Entschädigungszahlung

Bye, bye Chef: So hoch ist die Abfindung bei einer Kündigung

In bestimmten Fällen haben Mitarbeiter Anspruch auf eine Abfindung vom Arbeitgeber. Wie viel Geld zum Abschied drin ist – und wann es sich lohnt, vor Gericht zu ziehen.

Kündigungen können schmerzhaft sein – gerade, wenn der Abschied unfreiwillig geschieht. Geschasste Mitarbeiter sollten sich jedoch nicht lange ärgern sondern prüfen, ob ihnen eine Abfindung zusteht. Das lohnt sich, denn gerade bei fragwürdigen Kündigungen* sind oft tausende Euro drin!

Kündigung: Wann habe ich Anspruch auf eine Abfindung?

So verlockend es klingt: Einen grundsätzlichen Rechtsanspruch auf eine Abfindung gibt es in Deutschland nicht. Laut Arbeitsrecht werden Arbeitnehmern dennoch in bestimmten Fällen Abfindungen gezahlt:

  • bei betriebsbedingten Kündigungen, wenn §1 des Kündigungsschutzgesetzes (KSCHG) greift,
  • bei einem Auflösungsurteil des Arbeitsgerichts, wenn eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar ist (§§9 und 10 KSchG),
  • bei einem Abfindungsvergleich,
  • wenn ein Tarifvertrag greift,
  • wenn ein Sozialplan besteht (Vereinbarung zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber) sowie 
    bei einem Nachteilsausgleich für den Arbeitnehmer (§113 Betriebsverfassungesetz)

Lesen Sie auch: Kündigung: Dieser typische Formfehler macht sie unwirksam.

Betriebsbedingte Kündigung: So hoch muss die Abfindung mindestens ausfallen

Bei betriebsbedingten Kündigungen haben Arbeitnehmer in vielen Fällen einen Anspruch auf eine Abfindung: Wer auf eine Kündigungs­schutz­klage verzichtet, kann laut Gesetz ein halbes Brutto­monats­gehalt pro Beschäftigungs­jahr verlangen. „Voraus­setzung ist, dass der Chef im Kündigungs­schreiben eine Abfindung für eben diesen Fall anbietet“, weiß Stiftung Warentest.

So hoch muss die Abfindung bei einer betriebsbedingten Kündigung mindestens ausfallen:

Betriebs­zugehörig­keit (Jahre)Monats­gehälterBei Durch­schnitts­verdienst* OstBei Durch­schnitts­verdienst* West
10,51.330 Euro1.488 Euro
212.660 Euro2.975 Euro
31,53.990 Euro4.462 Euro
425.320 Euro5.950 Euro
52,56.650 Euro7.438 Euro
637.980 Euro8.925 Euro
73,59.310 Euro10.412 Euro
8410.640 Euro11.900 Euro
94,511.970 Euro13.388 Euro
10513.300 Euro14.875 Euro

*Entsprechend der für die Sozial­versicherung 2017 maßgeblichen Werte.

Quelle: Stiftung Warentest

Arbeitnehmern winkt bei einer Kündigung oft eine satte Abfindung vom Arbeitgeber.

Abfindung durch Kündigungsschutzklage erstreiten? Rechtsberatung lohnt sich

Bevor Sie auf eine Kündigungsschutzklage verzichten, sollten Sie sich jedoch dringend rechtlich beraten lassen, rät Stiftung Warentest: „Nicht immer ist es sinn­voll, die eigenen Rechte für die Stan­dard­abfindung zu verkaufen. Oft ist vor Gericht deutlich mehr drin.“  Kündigungs­schutz­klagen würden nämlich häufig nicht mit einem Urteil enden, sondern mit einem Vergleich, mit dem beide Parteien leben können, so die Stiftung weiter.

In anderen Fällen sind Arbeitgeber ohnehin selten bereit, bei Kündigung eine Abfindung zu zahlen. Hier kann eine Kündigungsschutzklage helfen, eine Entschädigungszahlung zu erstreiten. Wie hoch die Kosten bei einer Kündigungsschutzklage ausfallen und wer für sie aufkommt, erfahren Sie hier. (as) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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Kündigung des Arbeitsvertrags: Die wichtigsten Fakten, die jeder kennen sollte

Bei einer Kündigung des Arbeitsvertrags gibt es viele rechtliche Fallstricke zu beachten - egal ob sie vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer aus erfolgt.
Ein Arbeitsvertrag muss immer schriftlich gekündigt werden, und zwar mit einer Original-Unterschrift und dem vollen Namen. E-Mail, Textnachricht oder Fax reichen hier nicht aus.
Wie lange die Kündigungsfrist dauert, können Arbeitnehmer ihrem Arbeitsvertrag entnehmen. Laut Gesetz beträgt sie jedoch mindestens vier Wochen. Während der Probezeit gilt eine kürzere Kündigungsfrist von zwei Wochen. Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters.
Wer kündigen will, sollte seine Kündigung dem Chef oder der Personalabteilung persönlich übergeben oder per Post verschicken - am besten per Einschreiben.
Kündigung des Arbeitsvertrags: Die wichtigsten Fakten, die jeder kennen sollte

Rubriklistenbild: © Robert Michael/dpa

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