Arbeitsrecht

Corona: Mein Kind muss in Quarantäne – kann ich weiter arbeiten gehen?

Wenn das eigene Kind in Quarantäne muss, sind viele erst einmal ratlos: Müssen auch die Eltern in häusliche Isolation? Oder darf ich weiterhin zur Arbeit?

Sobald ein Corona-Fall in Kita oder Schule auftaucht, ist es soweit: Das Kind muss in Quarantäne*. Es darf die elterliche Wohnung bzw. das Grundstück des Hauses für 14 Tage nicht mehr verlassen (Stand: 30. März 2021). Doch was gilt in diesem Fall für die Eltern? Dürfen sie überhaupt noch arbeiten? Und bekommen sie weiterhin ihren Lohn vom Arbeitgeber, wenn sie ihr Kind zuhause betreuen müssen?

Müssen Eltern auch in Quarantäne, wenn für das Kind Quarantäne angeordnet wird?

Wenn für das eigene Kind Quarantäne angeordnet wurde, gilt dies nur für das jeweilige Kind (Erstkontakt). Die Eltern und alle weiteren Familienmitglieder des jeweiligen Haushalts müssen nicht in Quarantäne.

Um eine unbemerkte Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 zu verhindern, wird jedoch empfohlen, dass auch die Eltern und Geschwister des betroffenen Kindes sich freiwillig isolieren. Sprich: Sie sollten so wenig wie möglich nach draußen gehen, seltener einkaufen und keine Freunde und Verwandte außerhalb des eigenen Haushalts treffen. Wenn möglich sollten Eltern auch im Homeoffice arbeiten, um nicht unwissentlich ihre Kollegen oder andere Menschen im öffentlichen Nahverkehr anzustecken.

Lesen Sie auch: Corona: Bekomme ich eine Krankschreibung, wenn ich in Quarantäne muss?

Wenn das Kind wegen eines Corona-Ausbruchs in Quarantäne muss, dürfen Eltern trotzdem weiterhin arbeiten.

Darf ich arbeiten, wenn mein Kind in Quarantäne muss?

Da die Quarantäneanordnung nur für das betroffene Kind gilt, dürfen sich die Eltern frei bewegen. Deshalb sind sie auch verpflichtet, trotz der Quarantäne ihres Kindes zu arbeiten, sei es im Homeoffice oder am Arbeitsplatz. Jedoch kommt eine externe Betreuung durch Tagesmutter oder Großeltern in diesem Fall natürlich nicht in Frage. Eltern müssen sich die Betreuung untereinander aufteilen. Alternativ können sie bei ihrem Arbeitgeber Kinderkrankentage in Anspruch nehmen (siehe unten).

Was, wenn Arbeitnehmer selbst in Quarantäne geschickt werden? Muss ich in Quarantäne arbeiten – oder werde ich von der Arbeit freigestellt?

Bekomme ich Lohnfortzahlung, wenn ich mein Kind betreuen muss und ich nicht arbeiten kann?

Ist das Kind unter zwölf Jahre und steht unter Quarantäne, können Eltern Kinderkrankentage in Anspruch nehmen, wenn sie die Betreuung nicht anderweitig sicherstellen können. Das heißt, Arbeitnehmer dürfen sich von der Arbeit freistellen lassen und erhalten dafür eine Entschädigung für den Verdienstausfall, das Kinderkrankengeld. Dies gilt selbst dann, wenn Eltern im Homeoffice arbeiten könnten. Die Lohnfortzahlung somit gesichert.

Welche Voraussetzungen dafür gelten, wie hoch das Kinderkrankengeld ausfällt und wie viele Kinderkrankentage Eltern erhalten, lesen Sie hier.

Sollten die Kinderkrankentage für die Betreuung des Kindes nicht ausreichen, sollten Eltern versuchen, mit dem Arbeitgeber eine gemeinsame Lösung zu finden, wie etwa Homeoffice, bezahlten oder unbezahlten Urlaub nehmen oder die Arbeitszeit so zu verteilen, dass eine Betreuung des Kindes in Quarantäne sichergestellt werden kann. (as) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Mehr zum Thema: Corona: Was passiert mit den Urlaubstagen, wenn ich während meines Urlaubs in Quarantäne muss?

Wollen Sie über aktuelle Karriere-News auf dem Laufenden bleiben? Dann folgen Sie unserer Branchenseite auf dem Karriereportal Xing.

Quellen: infektionsschutz.de, Arbeitnehmerkammer Bremen

Ranking: Diese acht Berufe machen depressiv

In vielen Berufen schlägt den Mitarbeitern der hohe Stresslevel aufs Gemüt. Unsere Fotostrecke zeigt, in welchen Jobs überdurchschnittlich viele Menschen aufgrund von Depressionen krank geschrieben werden (Quelle: TK Depressionsatlas).
Platz 8: Medizinisch-technische Berufe im Labor
Platz 7: Objekt-, Werte- und Personenschutz
Platz 6: Sozialarbeiter
Ranking: Diese acht Berufe machen depressiv

Rubriklistenbild: © Ute Grabowsky/imago-images

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare