Corona-Impfung

Impfstoff Johnson & Johnson: Keine Priorisierung - wer will, kann ihn haben

Die Gesundheitsminister sind sich darüber einig, wie der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson in Deutschland eingesetzt werden soll: Wer will, kann ihn haben.

Hamm - Nach Biontech, Moderna und Astrazeneca soll auch der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson in Deutschland mehr verimpft werden - trotz Fällen von Hirnvenenthrombosen. Jetzt ist auch klar, für wen der Impfstoff empfohlen wird und wer ihn alles erhalten darf. (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,93 Millionen (2019)

Johnson & Johnson Impfstoff: Gesundheitsminister einig über Altersgruppe und Priorisierung

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson hat seit Montag (10. Mai) in Deutschland denselben Status wie Astrazeneca: Er soll in der Regel bei Menschen ab 60 eingesetzt werden. Nach ärztlicher Aufklärung können sich aber auch Jüngere dafür entscheiden, beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag erfuhr. Die Priorisierung für diesen Impfstoff wird in Arztpraxen und bei Betriebsärzten zugleich aufgehoben.

Wie es in dem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz heißt, nehmen die Minister „die berichteten Fälle von Hirnvenenthrombosen im Zusammenhang mit einer Impfung mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson“ ernst. Ähnlich wie bei dem Impfstoff von Astrazeneca war es sehr selten zu solchen schweren Nebenwirkungen gekommen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärte in einem Statement am Montag, dass gerade in der aktuellen Phase, wo nahezu alle über 60-Jährigen geimpft sind, oder einen Impftermin haben, die vorhandenen Impfdosen von Johnson & Johnson durch das Aufheben der Impfpriorisierung für alle zugänglich gemacht werden sollten.

Nach Astrazeneca: Auch beim Impfstoff von Johnson & Johnson keine Priorisierung

Die Ständige Impfkommission (Stiko) habe vor diesem Hintergrund die Empfehlung einer Verimpfung des Präparats „für Personen im Alter >60“ vorgeschlagen. Analog wie bei Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca soll eine Impfung damit aber nach ärztlicher Aufklärung und individueller Risikoanalyse auch bei Unter-60-Jährigen möglich sein.

Erst in der vergangenen Woche hatten die Gesundheitsminister in Deutschland beschlossen, die Priorisierung für Astrazeneca aufzuheben. Wer will und mit seinem Arzt gesprochen hat, kann sich mit dem Vakzin impfen lassen. Zuvor wurde Astrazeneca auch nur für Menschen über 60 empfohlen. Portale wie sofort-impfen.de wollen Impfwillige mit Hausarztpraxen, die freie Imptermine haben, zusammenbringen.

Johnson & Johnson Impfstoff: Nur eine Spritze für den vollen Schutz

Das Besondere am Impfstoff von Johnson & Johnson ist, dass anders als bei den bisher zum Einsatz kommenden Corona-Impfstoffen nur eine Spritze davon zum vollen Schutz ausreicht. Daher wurden die wenigen Impfdosen des Vakzins bislang etwa in Nordrhein-Westfalen für die Impfung von Obdachlose genutzt.

In einem Merkblatt vom Robert-Koch-Institut (RKI) heißt es zum Impfstoff von Johnson & Johnson, dass die Wahrscheinlichkeit, an Corona zu erkranken, bei Geimpften rund 65 Prozent geringer war als bei nicht geimpften Personen. Die Wirksamkeit in Bezug auf die Verhinderung einer schweren Covid-19-Erkrankung, also zum Beispiel eine Behandlung im Krankenhaus, lag bei etwa 100 Prozent.

Von den 34,4 Millionen in Deutschland verabreichten Impfdosen stammen bisher nur rund 18.000 von Johnson & Johnson. Die Lieferungen sollten nun zunehmen. Bis zum Wochenende wurden 7,6 Millionen oder 9,1 Prozent aller Bundesbürger voll geimpft. Fast jeder Dritte hat mindestens eine erste Spritze bekommen: 32,3 Prozent.

Rubriklistenbild: © Henning Kaiser/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare