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Pfizer nimmt Medikament nach Krebsverdacht wieder vom Markt

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Von: Luisa Ebbrecht

Pfizer
Der Pharmakonzern Pfizer muss sein Anti-Raucher-Medikament Chantix zurückrufen. © Nicolas Maeterlinck/Imago

Der Pharmakonzern Pfizer muss sein Anti-Raucher-Medikament Chantix aufgrund einer hohen Konzentration eines krebserregenden Inhaltsstoffs zurückrufen.

New York - Pfizer* hat sein Anti-Raucher-Medikament Chantix wegen hoher Konzentrationen eines Inhaltsstoffs zurückgerufen, der mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht wird. Das berichtet die US-Zeitung The Hill.

In einer Mitteilung, die am Donnerstag (16.09.2021) auf der Website der Food and Drug Administration (FDA) veröffentlicht wurde, teilte Pfizer mit, dass es die Chantix-Tabletten in den Dosierungen 0,5 mg und 1 mg aufgrund des Vorhandenseins von N-Nitroso-Vareniclin für den Verbraucher zurückruft.

Pfizer: Erhöhtes Krebsrisiko bei Inhaltsstoff gefunden

Die langfristige Einnahme von N-Nitroso-Vareniclin kann mit einem „theoretisch möglichen erhöhten Krebsrisiko beim Menschen“ in Verbindung gebracht werden, hieß es in der Mitteilung. Ein unmittelbares Risiko für Patienten, die das Medikament einnehmen, bestehe jedoch nicht.

Medikamente zur Rauchentwöhnung

Medikamente zur Raucherentwöhnung können laut Gesundheitsinformation.de die Chance auf einen erfolgreichen Rauchstopp erhöhen. Mögliche Nebenwirkungen sind vorübergehende Schlafstörungen und Übelkeit. In Deutschland sind zwei Medikamente zur Entwöhnung vom Tabakrauch zugelassen: Bupropion (Handelsname Zyban) und Vareniclin (Champix). Sie sind rezeptpflichtig, müssen von einer Ärztin oder einem Arzt verschrieben werden.

Die Wirksamkeit von Bupropion und Vareniclin wurde in vielen Studien untersucht. Dabei wurde nach 6 bis 12 Monaten überprüft, ob die Teilnehmenden noch oder wieder rauchten. Nach aktuellem Forschungsstand ist Vareniclin das wirksamste Mittel zur Raucherentwöhnung: Studien zeigen, dass es etwa 12 von 100 Menschen hilft, mit dem Rauchen von Tabak aufzuhören.

Das Unternehmen, das derzeit auch an Corona*-Medikamenten forscht, erklärte, dass es den Rückruf lediglich als Vorsichtsmaßnahme durchführt. Zudem fügte es hinzu, dass die Vorteile der Raucherentwöhnung „das theoretische potenzielle Krebsrisiko durch die Nitrosamin-Verunreinigung überwiegen“.

Pfizer: Rückruf für alle Chargen seit Mai 2019

Das Unternehmen ruft alle Chargen des Medikaments zurück, die von Mai 2019 bis September an Großhändler und Distributoren in den USA, den US-Jungferninseln und Puerto Rico verteilt wurden.

In einem Update vom Freitag (17.09.2021) sagte die FDA, dass Patient:innen ihr Medikament weiterhin einnehmen sollten, bis die Apotheken einen Ersatz bereitstellen oder eine andere ärztliche Behandlung verschrieben wird.

Pfizer: Krebsrisiko bei Überschreitung des Grenzwertes

N-Nitroso-Vareniclin ist ein Nitrosamin, das häufig in Wasser und Lebensmitteln vorkommt. Jeder Mensch ist in gewissem Umfang Nitrosaminen ausgesetzt. Sie können jedoch das Krebsrisiko erhöhen, wenn die Exposition einen bestimmten Grenzwert überschreitet.

Der Pharmakonzern aus den USA* hatte bereits im Juli 2021 zwölf Chargen von Chantix wegen des Vorhandenseins von N-Nitroso-Vareniclin zurückgerufen. Im August wurden vier weitere Chargen wegen der Verunreinigung zurückgerufen.

Pfizer steckt zudem mitten in den Entwicklungen eines Corona-Medikaments*. Das Unternehmen hofft auf einen Durchbruch noch im Herbst. (Luisa Ebbrecht) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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