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Delta-Variante: Wie wirksam sind die Corona-Impfstoffe? Studie lässt hoffen

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Von: Marcel Guboff

Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich immer weiter aus. Wie wirksam sind die Impfungen mit Biontech und Astrazeneca dagegen? Eine Studie macht Hoffnung.

Hamm - Die Alarmglocken schrillen. Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich weltweit zunehmend aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die erstmals in Indien nachgewiesene Variante als „besorgniserregend“ eingestuft, da sie Wissenschaftlern zufolge ansteckender ist als die Ursprungsform des Coronavirus Sars-CoV-2. (News zum Coronavirus)

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19Bezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme

Delta-Variante: Wie wirksam sind die Corona-Impfstoffe? Studie lässt hoffen

In Deutschland ist der Anteil der indischen Mutation zwar noch gering. Dennoch warnen hierzulande bereits Virologen und Immunologen, dass spätestens im Herbst die Delta-Variante die dominierende Variante hierzulande sein könnte.

Umso wichtiger wird es sein, dass die Impfkampagne weiter voranschreitet. Allerdings stellt sich die Frage: Wie wirksam sind die Corona-Impfstoffe gegen die gefährlichere Delta-Variante. Mehrere Laboruntersuchungen zeigen, dass sie offenbar resistenter gegen Impfstoffe ist als andere Varianten. So ergab eine Anfang Juni in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlichte britische Studie, dass die Zahl der Antikörper nach zwei Impfdosen von Pfizer/Biontech bei der Delta-Variante sechs Mal niedriger ausfiel als beim Wildtyp des Virus. Gegen die erstmals in Großbritannien nachgewiesene Corona-Variante Alpha wurde der sogenannte Antikörpertiter um den Faktor 2,6 und gegen die erstmals in Südafrika identifizierte Variante Beta um den Faktor 4,9 abgeschwächt.

Allerdings ist die Zahl der Antikörper zwar ein wichtiges Merkmal der Wirksamkeit eines Impfstoffs, jedoch nicht das einzige. Wer nur die Antikörper berücksichtigt, vernachlässigt insbesondere die Bedeutung der T-Killerzellen, die bereits infizierte Zellen statt das Virus angreifen. Umso wichtiger sind Untersuchungen unter realen statt nur unter Laborbedingungen. Und hier geben die ersten Ergebnisse Anlass zur Hoffnung.

Corona-Impfung: Biontech und Astrazeneca mit hoher Wirksamkeit gegen Delta-Variante

Denn laut einer am Montag (14. Juni) vorgestellten Studie der britischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) lassen sich mit einer vollständigen Corona-Impfung schwere Krankheitsverläufe bei der Delta-Variante ebenso wirksam vermeiden wie bei der Alpha-Variante. Zwei Dosen des Wirkstoffs von Pfizer/Biontech verhinderten demnach bei der Variante B.1.617.2 in 96 Prozent der Fälle eine stationäre Behandlung. Für das Vakzin von Astrazeneca lag die Quote bei 92 Prozent.

Eine Ende Mai von den britischen Gesundheitsbehörden veröffentlichte Studie kommt zu ähnlichen Ergebnissen auch für weniger schwere Formen der Krankheit. Demnach ist der Impfstoff von Pfizer/Biontech zwei Wochen nach der zweiten Dosis zu 88 Prozent wirksam gegen eine durch die Delta-Variante ausgelöste symptomatische Corona-Erkrankung, bei der Alpha-Variante sind es 93 Prozent. Das Astrazeneca-Vakzin hat demnach eine 60-prozentige Wirksamkeit gegen die Delta-Variante und eine 66-prozentige gegen die Alpha-Variante.

Einig sind sich Wissenschaftler darin, dass eine einzelne Dosis nur begrenzt Schutz vor einer Infektion durch die Delta-Variante bietet. So ergab die in The Lancet veröffentlichte Studie, dass 79 Prozent der Geimpften nach einer ersten Dosis von Pfizer/Biontech „eine quantifizierbare neutralisierende Antikörperreaktion“ gegen den ursprünglichen Virusstamm hatten, bei der Variante B.1.617.2 hingegen nur 32 Prozent. Auch das französische Institut Pasteur erklärte, eine einzelne Astrazeneca-Dosis habe „wenig bis gar keine Wirksamkeit“ gegen die Delta-Variante.

Erste Corona-Impfung gegen Delta-Variante nur zu 33 Prozent wirksam

Daten der britischen Regierung weisen in dieselbe Richtung: Beide Corona-Impfstoffe waren demnach drei Wochen nach der ersten Dosis nur zu 33 Prozent wirksam gegen eine durch die Delta-Variante verursachte symptomatische Covid-19-Erkrankung. Die britische Regierung verringerte daraufhin am Montag den Abstand zwischen der ersten und der zweiten Impfung für Menschen über 40 Jahren von zwölf auf acht Wochen. Auch in Frankreich wurde der Zeitraum zwischen den Impfungen reduziert.

Wegen der Delta-Variante schlagen immer mehr Experten Alarm - zuletzt Weltärztechef Frank Ulrich Montgomery. Er forderte die Bundesländer auf, die Lockerungen der Corona-Regeln zu überdenken. (mg mit afp)

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