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Ungeimpft und schwanger: Höheres Risiko für Totgeburten bei Corona-Infektion

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Von: Tobias Hinne-Schneider

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Ungeimpfte Schwangere haben bei einer Corona-Infektion ein höheres Risiko für Früh- und Totgeburten. Müttern droht ein schwerer Krankheitsverlauf.

Hamm - Ungeimpft und schwanger? Dann sollten Sie jetzt besonders vorsichtig sein. Ungeimpfte Schwangere haben nicht nur ein höheres Risiko, bei einer Infektion mit dem Coronavirus schwer zu erkranken: Auch die Gefahr einer Früh- oder Totgeburt steigt. Neue Studien haben die gesundheitlichen Risiken für ungeimpfte Schwangere sowie deren ungeborenen Babys untersucht - das sind die Ergebnisse.

LandDeutschland
KanzlerOlaf Scholz (SPD)
HauptstadtBerlin

Schwanger und ungeimpft: Höheres Risiko für Totgeburten bei Corona-Infektion

Die Gefahr einer Corona-Infektion ist derzeit hoch wie nie - auch in NRW verbreitet sich die hochansteckende Omikron-Variante rasant. Die Zahl der Neuinfektionen steigt rasant an. Dementsprechend steigt auch die Gefahr einer Infektion bei werdenden Müttern.

Grundsätzlich gehören Frauen im gebärfähigen Alter nicht zur Corona-Risikogruppe. Aber: Bei einer Schwangerschaft steigt das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Das zeigt die Cronos-Registerstudie, die den Zustand von Müttern und Babys unter die Lupe nimmt, die sich während der Schwangerschaft mit Covid-19 infiziert haben. Von rund 4000 registrierten Patientinnen haben mehr als 170 einen schweren Krankheitsverlauf durchlebt oder sind sogar gestorben.

Schwanger und ungeimpft: Viermal häufiger im Kliniken

Die Ergebnisse einer schottischen Studie zeigen darüber hinaus, dass die Corona-Impfung ein wichtiger Indikator ist. Die Studie wurde jetzt in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht. Im relevanten Zeitraum - seit dem Start der Impfkampagne in Schottland im Dezember 2020 - bis Oktober 201 wurden Schwangerschaften bei mehr als 87.000 Frauen analysiert.

Demnach müssen ungeimpfte Schwangere viermal häufiger in Kliniken behandelt werden als geimpfte. Auch Daten aus England kommen zu diesem Ergebnis.

Aktuellen Studien zufolge hat eine Corona-Infektion für Schwangere und deren ungeborenen Babys hohe gesundheitliche Risiken.
Aktuellen Studien zufolge hat eine Corona-Infektion für Schwangere und deren ungeborenen Babys hohe gesundheitliche Risiken. © Caroline Seidel/dpa

Die Ergebnisse der schottischen Studie:

Doch nicht nur für die ungeimpften schwangeren Frauen steigt das Risiko, auch den Babys droht Gefahr. Denn wie die schottische Studie weiter berichtet, verlieren sie weitaus häufiger ihre Kinder durch eine Totgeburt - bereits im Mutterleib oder nach der Geburt. Auch die Zahl der Frühgeburten ist demnach höher.

„Schwangere erkranken nicht mehr als nicht-schwangere Frauen gleichen Alters - aber zwei bis vier Mal häufiger, mit stärkeren Symptomen bis hin zur Botwendigkeit der Beatmung, auch mit künstlicher Lunge“, erläuterte Professor Ekkehard Schleußner von der Geburtsmedizin der Uni-Klinik Jena dem ZDF. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Perinatale Medizin erklärt, dass das Coronavirus den ganzen Körper befällt. Bei Schwangeren werde das Gefäßsystem aber ohnehin stark beansprucht. Deswegen empfehlen Schleußner und seine Fachkollegen eine Corona-Impfung samt Auffrischungsimpfung (Booster).

Schwanger und ungeimpft: Das empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko)

Eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff sei ungefährlich für das ungeborene Kind. Es gebe keinerlei Hinweise, dass der Impfstoff durch die Plazenta auf das Kind übergehe.

Mittlerweile empfiehlt auch die Ständige Impfkommission (Stiko) Schwangeren und Stillenden eine Corona-Impfung. Diese Empfehlung hat das Expertengremium erst im November 2021 ausgesprochen. Ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft soll man sich laut Stiko impfen lassen inklusive Booster-Impfung. Gleiches gilt laut Stiko für Frauen, die schwanger werden wollen.

Dass sich die Corona-Regelungen und -Empfehlungen dank immer neuer Studien ändern können, mussten zuletzt auch Personen erfahren, die mit Johnson & Johnson geimpft worden sind. Für Geimpfte, die das Vakzin bei der Erstimpfung erhalten haben, gilt in NRW jetzt eine Sonderregel. Grundsätzlich wurden die Regelungen hierzulande weiter verschärft: mehr 2G-plus und weitere Kontaktbeschränkungen zum Beispiel in NRW. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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