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Vierte Corona-Impfung: Wer sollte sich wann erneut impfen lassen?

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Von: Sven Schneider

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Wie sinnvoll ist eine vierte oder gar fünfte Corona-Impfung? Und für wen? Der neue Impfstoff von Biontech/Pfizer soll im Oktober ausgeliefert werden. 

Hamm - Zwar rückte das Coronavirus in den vergangenen Monaten etwas mehr in den Hintergrund. Zahlreiche Regeln wurden ausgesetzt. Dennoch ist der Kampf gegen die Pandemie noch nicht vorbei. In den Fokus rückt nun die vierte Impfung gegen das Virus, nachdem der Booster im besten Fall schon einige Zeit her ist. Die Pläne dafür sorgen jedoch für Kritik.

Vierte Corona-Impfung: Wann ist sie sinnvoll? Kritik an Lauterbach wächst

Das in Mainz ansässige Pharmaunternehmen Biontech hatte kürzlich angekündigt, mit der Produktion eines neuartigen Impfstoffs begonnen zu haben. Dabei gehe es um Vakzine, „die jeweils an die Omikron-Varianten BA.1 und BA.4/5 angepasst sind“, sagte Biontech-Mitbegründer Ugur Sahin. Beide Varianten sind in Deutschland vorherrschend und sorgen mit ihren Symptomen für Besorgnis bei den Bürgern - und weiterhin hohen Infektionszahlen.

Allein in Nordrhein-Westfalen haben sich mittlerweile seit Beginn der Pandemie weit mehr als sechs Millionen Bürger mit dem Coronavirus infiziert. Das neue Vakzin von Biontech in Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen Pfizer soll da Abhilfe schaffen. Die Impfstoffe gegen Omikron sollen ab Oktober 2022, passend zu den neuen Corona-Regeln, ausgeliefert werden - „vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen“, wie Biontech erklärte.

Vierte Corona-Impfung: Booster-Kampagne im Herbst und Empfehlung der Stiko

Damit soll die Auslieferung pünktlich zur Booster-Kampagne im kommenden Herbst erfolgen - und damit auch zur vierten oder gar fünften Corona-Impfung? Die Meinungen gehen auseinander. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die vierte Corona-Impfung aktuell nur für Menschen über 70 Jahren, Risikopatienten und Mitarbeitende im Gesundheits- und Pflegebereich.

Die EU-Kommission schraubt das Alter derjenigen, für die eine vierte Corona-Impfung empfehlenswert ist, auf 60 runter. Und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will Menschen unter 60 Jahren impfen lassen und fordert die Stiko dazu auf, die Impfempfehlung für alle Altersgruppen auszusprechen.

Das stößt auf mächtig Kritik. So sei es möglich, dass die Stiko das Alter auf 60 Jahre absenkt. „Dies muss aber von der wissenschaftlichen Studienlage abhängig gemacht werden, nicht von politischen oder persönlichen Wunschvorstellungen oder von Impfstoffverfügbarkeiten“, kritisierte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, den Minister gegenüber der Rheinischen Post.

Vierte oder fünfte Corona-Impfung: Abwarten ist am sinnvollsten

Doch was ist jetzt sinnvoll? Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, empfiehlt, auf den neuen Impfstoff zu warten, wenn man die vierte Corona-Impfung noch nicht gemacht hat. Das neue Vakzin verhindert nicht nur einen schweren Verlauf, sondern zudem sinnvoller. „Denn wenn man sich jetzt zum vierten Mal mit den bisherigen Impfstoffen impfen lässt, sollte man mindestens drei bis sechs Monate warten bis zur nächsten Impfung“, sagte er der Rheinischen Post.

Wer schon viermal gegen das Coronavirus geimpft ist, darf auf eine fünfte Impfung hoffen. Dies betrifft vor allem Personen über 70 Jahre. „Sollte es ab Oktober einen Impfstoff geben, der vor der Infektion mit den Varianten BA.4 oder BA.5 schützt, wäre eine fünfte Impfung sinnvoll“, so Gernot Marx, Präsident der Intensivmediziner-Vereinigung. Allerdings steht auch hier noch die Empfehlung der Stiko aus.

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