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Zyklus beeinflusst Fitness: Ehemalige Nationalspielerin gibt Tipps, wann Sie welchen Sport machen sollten

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Von: Juliane Gutmann

Je nach Zyklusabschnitt fühlen Sie sich enorm fit – oder kommen bereits nach kurzer Zeit an Ihre Grenzen? Wie Frauen im Einklang mit ihrem Zyklus trainieren, lesen Sie hier.

Es ist wie verhext: An dem einen Wochenende fühlt sich die Wandertour wie ein Spaziergang an, wenige Tage später erinnert eine ähnliche Sporteinheit an einen Gewaltmarsch. Der weibliche Zyklus könnte die Erklärung bringen. Denn je nachdem, ob man sich in der Menstruationsphase, Follikelphase, in der Phase des Eisprungs oder danach befindet, kann das enorm Einfluss auf die körperliche Leistungsfähigkeit haben. Das Wechselspiel der Hormone Östrogen und Progesteron kann also das Fitnesslevel beeinträchtigen. Doch wann ist Frau am leistungsstärksten? Prof. Dr. Petra Platen, ehemalige Handballnationalspielerin und Lehrstuhlleiterin für Sportmedizin und Sporternährung an der Ruhr-Universität in Bochum, gibt Tipps, wie ein zyklusphasen-orientiertes Training aussehen könnte.

„Krafttraining während der ersten Zyklushälfte und um den Eisprung herum ist besonders effektiv“

Im Interview mit der AOK erklärt Platen: „Krafttraining während der ersten Zyklushälfte und um den Eisprung herum ist besonders effektiv. Das bedeutet: Ein follikelphasen-betontes Krafttraining* erzielt eine etwas höhere Leistungszunahme. Der Grund sind die Östrogene, die während dieser Phase ansteigen. Sie haben einen eher anabolen Effekt, wirken also aufbauend“. In der zweiten Zyklushälfte, die nach dem Eisprung einsetzt, würde verstärkt der Botenstoff Progesteron ausgeschüttet werden. „Dieses Hormon wirkt eher katabol, also muskelabbauend“, so Medizinerin Petra Platen.

Sie fühlen sich richtig fit? Auch der weibliche Zyklus hat Einfluss auf die körperliche Leistungsfähigkeit.
Sie fühlen sich richtig fit? Auch der weibliche Zyklus hat Einfluss auf die körperliche Leistungsfähigkeit. © Manuel Ringlstetter/www.imago-images.de

In Hinblick auf Ausdauertraining rät sie, intensive Ausdauereinheiten auch in die erste Zyklushälfte zu legen und es in der zweiten Zyklushälfte eher langsamer angehen zu lassen. Der Grund dafür sei die ohnehin leicht erhöhte Körpertemperatur von Frauen in der zweiten Zyklushälfte. Diese steigt um etwa 0,5 Grad an, so Platen. Ausgiebiges Ausdauertraining hat zur Folge, dass der Körper noch mehr Wärme produziert. Infolge wird zur Temperaturregulation mehr Blut in die Haut gepumpt, um Schweiß zu produzieren, der einen kühlenden Effekt hat. „Dieses Blut fehlt dann den Muskeln, weshalb die Ausdauerleistungsfähigkeit in dieser Phase etwas schlechter ist“, so Platen.

Auf Grundlage eines 28-Tage-andauernden Zyklus empfiehlt die ehemalige Handballnationalspielerin Platen der AOK zufolge folgenden Trainingsplan:

Wie wirkt sich die Anti-Baby-Pille auf die zyklusabhängige Fitness aus?

„In einer meiner Untersuchungen konnten wir bei Einnahme der ‚Pille‘ keinen zyklusabhängigen Effekt erkennen – weder hinsichtlich eines Ausdauertrainings noch beim Muskelaufbau“, so Platen. Es bedarf ihr zufolge allerdings weiterer Studien, welche die Wirkung von Anti-Baby-Pillen differenziert betrachten. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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