken Sie 2019 jede Bewerbung, sagt LinkedIn.

Kritiker verurteilen KI im Bewerbungsverfahren als zu wenig objektiv

Mit dem Begriff KI schwingt bei vielen auch Skepsis und Angst mit, etwa davor, dass der technische Fortschritt Arbeitsplätze kosten könnte. Kritiker beurteilen die neuartige Form des Bewerbungsverfahrens mit Hilfe von KI auch deshalb als fragwürdig, weil sie weitaus weniger objektiv sei als angepriesen. So lerne ein Algorithmus anhand von Daten, die der Mensch ihm liefert - also immer vorurteilsbehaftet sind. Eine riesige Menge höchst unterschiedlicher Daten müsse also in die KI gespeist werden, um die Bevorzugung verschiedener Volksgruppen oder Altersklassen zu vermeiden. Auch befürchten Kritiker, dass Talente, die nicht der Norm entsprechen, durchs KI-Raster fallen.

Auch in Deutschland ist KI ein großes Thema. Dr. Uwe Schuricht als Experte in den Bereichen Executive Search und Human Resources sagte im Interview mit Bewerbung.com: "Es gibt eine Menge von Berufen und Industrien, in denen künstliche Intelligenz und Bots in Zukunft mögliche Arbeitskräfte identifizieren werden. Algorithmen können schon heute Datenbanken durchsuchen und Menschen vorschlagen, die für bestimmte Aufgaben geeignet erscheinen." Doch er ist sich sicher: "Allerdings wird der Faktor Mensch bei der Auswahl des Menschen, dem ein Unternehmen ein Angebot machen will, weiterhin von entscheidender Bedeutung bleiben."

Weiterlesen: Amazon schafft selbstlernendes Bewerbungs-Tool ab - weil es kuriosen Fehler macht.

jg

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare