Studieren während der Pandemie

Corona: Kein Job, hohe Mieten – steigt jetzt auch die Zahl der Studienabbrüche?

Gerade Studierende trifft die Pandemie hart, denn aufgrund der Krise fallen viele Nebenjobs weg. Eine neue Studie zeigt, wie sich die Pandemie auf die Zahl der Studienabbrüche auswirkt.

Ein Großteil der Studentinnen und Studenten in Deutschland finanziert sich sein Studium ganz oder teilweise durch Nebenjobs. Gerade Jobs in der Gastronomie sind unter Studierenden weit verbreitet, da hier viele Minijobs* warten. Doch im Corona-Lockdown fallen gerade diese Verdienstmöglichkeiten weg, sodass das Geld für Miete und Lebensunterhalt schnell knapp wird. Aber auch mit anderen Herausforderungen haben Studierende während der Pandemie zu kämpfen. Wie sich das auf die Zahl der Studienabbrüche auswirkt, zeigt eine neue Studie.

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Folgen der Corona-Krise fürs Studium: Viele Studierende wohnen wieder bei den Eltern

Bei einer Befragung von über 28.000 Studierenden in ganz Deutschland hat die Job-Plattform Studitemps den Jobmarkt und die finanzielle Situation von Hochschüler:innen in der Corona Pandemie erarbeitet. Das Ergebnis:

  • Weniger Nebenjobs: Im Sommersemester 2020 ist die studentische Erwerbstätigkeit um rund 16 Prozent gegenüber dem Sommersemester 2019 gesunken (um 9,9 Prozent-Punkte, von 63,1 Prozent mit Nebenjob zu 53,2 Prozent). Dieser Trend hat sich seitdem vermutlich nochmals zugespitzt.
    Miete steigt selbst in Corona drastisch an: 2019 zahlten Studierende in Deutschland durchschnittlich 12,55 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter Wohnfläche. Bis zum Sommersemester 2020 erhöhte sich dieser Wert um etwa 8 Prozent auf 13,54 Euro.
    Jeder vierte Student lebt bei den Eltern: 2019 waren es lediglich 21,4 Prozent, also ein Anstieg von mehr als 100.000 Studierenden, die bei den Eltern wohnen.
    Wer hatte noch einen Nebenjob: Studierende aus Akademiker-Haushalten hatten zu einem höheren Anteil auch im Sommersemester 2020 noch einen Nebenjob – und erhalten im Schnitt mehr Stundenlohn als Studierende aus Nicht-Akademiker-Haushalten.
    Höhere Verschuldung – weniger Studierende werden von Eltern unterstützt: Wenn Hochschüler:innen ein Darlehen oder Kredit laufen hatten, bezogen sie 2020 monatlich 12,8 Prozent mehr als noch 2019 (492 Euro auf 555 Euro). Aus Ersparnissen zogen Studierende monatlich 13,16 Prozent mehr (471 Euro auf 533 Euro). Insgesamt bekamen weniger Studierende finanzielle Unterstützung aus dem Elternhaus (60,2 Prozent zu 66,7 Prozent) – diejenigen, die aber noch Geld von Zuhause bekamen, erhielten 6 Prozent mehr (433 Euro auf 460 Euro).

„Insgesamt zeichnet sich für Studierende in Deutschland ein sehr ernüchterndes Bild“, kommentiert Studitemps-Chef Eckhard Köhn die Studie. „Vielen ist der Nebenjob weggebrochen, einige Eltern können ihre Kinder nicht mehr finanziell unterstützen und zu allem Überfluss ist auch noch der Quadratmeterpreis der Kaltmiete gestiegen – wahrscheinlich ein Grund dafür, dass fast jeder Vierte mittlerweile bei den Eltern wohnt.“ 

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Zahl der Studienabbrüche nur geringfügig gestiegen

Doch die Studie bringt auch Erfreuliches ans Licht: Die Wahrscheinlichkeit, dass Studierende ihr Studium abbrechen, ist in der Corona-Krise nur wenig gestiegen – von 16,3 auf 16,6 Prozent. Ein Grund dafür könnte sein, dass Studierende trotz Krisenmodus weiterhin flexibel bleiben, und auf Jobs umschwenken, in denen Arbeitskräfte gerade hängeringend gesucht werden, wie etwa in der Logistik oder im medizinischen Bereich. „Die Studierenden zeigen trotz der schwierigen Situation ein enormes Durchhaltevermögen und Arbeitseinsatz“, weiß Köhn.

So wurde die Studie durchgeführt

Für die Studie wurden Daten aus 2019 (Befragung September & Oktober 2019) und 2020 (Befragung August & September 2020) miteinander verglichen. Insgesamt nahmen 28.000 Studierende aus ganz Deutschland an der Befragung teil. (as) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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Das sind die besten Universitäten der Welt - sechs deutsche in Top 100

Das Magazin "Times Higher Education" veröffentlicht 2018 ein Hochschulranking mit den besten Universitäten der Welt. Unter den Top 100 landen auch sechs deutsche Universitäten. Die RWTH Aachen belegt Platz 91 bis 100 (Erst ab Platz 50 wird jede Universität einzeln geranked).
Die Freie Universität Berlin schafft es schon in die nächst bessere Dekade - Platz 81 bis 90.
Noch besser schneidet die Technische Universität München (TUM) ab. Sie belegt einen der Plätze von Rang 61 bis 70.
Den selben Platz, nämlich 61 bis 70, sichert sich die Humboldt-Universität zu Berlin.
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Rubriklistenbild: © Jochen Tack / imago-images

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