Seltsamer Fall

Zwei Friseure schneiden dutzenden Menschen trotz Corona-Infektion die Haare – Behörden machen überraschende Entdeckung

Frau frisiert Kundin im Friseursalon
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Nah dran am Kunden: In Friseursalons ist das Einhalten der Corona-Abstandsregelungen unmöglich.

Der Fall ging durch US-amerikanische Medien: Zwei Friseurinnen mit Covid-19 hatten noch tagelang gearbeitet - und niemanden angesteckt. Das hat einen banalen Grund.

  • Die Lungenkrankheit Covid-19 wird in erster Linie durch Tröpfcheninfektion übertragen. Dabei gelangen mit Viren kontaminierte Speicheltröpfchen auf die Schleimhäute und dringen in den Körper ein*.
  • Doch nicht immer bedeutet Kontakt mit infizierten Menschen, dass man sich mit dem Coronavirus angesteckt hat.
  • Ein Fall in den USA gab den zuständigen Behörden einige Zeit Rätsel auf: So hatten zwei Friseure trotz einer Covid-19-Infektion weitergearbeitet und trotzdem niemanden angesteckt. Die Erklärung dafür ist jedoch banal.

Die Friseurkette Great Clips hatte bereits im Mai 2020 für Schlagzeilen gesorgt, die beunruhigte Bürger zur Folge hatten. Zwei Mitarbeiterinnen hatten trotz einer Coronavirus-Infektion - die sie als Erkältung eingestuft hatten - noch tagelang weitergearbeitet und in dieser Zeit 139 Menschen die Haare geschnitten. Vor dem Hintergrund, dass sich Coronaviren in erster Linie über das Einatmen kontaminierter Atemluft von Patienten verbreiten, ein verstörendes Szenario.

Die Gesundheitsbehörde von Springfield-Greene County, wo sich der besagte Friseursalon befindet, war alarmiert und rechnete mit einer Welle an Infektionen vor Ort. Doch das sollte sich als Trugschluss erweisen: Keiner der Kunden hatte sich bei den zwei coronakranken Frauen angesteckt - und das hat einen einfachen Grund.

Zwei Friseurinnen schneiden munter weiter Haare - und keiner steckt sich mit Covid-19 an

In Springfield im US-Bundesstaat Missouri waren bis Mitte Mai wenige Coronavirus-Infektionen gemeldet worden, weshalb die zwei Friseurinnen ihre Symptome fälschlicherweise als Anzeichen einer einfachen Erkältung einstuften. Daher arbeiteten sie noch eine Woche nach den ersten Krankheitszeichen weiter - und schnitten in dieser Zeit 139 Kunden die Haare. Doch nach einer Woche war klar: Es handelte sich nicht um einen grippalen Infekt. Ein Besuch beim Arzt schaffte Klarheit: Die zwei Friseurinnen hatten sich mit dem Coronavirus infiziert und wurden sofort in Quarantäne geschickt. Auch die Kunden wurden identifiziert, unter Quarantäne gestellt und beobachtet. Doch keiner der Kunden hatte sich infiziert - dank einfachen Masken aus Stoff.

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Im Video: Das müssen Sie bei der sicheren Anwendung und Reinigung beachten

Alle - die beiden Friseurinnen und deren Kundschaft - hatten während der Dienstleistung Mundschutzmasken getragen, so wie es die Stadt Springfield angeordnet hatte. Der Fall der beiden Friseurinnen wurde vom Centers for Disease Control and Prevention untersucht und sogar als Studie veröffentlicht. Darin kommen die Studienleiter zu dem Schluss, dass schon einfachste Masken aus Stoff einen schützenden Effekt haben können, wie der Spiegel berichtete. Die Forscher schlussfolgern: Die „konsequente Umsetzung von Richtlinien zur Gesichtsbedeckung könnten die Ausbreitung von Infektionen in der Allgemeinbevölkerung verringern“. Auch andere Veröffentlichungen weisen darauf hin, dass Mundschutzmasken Coronavirus-Infektionen effektiv verhindern.

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Alltagsmasken und die Materialfrage

Wer sich eine Maske nähen will, muss sich zwischen einer Vielzahl von Stoffen entscheiden. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn
Die Maske des Bekleidungsherstellers Maloja ist auf der Außenseite mit einer Behandlung auf Basis von natürlichen Silbersalzen überzogen - diese soll das Wachstum von Viren reduzieren. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Partikelfiltrierende Masken (FFP) müssen bestimmte Normen erfüllen. Foto: Friso Gentsch/dpa/dpa-tmn
In medizinischen Mund-Nasen-Schutzmasken sind Vliese verarbeitet, die aufgrund ihrer Faserstruktur besonders gut filtern. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
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