Branche am Ende?

Vom Aussterben bedroht: So schlimm steht es wirklich um das Friseur-Handwerk

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Fast jeder Friseursalon in Deutschland sucht Verstärkung - ohne Erfolg.

Billigläden, Schwarzarbeit und illegale Haarschnitte: Vieles macht dem Friseurhandwerk das Überleben schwer. Wie könnte man dieses Handwerk noch retten?

Viele Friseur-Salons in Deutschland suchen per Schaufenster-Aushang nach zusätzlichen Mitarbeitern. Doch kaum jemand möchte diesen Beruf ergreifen. Erste Traditionsunternehmen stehen bereits kurz davor zu schließen. Die Branche hat enorme Probleme zu bekämpfen.

Bewerber stellen absurde Forderungen an Friseursalons

Laut der Agentur für Arbeit waren im September 2019 7.621 arbeitslose Friseure gelistet und 17.443 arbeitssuchende, oft aufgrund von befristeten Stellen. "Im Gegenzug dazu sind 5.965 freie Stellen gemeldet", so Pressesprecher Christian Weinert. Doch die Bewerber stellen teilweise absurde Forderungen. Der Friseur Rene Krombholz aus Düsseldorf erzählt: "Eine Bewerberin brachte direkt ihre Rückenschmerzen zur Sprache, hat sich aber einen Stundenlohn von 20 Euro und Provision vorgestellt. Die nächste Bewerberin war bereit, Vollzeit oder Teilzeit zu arbeiten, aber nur, wenn sie auf 450-Euro-Basis angemeldet werde. Den Rest wollte sie schwarz einstecken. Die dritte Bewerberin fragte als Erstes am Telefon, was sie verdienen würde und winkte ab, als ich auf das Vorstellungsgespräch verwies. Ach, sie habe hier in Ratingen auch so ihre Kunden."

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"Initiative Friseure fordern Fairness" in Düsseldorf gegründet

Es läuft vieles verkehrt in der Branche. Deshalb gründeten Krombholz und Düsseldorfs Obermeisterin der Friseurinnung Monika Schmitter die "Initiative Friseure fordern Fairness". Sie sind sich einig: Es gibt zu viele Billigläden, die den Ausbildungsbetrieben schaden. Und angeblich liegt das Jahreseinkommen jedes dritten Friseurbetriebs in Nordrhein-Westfalen unter 17.500 Euro - was bedeutet, dass sie von der 19-prozentigen Umsatzsteuer befreit sind. Außerdem muss etwa die Hälfte der Salons keinen Meister stellen - wegen Ausnahmegenehmigungen. Und dann gibt es noch die Barber-Shops...

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Ohne Gewerbeanmeldung: Barber-Shops schneiden illegal Haare

In Barber-Shops dürfen eigentlich keine Haare geschnitten werden. Harald Esser, Präsident des Deutschen Friseurhandwerks ist entsetzt: "Stuttgarter Polizeibeamte haben Ende September gemeinsam mit Zoll, Handwerkskammer und der Gewerbebehörde zehn Barber-Shops kontrolliert. In sieben Läden wurde zur Schere gegriffen, was ohne Gewerbeanmeldung verboten ist. Achtmal wurde gegen das Mindestlohngesetz verstoßen." So können also Haarschnitte für acht Euro angeboten werden. Das würde sich in einem Fachbetrieb nie rentieren.

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Schwarzarbeitende Friseure kosten den Steuerzahler monatlich Millionen

Auch die Schwarzarbeit schaden der Branche. Nach ihrer Gesellenprüfung kommt eine Friseurin im ersten Jahr bei einer 39,5-Stunden-Woche auf 1.667 Euro brutto. "Mit bezahlter Miete vom Staat plus Hartz-IV-Regelsatz von 424 Euro und täglich ein bis zwei Haarschnitten lässt es sich leichter leben, als mit einem anstrengenden Fulltime-Job", sagt Krombholz. Manche gehen am Wochenende mit ihrem Friseurköfferchen auf Tour. "Wer in der Woche arbeitet, genießt es, wenn ich ihm sonntags entspannt die Haare mache", erzählt die ehemalige Friseurin Agnes B. der Nachrichten-Website express.de. Diese Aktionen kosten den Steuerzahler jeden Monat über sechs Millionen Euro für arbeitslose Friseure, hat die Friseur-Initiative ausgerechnet.

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vro

Top- und Flop-Gehälter 2019 bei Ausbildungsberufen

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