Rechtslage

Krankschreibung: Darf der Chef Mitarbeiter daheim anrufen - und müssen sie ans Telefon gehen?

Der Chef ruft an: Wer krank zu Hause ist, kann selbst entscheiden, ob er dann ans Telefon geht. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
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Der Chef ruft an: Wer krank zu Hause ist, kann selbst entscheiden, ob er dann ans Telefon geht.

Wer krankgeschrieben zuhause bleibt, ist in der Regel von allen Arbeiten befreit. Doch was ist, wenn der Chef zuhause anruft? Müssen Arbeitgeber überhaupt ans Telefon zu gehen?

Vielleicht ist es nur eine Erkältung, die einen für ein paar Tage außer Gefecht setzt. Oder eine längere Erkrankung, wegen der ein Arbeitnehmer zu Hause bleibt. Darf der Chef seinen Mitarbeiter dann dort anrufen?

„Anrufen kann der Arbeitgeber natürlich im Prinzip“, sagt Johannes Schipp, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Gütersloh. Ob der Arbeitnehmer dann aber ans Telefon gehe, könne dieser letztendlich selbst entscheiden.

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Bei Krankschreibung Was darf der Arbeitgeber fragen?

Es sei gesetzlich nicht geregelt, zu was der Arbeitgeber Informationen einholen darf. „Der Arbeitgeber kann fragen, bis wann der Mitarbeiter voraussichtlich wieder kommt. Fragen zur Erkrankung des Mitarbeiters, etwa was er denn hat, gehen den Arbeitgeber aber nichts an“, erklärt Schipp.

Genauso wenig dürfe der Arbeitgeber Druck machen. Etwa, indem er darauf hinweist, wie oft der Arbeitnehmer schon krank war oder wann er spätestens wieder im Büro zu sein habe. „Das hat keine rechtliche Relevanz“, betont Schipp.

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Kranke Mitarbeiter müssen keine Aufgaben übernehmen

Hat der Chef zu arbeitsplatzbezogenen Belangen Fragen, muss ein kranker Mitarbeiter das im Normalfall nicht beantworten. Es gebe aber Nebenpflichten im Arbeitsverhältnis - „vor einer nicht plausiblen Verweigerungshaltung ist also abzuraten“, meint der Fachanwalt.

Schipp nennt ein Beispiel: So könne sich der Vorgesetzte etwa nach dem Computerpasswort eines Mitarbeiters erkundigen, wenn dieser krank ist, damit die Arbeit weitergehen kann - solange sichergestellt ist, dass dieser nach der Rückkehr sein Passwort wieder ändern kann. „Richtige Arbeitsaufgaben müssen erkrankte Arbeitnehmer von zu Hause aus aber nicht erledigen“, stellt der Fachanwalt klar. (dpa/ahu)*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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Überraschend: Diese fünf Berufe machen krank

In einigen Berufen melden sich die Mitarbeiter besonders häufig krank - sei es wegen Atemwegsinfektionen, Rückenschmerzen oder Depressionen. Welche Jobs die meisten Fehltage verursachen, zeigt eine Auswertung der Krankenkassen.
Platz 5: Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung und Sozialversicherung - 18,6 Fehltage
Platz 4: Angestellte der Müllabfuhr oder Recycling-Mitarbeiter - 19,4 Fehltage
Platz 3: Verkehrsbranche wie LKW- oder Lokfahrer bzw. Mitarbeiter im Straßenbau - 19,8 Fehltage
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