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Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst – rund 360.000 Beschäftigte fehlen

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Von: Carina Blumenroth

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Leerer Bürostuhl mit einem Schild Freie Stelle.
Rund 360.000 Beschäftigte fehlen laut dbb Angabe im öffentlichen Dienst. Durch den demografischen Wandel verschärft sich der Personalmangel in den nächsten Jahren. © Imago

Es kommen mehr Aufgaben im öffentlichen Dienst dazu, die Beschäftigten fehlen allerdings. 360.000 Stellen sind offen, in den nächsten Jahren kommen mehr dazu.

Der Deutsche Beamtenbund (dbb) schätzt, dass derzeit rund 360.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst fehlen, in den nächsten Jahren soll sich die Zahl erhöhen. Die Anzahl ergibt sich aus offenen Stellen, aber auch aus dem geschätzten Personalbedarf, wie dbb Chef Ulrich Silberbach der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erläutert. In der Vergangenheit seien zwar Stellen besetzt worden, doch der Bedarf sei weiterhin enorm, sodass trotz der Einstellungen der Bedarf nach Personal angestiegen ist. Auch für die kommenden Jahre sieht Silberbach weitere Herausforderungen und einen erneuten Anstieg der offenen Stellen.

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Öffentlicher Dienst: Fachkräftemangel wird schlimmer, wenn Babyboomer gehen

Wenn die geburtenstarken Jahrgänge, beispielsweise die Babyboomer aus Altersgründen aus dem Dienst ausscheiden, verschlimmere sich die Situation erneut, davon geht Silberbach in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung aus. Um diese Situation abfedern zu können, stellt er Forderungen an Bund, Länder und Kommunen:

Zwei Dinge sind sehr wichtig: Zum einen brauchen wir endlich eine langfristige Personalplanung in der Verwaltung, die den demografischen Wandel berücksichtigt. Wir müssen schon jetzt Stellen schaffen, um kommende Generationen auf die anstehenden Aufgaben vorzubereiten. Zum anderen müssen wir den öffentlichen Dienst durch Anreizsysteme attraktiver machen.

Ulrich Silberbach, dbb Chef

Ziel sei beispielsweise eine leistungsorientierte Bezahlung und ein stärkerer Fokus auf Weiterbildung, wer sich weiterbilde, der solle mehr Geld erhalten. In Deutschland seien weniger Menschen bei dem Staat beschäftigt als in europäischen Nachbarländern, daher seien auch die Ausgaben derzeit verhältnismäßig gering.

Öffentlicher Dienst – Stellen unbesetzt, Staatsaufgaben seit Jahrzehnten nicht erledigt

Als Folge, dass Einsparungen beim öffentlichen Dienst in den letzten zwei Jahrzehnten vorkamen, seien viele Staatsaufgaben nicht erledigt worden, wie der dbb auf seiner Webseite berichtet. „Wir bekennen uns zur Schuldenbremse. Wir sehen aber auch, dass Deutschland einen enormen Investitionsstau in der Infrastruktur hat. Deshalb sollte der Bund dafür ein Sondervermögen bilden, das nicht in die Schuldenbremse eingerechnet wird“, fordert Silberbach und sieht diese Zukunftsfonds als gangbaren Weg, um nachfolgenden Generationen nicht diese Aufgaben zu hinterlassen.

Silberbach sieht auch die Politik in der Pflicht, dass diese Gesetze und Richtlinien auf den Weg bringe, die einzuhalten seien, wäre dies nicht der Fall, dann würde dies „letztlich Staatsverdrossenheit und Querdenkertum“ fördern. Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst seien derzeit mit ihren Aufgaben überfordert und könnten ohne mehr Personal keine weitergehenden Aufgaben und Pflichten übernehmen. Daher seien beispielsweise auch die Kontrolle einer Impfpflicht oder die Einführung von Englisch als zweiter Amtssprache abgelehnt worden.

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