Betriebsrat muss zustimmen

Neue Aufgabe im Job kann Versetzung sein

+
Erhält ein Mitarbeiter einen neue Aufgaben oder einen anderen Posten, kann eine Versetzung vorliegen. In dem Fall muss der Betriebsrat zustimmen. Foto: Frank Rumpenhorst

Wird ein Arbeitnehmer versetzt, muss der Betriebsrat zustimmen - und je nach Vertrag auch der Angestellte selbst. Eine Versetzung kann auch vorliegen, wenn jemand nur die Abteilung wechselt: Entscheidend ist, ob und wie sich seine Tätigkeit verändert.

Düsseldorf (dpa/tmn) - Eine Versetzung ist nicht immer mit einem neuen Arbeitsort verbunden. Auch ein Wechsel der Abteilung oder der Aufgabe innerhalb eines Unternehmens kann eine Versetzung sein - und damit keine alleinige Entscheidung des Arbeitgebers mehr.

Übernimmt ein Mitarbeiter neue Aufgaben, muss unter bestimmten Bedingungen der Betriebsrat zustimmen. Das geht aus einem Beschluss des Landesarbeitsgericht Düsseldorf (Az.: 4 TaBV 113/16) hervor, auf den der Bund-Verlag hinweist.

In dem verhandelten Fall ging es um ein Callcenter, das den Kundenservice für einen Postdienstleister erledigt. Dabei gibt es zwei Aufgabenbereiche für Privat- und Geschäftskunden mit unterschiedlichen Tätigkeitsprofilen. So müssen Angestellte im Privatkundenbereich zum Beispiel nur eingehende Anfragen beantworten, im Geschäftskundenbereich jedoch auch aktiv nach neuen Kunden suchen.

Bisherige Praxis des Arbeitgebers war, Beschäftigte je nach Arbeitsaufkommen für kurze oder längere Zeit von der einen in die andere Abteilung zu versetzen. Der Betriebsrat des Unternehmens ließ vor Gericht klären, ob das zustimmungspflichtige Versetzungen sind - und bekam Recht.

Eine Versetzung liegt laut Gericht immer dann vor, wenn ein Angestellter danach einen anderen Arbeitsbereich hat und sich die Tätigkeit also grundlegend ändernd. Das sei hier der Fall: So müssen Mitarbeiter im Geschäftskundenbereich eine andere Kundenansprache wählen, Englisch sprechen und mit anderer Software arbeiten. Auch die Arbeitsabläufe sind anders. Der Betriebsrat muss solchen Versetzungen deshalb zustimmen.

Beschluss 4 TaBV 113/16

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare