Wegen Corona vertröstet

Falsche Diagnose? Junger Vater stirbt an Krebs: „Im Mai bettelte ich...“

Ein Mann steht neben einer Frau. Sie hält ein Baby im Arm.
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Sherwin Hall (28) ist an Krebs gestorben. Vielleicht könnte er unter anderen Umständen noch leben.

Sherwin Hall ist an Krebs gestorben. Vielleicht würde der junge Vater unter anderen Umständen noch leben.

  • Sherwin Hall (28) aus Leeds ist an Krebs gestorben.
  • Hätten Ärzte den Tod des jungen Vaters verhindern können?
  • Halls Partnerin ist davon überzeugt.

Leeds - Sherwin Hall (28) aus Leeds stirbt Anfang Dezember an Krebs. Sein Tod hätte verhindern werden können. Davon ist seine Partnerin überzeugt. „Wenn man Sherwins Krebs eher entdeckt hätte, würde er wohl noch leben“, sagte die Frau aus England gegenüber der britischen Tageszeitung „The Mirror“.

Falsche Diagnose: Junger Vater stirbt an Krebs

Der junge Brite war im September 2019 zum ersten Mal zu einem Arzt gegangen. Der Grund: Schmerzen im Leistenbereich. Die verantwortlichen Ärzte verschrieben Hall Antibiotika. Die Beschwerden ließen nach. Dann tauchten sie im Januar 2020 wieder auf. Von dem Zeitpunkt an wurden die Schmerzen immer schlimmer. Folgende Symptome können auf eine Krebs-Erkrankung hindeuten:

  • Tastbare Schwellungen
  • Verhärtungen oder Knoten auf der Haut
  • Schmerzen ungeklärter Herkunft
  • Veränderung an Brust oder Hoden
  • Vergrößerung von Lymphknoten in den Achselhöhlen, den Leisten oder am Hals

Die Ärzte dachten nicht an eine Krebs-Erkrankung. Sie vermuteten eine Geschlechtskrankheit. „Ich sagte ihnen, dass das nicht sein kann, aber das spielte keine Rolle. Sie waren so überzeugt davon, dass ich schließlich anfing, selbst zu glauben, dass ich mir vielleicht etwas auf einer öffentlichen Toilette eingefangen haben könnte“, schrieb Hall auf der Spendenwebsite gofundme.com.

MRT-Scan ergibt eindeutige Krebs-Diagnose

Der nun an Krebs gestorbene Mann habe im April und Mai um einen MRT-Scan gebettelt. Doch kein Arzt hätte auf ihn gehört. „Sie sagten mir, dass ich keinen Scan haben kann, weil alles wegen Corona runtergefahren sei“, schreibt Hall.

Der junge Vater bekam die Magnetresonanztomographie erst Ende Mai - mit eindeutiger Krebs-Diagnose: ein bösartiger Tumor im Becken, 30 weitere Geschwülste in der Lunge.

Vater stirbt an Krebs - Seine Partnerin ist am Boden zerstört

Nur wenige Monate nach der Diagnose stand fest, dass die Ärzte nichts mehr für den jungen Mann tun konnten. „Ich bin am Boden zerstört“, zitiert der „Mirror“ nun seine Partnerin. „Ich habe die Liebe meines Lebens verloren.“

Die Diagnose und Behandlung von Krebs habe während der Corona-Pandemie weiterhin Priorität, versichert eine Sprecherin des britischen Gesundheitsministeriums. „Wir fordern die Menschen auf, sich zu melden, wenn sie Symptome haben.“ (Jan Wendt)

In den USA wurde die Krebs-Diagnose einer Frau hingegen frühzeitig erkannt - sie erfuhr davon über Instagram: Denn eine aufmerksame Zuschauerin war bei einer TV-Moderatorin etwas aufgefallen - ein Arzt bestätigte später die Diagnose. *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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