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Fast 200 Infektionen mit West-Nil-Virus in der EU - Symptome und Übertragung

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Von: Sven Schneider

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Rund 200 Infizierte wurden im Jahr 2022 mit dem West-Nil-Virus gemeldet. Wie gefährlich ist die Krankheit? Welche Symptome gibt es? 

Hamm - Jährlich werden Einzelfälle gezählt: Im Jahr 2022 haben sich EU-weit fast 200 Menschen mit dem West-Nil-Virus infiziert. Das geht aus einem Bericht der EU-Gesundheitsbehörde ECDC zu Bedrohungen durch übertragbare Krankheiten hervor. Doch wie bedrohlich ist das Virus wirklich und müssen Menschen einen schweren Krankheitsverlauf befürchten?

West-Nil-Virus: Symptome und Übertragung - fast 200 Infektionen in der EU

Die schnelle Antwort: Nein, das West-Nil-Virus ist deutlich ungefährlicher als beispielsweise das Marburg-Virus. Eine Infektion mit dem West-Nil-Virus verläuft zu rund 80 Prozent ohne Symptome. Etwa 19 Prozent der Infizierten haben mit leichten Symptomen wie Hautausschlag und Fieber zu kämpfen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) berichtet. Die Erkrankung kann zwei bis sechs Tage andauern. Lediglich bei einem Prozent der Infizierten kam es bislang zu einem schweren Verlauf.

Dabei handelte es sich zumeist um Personen mit Vorerkrankungen. Bei ihnen kann es zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) und seltener zu einer Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) kommen. Menschliche Infektionen wurden in Deutschland im Jahr 2022 noch nicht registriert. Lediglich bei einer Schnee-Eule im Zoologischen Garten in Magdeburg wurde das West-Nil-Virus nachgewiesen.

West-Nil-Virus: 2022 noch keine Fälle in Deutschland registriert

Anders sieht das besonders in Italien aus, wo bereits 144 Fälle gezählt wurden. Zehn der mit dem West-Nil-Virus Infizierten starben. Weitere Infektionen wurden in Griechenland, Österreich, Rumänien und der Slowakei gemeldet. Impfstoffe oder eine bestimmte Therapie für Menschen gegen das West-Nil-Virus gibt es aktuell noch nicht.

Durch Stechmücken und Zugvögel hat sich das aus Afrika stammende West-Nil-Virus in den vergangenen Jahren weiter in den Norden ausgebreitet, weshalb es immer wieder Ausbrüche in Süd- und Zentraleuropa kam. Besonders Vögel erkranken an dem West-Nil-Virus. Aber auch bei Säugetieren wie Pferden oder eben Menschen wurde das Virus nachgewiesen. Übertragen wird es durch Mückenstiche oder Bluttransfusionen.

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